Irans Krieg beschleunigt kasachisches Bahnprojekt zwischen China und Europa

Irans Krieg beschleunigt kasachisches Bahnprojekt zwischen China und Europa
Kasachstan beschleunigt Bahnverbindung nach Europa

​Die Eskalation im Nahen Osten verändert die Handelsrouten zwischen Asien und Europa. Angesichts der Risiken rund um die Straße von Hormus treibt Kasachstan den Ausbau seiner Eisenbahninfrastruktur voran, um seine Rolle als wichtiger Landkorridor zwischen China und der EU zu stärken.

Höhepunkte

  • Kasachstan beschleunigt sein Bahnprojekt angesichts des Iran-Kriegs und der Risiken rund um die Straße von Hormus.
  • Die Moyynty-Kyzylzhar-Strecke mit über 300 Kilometern Länge wird Teil des Middle Corridor.
  • Mehr als 90 % der Erdarbeiten sind abgeschlossen, die Inbetriebnahme wird bis Jahresende erwartet.

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Nachfrage verlagert sich von See auf Schiene

Der nationale Bahnbetreiber Kazakhstan Temir Zholy erweitert Gleise und Logistikinfrastruktur als Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Gütertransporten zwischen China und Europa. CEO Talgat Aldybergenov sagte Bloomberg, dass chinesische Kunden zunehmend an Landrouten interessiert sind, da diese angesichts militärischer und maritimer Risiken zuverlässigere und planbarere Lieferzeiten bieten.

Das Hauptprojekt ist die neue Bahnstrecke Moyynty-Kyzylzhar, die Teil der Transkaspischen Internationalen Transportroute, auch bekannt als Middle Corridor, wird. Der 322,3 Kilometer lange Abschnitt soll die Kapazität auf den Routen zwischen Ostasien und Europa erhöhen und die Transitzeiten für Fracht verkürzen.

Bauarbeiten erreichen Endphase

Laut dem kasachischen Verkehrsministerium sind mehr als 90 % der Erdarbeiten an der Strecke bereits abgeschlossen. Die Verlegung von Gleisen und Schwellen ist zu etwa 40 % fertiggestellt, während die Bauarbeiten an Brücken, Durchlässen, Überführungen und anderen Ingenieurbauwerken zu mehr als 65 % abgeschlossen sind.

Mehr als 1.700 Fachkräfte und über 670 Maschinen sind vor Ort im Einsatz, mit mehr als 10 beteiligten Subunternehmern. Die Strecke wird durch die Regionen Karaganda und Ulytau führen und soll die Transportdistanz für Güter um 149 Kilometer verkürzen, wodurch die Überlastung des Abschnitts Moyynty-Zharyk verringert wird. Der Dauerbetrieb soll bis Ende des Jahres aufgenommen werden.

Der Middle Corridor gewinnt an Bedeutung

Für Kasachstan ist das Projekt nicht nur ein Infrastrukturausbau, sondern eine Wette auf die Neugestaltung der globalen Logistik. Das Land gibt an, dass sich der Transit durch Kasachstan im letzten Jahrzehnt verdoppelt hat und 202.427,4 Millionen Tonnen erreichte; bis 2026 soll er auf über 54 Millionen Tonnen steigen.

Sollten Seerouten durch den Nahen Osten weiterhin instabil bleiben, könnte die Nachfrage nach Landtransporten zwischen China und Europa weiter wachsen. Für Kasachstan bedeutet das höhere Transit-Einnahmen; für China und die EU bietet es eine zusätzliche Route, die weniger von engen maritimen Engpässen abhängig ist.

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