Deutschland baut Rohstoffpartnerschaft mit Kasachstan aus
Deutschland verstärkt Ende Juni seine wirtschaftspolitischen Kontakte nach Zentralasien, um Lieferketten robuster aufzustellen und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu sichern. Im Mittelpunkt einer Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach Kasachstan stehen Energie, industrielle Wertschöpfung und der Ausbau bilateraler Handels- und Investitionsbeziehungen.
Höhepunkte
- Bundeswirtschaftsministerin Reiche besucht Kasachstan am 29. und 30. Juni 2026, um die bilateralen Beziehungen insbesondere bei Energie und Rohstoffen auszubauen.
- Kasachstan war 2025 mit 10,4 Millionen Tonnen Deutschlands viertgrößter Öllieferant und liefert 21 von 34 strategischen EU-Rohstoffen, darunter Seltenerden.
- Deutschland und Kasachstan streben Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an, wobei etwa 450 deutsche Unternehmen bereits vor Ort aktiv sind.
Reiseagenda für Energie und Rohstoffe
Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mitteilt, reist Reiche am 29. und 30. Juni 2026 nach Kasachstan, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen. In Astana stehen Gespräche mit Präsident Kassym-Schomart Tokajew, Premierminister Olschas Bektenow sowie den zuständigen Ministern für Energie und Industrie auf dem Programm.Die Ministerin bezeichnet Kasachstan als strategischen Partner, vor allem im Energie- und Rohstoffbereich. Nach ihren Angaben war das Land 2025 mit 10,4 Millionen Tonnen Deutschlands viertgrößter Öllieferant, während eine zukunftsfähige Industrie in Deutschland auf Rohstoffe angewiesen ist, die in Kasachstan gefördert werden.
Reiche wirbt dabei für eine langfristige Zusammenarbeit statt reiner Abnahmeverträge. Nach ihrer Darstellung soll deutsches Kapital zusammen mit deutscher Technologie dazu beitragen, mehr Verarbeitung und Wertschöpfung im Land selbst aufzubauen.
Wirtschaftliche Bedeutung für Industrie und Lieferketten
Kasachstan verfügt über bedeutende Vorkommen mineralischer Rohstoffe und Seltener Erden und gewinnt damit für die Diversifizierung von Bezugsquellen an Gewicht. Eine verlässliche Versorgung mit Materialien für Batterien, Halbleiter und die Energiewende gilt als wichtig, damit Unternehmen in Deutschland planbar produzieren und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern können.Berlin setzt deshalb auf eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die von Förderung bis Verarbeitung und Veredlung reicht. Kasachstan ist nach Angaben des Ministeriums Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Zentralasien, rund 450 deutsche Unternehmen sind dort bereits aktiv, und das Land verfügt über 21 der 34 Rohstoffe, die die EU als strategisch einstuft.
Neben den politischen Gesprächen trifft Reiche auch Vertreter deutscher und kasachischer Unternehmen. Der Austausch mit der Wirtschaft soll den Ausbau des bilateralen Handels und neuer Investitionen begleiten; zugleich ist der Besuch nach Ministeriumsangaben der erste einer deutschen Wirtschaftsministerin in Kasachstan seit 19 Jahren.
In unserem früheren Beitrag zur WTI-Preisentwicklung nahe 70 US-Dollar haben wir erläutert, dass der Ölpreis zwar eine moderate Erholung zeigte, diese aber eher als Korrektur denn als klare Trendwende zu werten war. Als wichtigste Kurstreiber wurden geopolitische Risiken rund um die Straße von Hormus, gemischte US-Lagerdaten sowie Erwartungen an eine Entspannung im Iran-Konflikt genannt, während ein steigendes OPEC+-Angebot das Aufwärtspotenzial begrenzen kann.
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