Energiemarkt treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 %

Energiemarkt treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 %
Die Inflation im Euroraum erreicht im Mai 3,2 %

​Die Inflation im Euroraum ist im Mai erstmals seit 2023 auf über 3 % gestiegen und verstärkt damit die Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank nächste Woche die Zinsen anheben wird. Der Anstieg wurde vor allem durch die Energiekosten getrieben und zeigt, wie der Krieg zwischen den USA und Iran über die Öl- und Gasmärkte auf die europäischen Preise durchschlägt.

Höhepunkte

  • Die Inflation im Euroraum stieg im Mai von 3 % im April auf 3,2 %.
  • Energiepreise waren der Haupttreiber und legten im Jahresvergleich um 10,9 % zu.
  • Die Dienstleistungsinflation beschleunigte sich auf 3,5 %, was zusätzliche Sorgen über breiteren Preisdruck auslöst.
  • Die Märkte erwarten nun, dass die EZB nächste Woche die Zinsen um 25 Basispunkte anhebt.

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Energie treibt Inflation nach oben

Laut Bloomberg stiegen die Verbraucherpreise im Euroraum im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 %, nach 3 % im April und im Einklang mit den Prognosen der Ökonomen. Energie blieb die Hauptquelle des Preisdrucks, mit einem Anstieg von 10,9 % gegenüber dem Vorjahr, während die Dienstleistungsinflation von 3 % im April auf 3,5 % stieg. Die Inflation bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak kühlte von 2,4 % auf 2 % ab.

Der Anstieg lässt die Inflation deutlich über dem mittelfristigen Ziel der EZB von 2 % zurück. Die Zentralbank hat erklärt, dass dieses Ziel für den gesamten Euroraum gilt und anhand des harmonisierten Verbraucherpreisindex gemessen wird.

Zinserwartungen festigen sich

Die Daten dürften die Erwartungen auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der nächsten EZB-Sitzung weiter verstärken. Laut LSEG-Daten, die im Bericht zitiert werden, preisten die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von etwa 94 % für einen solchen Schritt ein.

Die Inflation variierte stark innerhalb der Eurozone. Die jährliche Rate in Deutschland sank von 2,9 % auf 2,7 %, während sie in Frankreich von 2,5 % auf 2,8 % stieg. In Litauen kletterte sie auf über 5 %, und auch in Griechenland wurde ein Wert über dieser Marke gemeldet – ein Zeichen dafür, wie ungleich der Energieschock die Region weiterhin trifft.

Energieabhängigkeit schränkt die EZB-Optionen ein

Die aktuellen Inflationsdaten sind bedeutsam, weil Europa weiterhin stark von importierten Energiekosten abhängig ist. Die Öl- und Gaspreise sind seit dem Ausbruch des US-Iran-Kriegs, der Lieferwege gestört und Sorgen um Transporte durch die Straße von Hormus verstärkt hat, auf hohem Niveau geblieben.

Für die EZB besteht die Herausforderung darin, dass die Inflation steigt, während das Wachstum fragil bleibt. Höhere Zinsen könnten helfen, die Preise zu dämpfen und die Glaubwürdigkeit zu schützen, aber sie könnten auch Haushalte, Kreditkosten und Unternehmensinvestitionen belasten. Der Euro blieb nach dem Bericht nahezu unverändert bei 1.164 US-Dollar, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe um 6 Basispunkte fiel – ein Hinweis darauf, dass Anleger weiterhin Wachstumsrisiken neben dem Inflationsproblem sehen.

Zuvor wurde berichtet, dass die Inflationserwartungen im Euroraum gesunken sind, aber eine Zinserhöhung der EZB bleibt wahrscheinlich.

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