Die europäische Währung bleibt trotz erhöhter geopolitischer Unsicherheit an den globalen Märkten widerstandsfähig. Ein wesentlicher Treiber für den Euro war die beschleunigte Inflation im Euroraum: Im Mai stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,2 % gegenüber 3,0 % im Vormonat, während die Kerninflation auf 2,5 % anzog.
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Nach Veröffentlichung der Daten hielt sich EUR/USD über der Marke von 1,1600, da die Anleger mit einer restriktiveren Haltung der Europäischen Zentralbank rechneten.
Die Märkte haben eine EZB-Zinserhöhung weitgehend eingepreist
Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf die für den 11. Juni angesetzte EZB-Sitzung. In den vergangenen Wochen haben Zentralbankvertreter wiederholt auf steigende Inflationsrisiken hingewiesen, die vor allem mit hohen Energiepreisen zusammenhängen. Der Markt misst einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit bei. Zusätzliche Unterstützung für eine straffere Geldpolitik kommt von anhaltend hohen Inflationserwartungen europäischer Haushalte, die für das kommende Jahr weiterhin bei rund 4 % liegen.
Inflation überholt das Wirtschaftswachstum
Die EZB steht vor einer schwierigen Situation, da die Inflation vor dem Hintergrund eines schwachen Wirtschaftswachstums anzieht. Analysten diskutieren zunehmend das Risiko eines Stagflationsszenarios im Euroraum: Der Druck vom Energiemarkt bleibt bestehen, während die Geschäftstätigkeit und das gesamtwirtschaftliche Wachstum verhalten bleiben. Die jüngsten Prognosen der EZB deuten bereits auf eine höhere Inflation im Jahr 2026 hin als zuvor angenommen.
Was jetzt für den Euro zählt
Vor der EZB-Sitzung hängt das Potenzial des Euro maßgeblich von der Rhetorik der Zentralbank ab. Die Zinserhöhung selbst ist größtenteils eingepreist, daher werden die Signale zu weiteren geldpolitischen Schritten in der zweiten Jahreshälfte entscheidend sein. Bestätigt die EZB ihren Kurs im Kampf gegen die Inflation, könnte der Euro zusätzliche Unterstützung erhalten. Allerdings begrenzen das schwache Wirtschaftswachstum und die starke Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherer Hafen weiterhin das Aufwärtspotenzial der europäischen Währung.
Ausblick für die nahe Zukunft
EUR/USD hält sich weiterhin über 1,1600, was auf ein anhaltendes Potenzial für einen Ausbruch über den Widerstand bei 1,1660 und einen Anstieg in den Bereich von 1,1680–1,1700 hindeutet. Wie bereits im Artikel EUR/USD hält sich über 1,1600 angesichts restriktiver EZB erwähnt, befindet sich das Währungspaar jedoch weiterhin in einer Korrekturphase, und es ist noch zu früh, um von deren Abschluss zu sprechen.
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