Inflation in der Eurozone hält EZB-Zinserhöhung im Fokus

Inflation in der Eurozone hält EZB-Zinserhöhung im Fokus
Wetten auf eine EZB-Zinserhöhung steigen nach Inflationsdaten

Die Inflation blieb im Mai in den größten Volkswirtschaften der Eurozone über dem 2 %-Ziel der Europäischen Zentralbank und verstärkte die Erwartungen, dass die Notenbanker die Zinsen im nächsten Monat erstmals seit 2023 anheben könnten. Die Daten zeigen, dass der Energieschock durch den Nahost-Konflikt weiterhin auf die Preise durchschlägt, auch wenn einige Teile der Region Anzeichen schwächeren Wachstums zeigen.

Höhepunkte

  • Die Inflation blieb in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien über dem EZB-Ziel.
  • Frankreich stieg auf 2,8 %, Italien auf 3,3 % und Spanien auf 3,6 %, während Deutschland bei 2,7 % verharrte.
  • Die Märkte preisen eine EZB-Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im nächsten Monat und eine weitere bis Jahresende ein.
  • Der für nächste Woche erwartete Inflationswert der Eurozone dürfte weiter über dem April-Niveau von 3 % liegen.

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Inflation bleibt über dem Ziel

Laut Bloomberg lagen die Inflationswerte im Mai in den vier größten Volkswirtschaften der Eurozone weiterhin außerhalb des EZB-Komfortbereichs. Die EU-harmonisierte Inflationsrate Frankreichs stieg von 2,5 % im April auf 2,8 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2024, was vor allem auf höhere Energiepreise im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und Störungsrisiken in der Straße von Hormus zurückzuführen ist. Die Energieinflation in Frankreich stieg von 14,3 % im Vormonat auf 16,8 %, während auch die Preise für Dienstleistungen anzogen.

In Italien beschleunigte sich die Inflation auf 3,3 %, in Spanien stieg sie auf 3,6 %, und die Gesamtinflationsrate in Deutschland blieb mit 2,7 % zwar niedriger als zuvor, aber weiterhin erhöht. Die schwächere deutsche Zahl dürfte die grundsätzliche geldpolitische Debatte kaum beeinflussen, da sie teilweise auf temporäre Steuersenkungen auf Kraftstoffe und niedrigere Lebensmittelpreise zurückzuführen ist. Ohne diese Kategorien bleibt der zugrunde liegende Preisdruck für die Notenbanker ein Problem.

EZB-Offizielle signalisieren Straffung

Die Zahlen verleihen jüngsten Äußerungen führender EZB-Vertreter zusätzliches Gewicht. Vorstandsmitglied Isabel Schnabel erklärte, dass im Juni wahrscheinlich eine Zinserhöhung nötig sein werde, während Chefvolkswirt Philip Lane warnte, je länger der Golfkonflikt andauere, desto unwahrscheinlicher werde es, dass die EZB den Energieschock als vorübergehend betrachten könne.

Anleger rechnen inzwischen mit zwei Zinsschritten um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr, womit die Kreditkosten in der Eurozone auf 2,5 % steigen würden – den höchsten Stand seit März 2025. Die Inflation erreichte im April 3 %, und Ökonomen erwarten, dass die für nächste Woche anstehende Schätzung für die gesamte Eurozone auf diesem Niveau bleibt oder darüber liegt. Das mittelfristige Inflationsziel der EZB bleibt bei 2 %, was es für die Verantwortlichen schwieriger macht, das anhaltende Preiswachstum zu ignorieren.

Wachstumsrisiken erschweren die Entscheidung

Die Argumente für höhere Zinsen sind nicht eindeutig. Die französische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal um 0,1 %, da Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen nachließen – was die Sorge verstärkt, dass eine straffere Geldpolitik die Abschwächung vertiefen könnte. Italien sendete ein anderes Signal: Das Wachstum im ersten Quartal wurde nach oben revidiert, mit Verbesserungen bei Konsum, Investitionen und Handel.

Diese Spaltung stellt die EZB vor ein bekanntes Dilemma: Die Inflation ist weiterhin zu hoch, aber das Wachstum ist uneinheitlich. Die zentrale Frage ist, ob die höheren Energiekosten bereits Zweitrundeneffekte bei Löhnen, Dienstleistungen und Unternehmenspreisen auslösen. Sollte der Inflationsbericht der Eurozone nächste Woche bestätigen, dass sich der Druck ausweitet, könnte die Juni-Sitzung eine klare Wende zurück zu einer strafferen Geldpolitik markieren.

Außerdem berichteten wir, dass die EZB den Kampf gegen die Inflation gegen Wachstumsrisiken abwägt.

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