Ölpreis sinkt, da US-Iran-Deal Hoffnungen auf Hormus-Wiedereröffnung weckt
Der Ölpreis weitete seine Verluste aus, da Händler ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran gegen die schwierige Wiedereröffnung der Straße von Hormus abwägten. Diplomatie kann einen Teil der Kriegsprämie vom Rohöl nehmen, aber nicht die physischen Risiken beseitigen, die durch monatelange Unterbrechungen entstanden sind.
Höhepunkte
- Die Ölpreise fielen, da Händler eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus einpreisten.
- Ein 60-tägiger Waffenstillstand könnte die Versorgungsrisiken mindern, doch das endgültige Abkommen bleibt ungewiss.
- Die schwache chinesische Nachfrage und knappe US-Reserven prägen weiterhin den Marktdruck.
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Ein fragiler diplomatischer Abschlag
Brent-Rohöl notierte im frühen Dienstagshandel bei fast 82,7 $ pro Barrel, ein Minus von 0,7 %, während West Texas Intermediate auf etwa 80,5 $ abrutschte. Dies folgte auf einen Rückgang von fast 5 % am Montag, als Hoffnungen auf einen Deal die Ölpreise auf den niedrigsten Schlussstand seit dem 4. März drückten, wie Reuters berichtete.
Die vorläufige Vereinbarung soll den Waffenstillstand um 60 Tage verlängern und einen Weg zur Wiedereröffnung von Hormus ebnen, durch das vor dem Konflikt täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Produkte transportiert wurden. Präsident Donald Trump erklärte, ein Memorandum sei unterzeichnet worden, während der iranische Präsident Masoud Pezeshkian den Pakt als wichtigen Schritt bezeichnete, aber betonte, dass ein endgültiger Waffenstillstand noch nicht zustande gekommen sei.
Physische Märkte wirken weiterhin angespannt
Für Händler bleibt die ungeklärte Frage, wie schnell die Fässer bewegt werden können. Analysten erwarten, dass es Wochen dauern wird, bis sich der Tankerverkehr normalisiert. Morgan Stanley schätzt, dass die Hälfte der Produktionsausfälle bis September und 80 % bis Dezember zurückkehren könnten.
Schwächere Signale am physischen Markt drücken die Preise ebenfalls nach unten. Hohe US-Exporte und eine schwache chinesische Nachfrage haben die Unterstützung für Spot-Rohöl verringert, während Chinas Rohölimporte im Mai um 29 % auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren fielen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Nachfragezerstörung durch hohe Preise und gestörte Handelswege den Markt weiterhin belastet.
Energiesicherheit bleibt gefährdet
Die Marktreaktion ist von Bedeutung, da Hormus keine gewöhnliche Schifffahrtsstraße ist. Normalerweise fließt hier etwa ein Fünftel der weltweiten Ölströme und etwa ein Viertel des Seehandels mit Öl, wobei nur begrenzte Ausweichrouten zur Verfügung stehen. Selbst eine schrittweise Wiedereröffnung würde Raffinerien, Reedereien und Regierungen vor die Herausforderung stellen, Rückstaus, Sicherheitskontrollen und das angeschlagene Vertrauen zu bewältigen.
Die Lagerbestände stellen einen weiteren Belastungspunkt dar. Die strategische Ölreserve der USA fiel nach einem wöchentlichen Abzug von 8,9 Millionen Barrel auf 340,3 Millionen Barrel, den niedrigsten Stand seit 1983. Damit verfügt Washington über weniger Notfallpuffer, falls der Waffenstillstand scheitert oder die Wiedereröffnung langsamer als erwartet verläuft. Für Verbraucher und Zentralbanken bietet billigeres Rohöl eine gewisse Entlastung, aber der Weg von niedrigeren Futures-Preisen zu niedrigeren Kraftstoffkosten hängt von der tatsächlichen Rückkehr der Barrel ab.
Wir berichteten bereits über fallende Ölpreise nach der Bekanntgabe des Abkommens zwischen den USA und dem Iran.
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