LME führt an Shanghai gekoppelte Stahl-Futures ein
Die London Metal Exchange plant die Einführung eines Stahl-Futures-Kontrakts, der an die Preise in Shanghai gekoppelt ist. Dies bietet globalen Investoren eine neue Möglichkeit, am chinesischen Benchmark-Stahlmarkt zu partizipieren. Der Schritt ist ein weiterer Meilenstein in Chinas Bestreben, seine Rohstoffmärkte zu öffnen und den Einfluss der heimischen Preisbildung über die Landesgrenzen hinaus auszuweiten.
Höhepunkte
- Die LME plant, im Oktober einen Futures-Kontrakt für Warmbreitband einzuführen.
- Der Kontrakt wird gegen den monatlichen US-Dollar-HRC-Preis der SHFE abgerechnet.
- China ist der größte Produzent und Verbraucher von Warmbreitband.
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Londoner Kontrakt, Shanghai-Benchmark
Die LME gab bekannt, dass sie im Oktober einen Future auf Warmbreitband (Hot-Rolled Coil, HRC) einführen wird, der gegen den monatlichen US-Dollar-HRC-Preis der Shanghai Futures Exchange abgerechnet wird. Laut Bloomberg soll das bar abgerechnete Produkt Unternehmen und Investoren außerhalb Chinas einen einfacheren Zugang zu einem der weltweit aktivsten Stahlkontrakte ermöglichen und dabei die etablierte Handelsinfrastruktur der LME nutzen.
Warmbreitband ist ein Flachstahlprodukt, das im Bauwesen, in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, im Rohrleitungsbau und im Schiffbau verwendet wird. Die Shanghai Futures Exchange beschreibt HRC als ein Produkt aus Stahlbrammen, die erhitzt und zu breiten Bändern gewalzt werden, geschätzt für Festigkeit, Zähigkeit und Schweißbarkeit.
Der Kontrakt vertieft zudem die Zusammenarbeit zwischen LME und SHFE zu einer Zeit, in der China versucht, seine Rohstoffmärkte für ausländische Teilnehmer zugänglicher zu machen. Im April erlaubte die SHFE qualifizierten ausländischen Investoren den Handel mit Nickel-Futures und weitete damit eine Internationalisierungsoffensive aus, die Pekings übergeordnetes Ziel unterstützt, chinesischen Preisen eine größere Rolle bei globalen Rohstoff-Benchmarks zu verschaffen.
China treibt Preiseinfluss nach außen
China ist der weltweit größte Produzent und Verbraucher von Warmbreitband, was die Preise in Shanghai zu einem wichtigen Referenzpunkt für Stahlhersteller, Händler, Fabrikanten und Bauunternehmen macht. Historisch gesehen wurden viele globale Rohstoff-Benchmarks in London, New York und Singapur gebildet. Chinas Strategie besteht darin, mehr internationale Beteiligung in die heimischen Märkte zu bringen und gleichzeitig globale Firmen zu ermutigen, chinesische Referenzpreise zu nutzen.
Der LME-Kontrakt bietet dieser Strategie einen praktischen Kanal. Ausländische Nutzer müssen nicht direkt auf dem chinesischen Festland handeln, um ein Exposure gegenüber der Shanghai-HRC-Preisbildung zu erhalten. Stattdessen können sie ein bar abgerechnetes LME-Produkt nutzen, das an den SHFE-Preis gekoppelt ist.
Ein neues Glied in der Stahl-Absicherung
Für Industrieunternehmen könnte der Kontrakt die Absicherung gegen von China getriebene Stahlpreisbewegungen vereinfachen. HRC-Preise sind in den Lieferketten von Automobilen, Maschinen, Infrastruktur und Energieanlagen von Bedeutung, sodass ein einfacherer Zugang zur Preisbildung in Shanghai globalen Firmen helfen kann, Kosten zu managen.
Auch für die Börsen ist der Deal strategisch. Die LME stärkt ihre Rolle in den Eisenmetallmärkten, während die SHFE ein breiteres internationales Publikum für eine in China ansässige Benchmark gewinnt. Der neue Kontrakt wird bestehende Stahlreferenzen vielleicht nicht sofort verdrängen, bietet globalen Investoren aber einen klareren Weg, das Preissignal des weltweit dominierenden Stahlmarktes zu handeln.
Zuvor wurde berichtet, dass die London Metal Exchange die EU-Lagerhausregeln für russisches Kupfer und Kobalt verschärft.
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