Deutschlands Dienstleistungspreise steigen im ersten Quartal 2026 um 2,4 %
Zum Jahresbeginn 2026 erhöhen sich die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland spürbar, da viele Anbieter gestiegene Kosten für Energie, Personal und Material weitergeben. Gegenüber dem Vorquartal legt der Index um 1,2 % zu, während sich die Entwicklung je nach Branche deutlich unterscheidet.
Höhepunkte
- Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland steigen im ersten Quartal 2026 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal, getrieben durch Verwaltungs-, Reinigungs- und freiberufliche Leistungen.
- Besonders stark steigen die Preise für Rechnungswesen mit 6,2 %, Rechtsberatung mit 4,2 % und Immobilienverwaltung mit 4,3 % infolge höherer Gebühren und Verwaltungskosten.
- Im Verkehrs- und Logistiksektor fallen die Preise für See- und Küstenschifffahrt um 9,1 % und Seespeditionen um 12,1 %, während Lager- und Straßengüterverkehrspreise moderat zulegen.
Preisanstieg zu Jahresbeginn in mehreren Dienstleistungsbranchen
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, liegen die Erzeugerpreise für Dienstleistungen im ersten Quartal 2026 um 2,4 % über dem Vorjahresquartal. Im Vergleich zum vierten Quartal 2025 ergibt sich ein Anstieg von 1,2 %.Besonders deutlich steigen die Preise im Bereich Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen mit 3,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Reinigungsleistungen verteuern sich um 3,8 %, bei der befristeten Überlassung von Arbeitskräften beträgt das Plus 3,1 %, was unter anderem auf höhere Tariflöhne und sonstige Betriebskosten seit Jahresbeginn zurückgeführt wird.
Auch freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen legen mit 2,6 % zu. Die stärksten Anstiege verzeichnen Dienstleistungen des Rechnungswesens mit 6,2 % und Rechtsberatungsleistungen mit 4,2 %, nachdem Mitte 2025 neue Vergütungsordnungen mit höheren Gebühren für Rechts- und Steuerberatungsberufe in Kraft getreten sind.
Im Grundstücks- und Wohnungswesen steigen die Preise um 2,5 %. Während sich Mieten für Wohn- und Gewerbeimmobilien um 1,8 % erhöhen, klettern die Preise für Vermittlung und Verwaltung von Immobilien um 4,3 %, gestützt durch höhere Verwaltungskosten und vertraglich vereinbarte Anpassungen an Preisindizes.
Im Bereich Information und Kommunikation ergibt sich ein moderater Zuwachs von 1,8 %. Leitungsgebundene Telekommunikation steigt um 1,6 %, drahtlose Telekommunikation um 1,0 %, Software und Softwarelizenzen um 1,3 % sowie IT-Beratung und Support um 0,9 %.
Verkehr und Logistik entwickeln sich uneinheitlich
Im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei steigen die Preise insgesamt nur leicht um 0,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Destatis weist darauf hin, dass gestiegene Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus im ersten Quartal 2026 noch nicht sichtbar auf diesen Bereich durchschlagen, weil die ersten beiden Monate des Quartals noch nicht von dem Konflikt betroffen sind.Innerhalb des Sektors zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Lagerung und lagereiverwandte Dienstleistungen verteuern sich um 3,2 %, der Straßengüterkraftverkehr um 2,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal und um 1,5 % gegenüber dem Vorquartal, was Unternehmen ebenfalls mit höheren Energie- und Personalkosten begründen.
Dagegen sinken die Preise für die Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt um 9,1 % gegenüber dem ersten Quartal 2025. Wegen anhaltender Überkapazitäten bei schwacher Nachfrage gehen auch die Preise für Seespeditionen um 12,1 % zurück, wodurch Speditionsleistungen insgesamt ein Minus von 0,7 % verzeichnen.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich der Kostendruck in vielen inländischen Dienstleistungssegmenten weiter in höheren Preisen niederschlägt, während international geprägte Transportmärkte stärker von Nachfrageflauten und Überkapazitäten beeinflusst bleiben.
In unserem früheren Artikel zur geplanten Entsendung deutscher Marineschiffe in die Straße von Hormus haben wir berichtet, dass der Bundestag den Einsatz wegen erheblicher Vorbehalte aus den Fraktionen verzögert. Im Fokus standen dabei offene Fragen zum völkerrechtlichen Mandat, ein klar defensiver Auftrag sowie Sicherheitsbedenken für die Soldaten – Faktoren, die auch für die Einschätzung von Risiken rund um Energiepreise und Transportkosten relevant sind.
- Forex
- Crypto