Volkswagen plant laut Bericht radikalen Konzernumbau mit bis zu 100.000 Stellenstreichungen
Bei Volkswagen zeichnet sich ein deutlich schärferes Sanierungsprogramm ab, das den Konzern in den kommenden Jahren weltweit tiefgreifend verändern soll. Neben einem möglichen Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen stehen laut dem Bericht auch Werksstrukturen in Deutschland und die künftige Aufstellung einzelner Konzernteile auf dem Prüfstand.
Das Wichtigste
- Volkswagen plant laut Insider-Bericht einen weltweiten Abbau von bis zu 100.000 Stellen, doppelt so viele wie bislang vorgesehen.
- Vier Werke, darunter Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk Neckarsulm, könnten mittelfristig geschlossen werden, mit erheblichen Auswirkungen auf deutsche Industrieregionen.
- Der Konzern prüft eine Herauslösung der Kernmarke Volkswagen und der Komponententochter aus dem Konzernverbund, um eigenständige Börsengänge zu ermöglichen.
Sanierungsplan mit Stellenabbau und Werksrisiken
Wie das Manager Magazin unter Berufung auf Insider berichtet, hat Vorstandschef Oliver Blume seine Pläne für ein Sanierungskonzept bereits dem Vorstand vorgestellt. Demnach will Volkswagen in den nächsten Jahren weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze abbauen, was eine Verdopplung des bisherigen Abbauziels wäre; aktuell beschäftigt der Konzern rund 657.000 Mitarbeiter.Wie sich die genannte Zahl genau zusammensetzt, bleibt dem Bericht zufolge offen. Ein weiterer Insider sagt dem Magazin, in dem zentralen Papier stehe bewusst keine eindeutige Zahl, die Radikalität des Vorhabens sei dennoch beispiellos.
Zusätzlich könnten mittelfristig vier Werke geschlossen werden. Genannt werden die Standorte Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm, wo die Produktion mit dem Auslaufen der derzeit gefertigten Modelle enden könnte.
Folgen für Deutschlands Autoindustrie
Besonders relevant wäre ein solcher Schritt für mehrere Industrieregionen. In Zwickau werden derzeit Elektroautos wie der ID.3 und der Cupra Born gebaut, in Emden laufen die Modelle ID.4 und ID.7 vom Band, während Hannover die Nutzfahrzeugsparte betrifft.Darüber hinaus soll der Konzern laut Bericht grundlegend neu geordnet werden. Die Kernmarke Volkswagen und die Komponententochter könnten aus dem bisherigen Konzernverbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften eingebracht werden, was einzelne Börsengänge erleichtern würde und auf einen weitreichenden Umbau des Unternehmensmodells hindeutet.
In unserem früheren Artikel zum Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Schiffsmotoren-Tochter Everllence an Bain Capital haben wir erläutert, wie Volkswagen mit der 7,4-Milliarden-Euro-Transaktion sein Portfolio strafft und Kapital für die Transformation freisetzen will. Gleichzeitig wurde betont, dass die Aktie trotz des Deal-Impulses technisch weiter unter Druck steht und wichtige Widerstände erst überwunden werden müssten, um eine nachhaltige Erholung zu signalisieren.
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