WTI-Rohöl springt über $61, da die US-Sanktionen gegen Russland Versorgungsängste schüren
Rohöl der Sorte WTI stieg am Donnerstag um mehr als 3 % und überschritt die Marke von 61 $ pro Barrel, nachdem die US-Regierung weitreichende Sanktionen gegen Russlands führende Ölexporteure angekündigt hatte. Dieser Schritt, der sich gegen die staatlichen Giganten Rosneft und Lukoil richtete, schürte erneut die weltweiten Versorgungsängste und ließ die Preise auf den höchsten Stand seit zwei Wochen steigen.
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Höhepunkte
- WTI-Rohöl steigt um über 3 % und erreicht angesichts der umfassenden US-Sanktionen gegen Russland wieder die Marke von 61 $.
- Händler beobachten den Widerstand bei 63-65 $ auf Anzeichen für einen Ausbruch.
- Angebotsängste wiegen die Nachfragesorgen auf, da die OPEC+ weiterhin auf der Hut ist.
Das jüngste Sanktionspaket aus Washington zielt direkt auf fast die Hälfte der russischen Ölexportkapazitäten ab - rund 2,2 Millionen Barrel pro Tag - und stellt einen der schwerwiegendsten Schritte in der Druckkampagne der USA wegen des Krieges in der Ukraine dar. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor sind ein entscheidender Teil des Moskauer Haushalts, und Analysten warnen, dass die Maßnahmen die Versorgung der Weltmärkte erheblich stören könnten.
Präsident Donald Trump bestätigte im Anschluss an die Ankündigung, dass er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über russische Rohölimporte sprechen wolle, während er gleichzeitig darauf hinwies, dass Indien seine Käufe bereits reduziert habe. Die Europäische Union hat mit der Verabschiedung ihres 19. Sanktionspakets, das unter anderem ein vollständiges Verbot russischer LNG-Importe vorsieht, weiteren Nachdruck verliehen. Insgesamt haben die Maßnahmen auf den Energiemärkten eine "Angebotsschock-Prämie" ausgelöst, die die Preise in die Höhe treibt, da die Händler von einer knapperen Verfügbarkeit in der Winterzeit ausgehen.
Die geopolitische Eskalation kommt zu einer Zeit, in der die Lagerbestände in den wichtigsten Verbrauchsregionen relativ niedrig sind, was die Auswirkungen jeglicher Unterbrechung noch verstärkt. Während die Risiken auf der Angebotsseite die Schlagzeilen beherrschen, beobachten Händler auch, wie China und Indien auf die neuen Beschränkungen reagieren - Entwicklungen, die darüber entscheiden könnten, ob die aktuelle Erholung bis in den November hinein anhält.
Technischer Aufschwung nach Tiefstständen
Aus technischer Sicht erholte sich WTI-Rohöl deutlich von der 55-56 $-Marke, die die Preise im vergangenen Jahr gestützt hat. Am Donnerstag stieg der Rohölpreis deutlich über den exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 60,08 $ und signalisierte damit eine Verbesserung der kurzfristigen Struktur.

Dynamik des WTI-Rohölpreises (Quelle: TradingView)
Der nächste wichtige Test liegt in der Zone zwischen 63,30 und 63,80 $, wo die 50- und 100-Tage-EMAs zusammenlaufen. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Niveaus würde eine Umkehr des jüngsten Abwärtstrends bestätigen, wobei der 200-Tage-EMA bei 65,50 $ die nächste kritische Schwelle darstellt. Ein Schlusskurs über dieser Marke könnte einen Weg in Richtung 70-72 $ eröffnen. Auf der Abwärtsseite fungiert die 60 $-Marke als kurzfristige Unterstützung, gefolgt von der 56 $-Marke, die für die Bullen die Haltelinie im Sand darstellt.
Die Momentum-Indikatoren sind nach wochenlangem Rückgang wieder aufwärts gerichtet. Der RSI hat den zinsbullischen Bereich durchquert, und das Volumen hat sich im Zuge der Erholung ausgeweitet, was die Ansicht bestärkt, dass sich das kurzfristige Momentum zugunsten der Käufer verschieben könnte.
Ausblick: Kritischer Test steht bevor
Wie bereits erwähnt, hängen die längerfristigen Aussichten für Rohöl der Sorte WTI davon ab, ob der Preisanstieg oberhalb der Spanne von 63-65 $ aufrechterhalten werden kann. Die Kombination aus neuen Sanktionen, einer veränderten Produktionsdynamik der OPEC+ und der anhaltenden Unsicherheit im Welthandel sorgt weiterhin für Volatilität.
Sollte die derzeitige Rallye die wichtigsten Widerstände überwinden, könnte sich eine strukturelle Verschiebung hin zu einer höheren Handelsspanne auf dem Weg in den Winternachfragezyklus ergeben. Gelingt es jedoch nicht, die Obergrenze von 63 $ zu durchbrechen, könnten die Preise innerhalb des breiteren Korridors von 55-65 $ gefangen bleiben, wobei die Stimmung von der Geschwindigkeit der russischen Lieferunterbrechungen und den makroökonomischen Nachfragesignalen aus China und den USA bestimmt wird.
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