EUR/USD hält sich in der Nähe von $1,163, da EZB-Entscheidung und Fed-Dynamik die Bühne für die nächste Bewegung bereiten
Der Euro wurde am Donnerstag in der Nähe von 1,163 gegenüber dem US-Dollar gehandelt und konnte nach einem kurzzeitigen Auftrieb durch das Treffen zwischen Trump und China und einem schwächeren Dollar leichte Gewinne verzeichnen. Während das Gipfeltreffen kein endgültiges Handelsabkommen hervorbrachte, trugen die Senkung der US-Zölle auf chinesische Importe von 57% auf 47% und die Zusicherungen bezüglich der Exporte seltener Erden zur Aufhellung der allgemeinen Marktstimmung bei.
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Höhepunkte
- EUR/USD hält sich in der Nähe von 1,163, da der Dollar nach dem Treffen zwischen Trump und China nach unten korrigiert.
- Händler warten vor der EZB-Ankündigung auf die Daten zum BIP der Eurozone und zum deutschen HVPI.
- Die technische Grafik zeigt Widerstand bei 1,1685, mit Abwärtsrisiko in Richtung 1,154.
Dennoch bleiben Händler in Erwartung der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank und der anstehenden Daten aus der Eurozone, die die nächste Etappe für diese Paarung bestimmen könnten, vorsichtig.
Technisches Bild zeigt fragilen Aufschwung
Auf der 4-Stunden-Chart handelt EUR/USD weiterhin unterhalb seiner absteigenden Trendlinie von den September-Höchstständen, einer Struktur, die Aufwärtsbewegungen durchweg begrenzt hat. Das Paar bleibt unter dem 0,382 Fibonacci-Retracement bei 1,1684 gefangen, während eine Gruppe von EMAs - die 20-, 50- und 100-Perioden-EMAs - zwischen 1,1632 und 1,1642 als unmittelbarer Widerstand wirkt.

EUR/USD-Kursdynamik (Quelle: TradingView)
Das 0,236-Retracement bei 1,1628 ist jetzt eine wichtige Marke. Ein Schlusskurs unter diesem Punkt würde erneuten Abwärtsdruck signalisieren und den Oktoberboden bei 1,154 freilegen. Ein erfolgreicher Durchbruch über 1,1685 würde jedoch das Momentum in Richtung 1,177 und 1,1835 verlagern, was mit den 0,618 bzw. 0,786 Fibonacci-Retracements übereinstimmt.
Die Momentum-Werte zeigen, dass sich der Markt in einem Wartezustand befindet. Der RSI liegt knapp unter der neutralen 50er-Linie, was die Unentschlossenheit der Händler widerspiegelt, die vor wichtigen Ankündigungen der Zentralbanken und Makrodaten zögern, sich zu engagieren. Ähnliche RSI-Analysen zu Beginn dieses Monats gingen kurzlebigen Erholungen voraus, was darauf hindeutet, dass die Käufer aktiv sind, aber nicht dominieren.
Makrofaktoren werden die Volatilität bestimmen
Es wird allgemein erwartet, dass die EZB den Zinssatz ihrer Einlagefazilität bei 2 % belässt. Der Ton, den EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz nach der Sitzung anschlägt, wird wahrscheinlich die kurzfristige Richtung des Euro bestimmen. Jedes Eingeständnis anhaltender Inflationssorgen oder eines langsameren Wachstums könnte die vorsichtige Haltung der EZB verstärken und die Währung belasten.
Parallel dazu werden vorläufige Daten zum BIP der Eurozone und zum deutschen HVPI erwartet, die ein kurzfristiges Barometer für die Gesundheit der Region darstellen. Ein stärkeres Ergebnis könnte einen Teil der dovishen Tendenz der EZB ausgleichen, wenngleich ein Verfehlen der Daten die Abwärtsrisiken für den Euro verstärken würde.
Auf der anderen Seite des Atlantiks hat die Senkung des Leitzinses durch die Federal Reserve zu Beginn dieser Woche um 25 Basispunkte die Stärke des Dollars vorübergehend gebremst. Das Zögern des Vorsitzenden Powell, im Dezember eine weitere Zinssenkung vorzunehmen, stützt jedoch weiterhin den Grundton des Dollars. Der US-Dollar-Index verharrt in der Nähe von 99, was den Spielraum für eine anhaltende EUR/USD-Erholung ohne neue positive Katalysatoren aus Europa begrenzt.
Ausblick
Kurzfristig befindet sich EUR/USD an einer wichtigen technischen Kreuzung zwischen der Unterstützung bei 1,1628 und dem Widerstand der absteigenden Trendlinie bei 1,1685. Ein entscheidender Schlusskurs über 1,1659 könnte den Weg in Richtung 1,17-1,177 öffnen, während ein Scheitern über 1,1620 einen Rückzug in Richtung 1,154-1,156 auslösen könnte.
Wie bereits erwähnt, wird der Kursverlauf des Euro weniger von der inländischen Dynamik als vielmehr von der Stimmung im Dollar und den politischen Divergenzen bestimmt. Da sowohl die Fed- als auch die EZB-Sitzungen nun mit wichtigen Datenveröffentlichungen zusammenfallen, sollten sich Händler bis zum Ende der Woche auf eine erhöhte Volatilität einstellen.
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