Rosenheimer Zoll geht gegen mutmaßliches Einschleusen von Arbeitskräften vor
Ein umfangreiches Ermittlungsverfahren gegen den Betreiber mehrerer Gaststätten in Rosenheim und Umgebung führt zu groß angelegten Durchsuchungen in Restaurants, Unterkünften und Privatwohnungen. Die Maßnahme erfasst insgesamt 16 Objekte und mündet in Festnahmen, Kontopfändungen und der Sicherstellung von Beweismitteln.
Das Wichtigste
- Am 16. Oktober 2026 durchsucht der Rosenheimer Zoll 16 Objekte, darunter sieben Restaurants, wegen Verdachts des illegalen Einschleusens ausländischer Arbeitskräfte.
- Über 200 Einsatzkräfte sichern im Rahmen der Maßnahme Beweise und pfänden sämtliche Geschäftskonten der Beschuldigten zum Schutz der Sozialversicherungsträger.
- Sechs verdächtige Arbeitskräfte werden festgenommen und am 19. Oktober die Hauptbeschuldigte verhaftet, alle befinden sich in Untersuchungshaft.
Ermittlungen gegen Gastronomiebetriebe in Rosenheim
Wie Zoll unter Berufung auf den Zoll mitteilt, führt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Rosenheim vergangenen Freitagabend, dem 16. Oktober 2026, zeitgleiche Durchsuchungen in sieben Restaurants, sieben Arbeitnehmerunterkünften und zwei Privatwohnungen durch. Die Aktion erfolgt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Traunstein im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen den Prokuristen mehrerer Gaststätten wegen des Verdachts des illegalen Einschleusens ausländischer Arbeitskräfte sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.Die Maßnahme richtet sich zudem gegen sechs weitere Personen, gegen die Verfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Aufenthalts anhängig sind. Für den Einsatz werden nach Angaben der Behörden mehr als 200 Kräfte mobilisiert, darunter Einheiten der Hauptzollämter Rosenheim, München und Landshut sowie Unterstützungskräfte der Landes- und Bundespolizei.
Festnahmen, Kontopfändungen und Folgen für die Branche
Der hohe Personaleinsatz steht im Zusammenhang mit den zeitgleichen Durchsuchungen in 16 Objekten, die den Ermittlungserfolg absichern sollen. Nach dem Einsatz stellen die Behörden Beweismittel sicher und pfänden sämtliche Geschäftskonten der Beschuldigten, um den entstandenen Schaden für die Sozialversicherungsträger abzusichern.Sechs Arbeitskräfte werden wegen des Verdachts des unerlaubten Aufenthalts festgenommen und befinden sich nun in Untersuchungshaft. Am 19. Oktober 2026 wird zudem die Hauptbeschuldigte verhaftet, die sich inzwischen ebenfalls in Untersuchungshaft befindet.
In unserem früheren Beitrag zur Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) haben wir beleuchtet, wie die Fraktion Die Linke von der Bundesregierung detaillierte Angaben zur Prüfdichte und Personalausstattung der FKS für die Jahre 2015 bis 2026 einfordert. Im Fokus stand dabei, welchen Einfluss vollständig besetzte Planstellen auf zusätzliche Arbeitgeberprüfungen und damit auf die Durchsetzungsfähigkeit der Arbeitsmarktaufsicht haben könnten.
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