Deutschland adressiert Chinas Überproduktion bei Wirtschaftsreise nach Peking

Deutschland adressiert Chinas Überproduktion bei Wirtschaftsreise nach Peking
Deutschland fordert Fairness in China

Vor dem Hintergrund wachsender Handelsspannungen reist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach Peking, wo sie mit einer Delegation aus rund 40 Unternehmenschefs faire Wettbewerbsbedingungen einfordert. Die Reise fällt in eine Phase, in der chinesische Überkapazitäten nach Darstellung aus Deutschland und Europa den Preisdruck in Industriezweigen wie Elektroautos, Batterien und Robotik verschärfen.

Höhepunkte

  • Das Handelsvolumen zwischen China und Deutschland beträgt 250 Milliarden Euro, wobei rund 5.000 deutsche Unternehmen in China aktiv sind.
  • Deutschland adressiert bei der Peking-Reise die chinesische Überproduktion, die insbesondere bei Elektroautos, Batterien und Robotern den Preisdruck auf heimische Unternehmen erhöht.
  • Spanien, Frankreich, Italien und die Niederlande fordern härtere EU-Handelsmaßnahmen, während Deutschland das Kommuniqué wegen Zeitmangels nicht unterzeichnete.

Reise nach Peking unter wachsendem Handelsdruck

Wie BILD berichtet, wird Reiche am Mittwochmorgen in Peking erwartet und will das Thema chinesischer Überproduktion nach eigenen Worten "mit Respekt und Selbstbewusstsein" ansprechen. China ist für Deutschland der wichtigste Warenhandelspartner, das Handelsvolumen liegt dem Bericht zufolge bei 250 Milliarden Euro, rund 5.000 deutsche Unternehmen sind dort aktiv.

Im Mittelpunkt der Reise steht die Sorge, dass chinesische Fabriken deutlich mehr produzieren, als der heimische Markt aufnehmen kann, und diese Waren dann verstärkt auf den Weltmarkt gelangen. Genannt werden dabei unter anderem Elektroautos, Batterien und Roboter, deren Export den Preisdruck auch auf dem deutschen Markt erhöht und Unternehmen belastet.

Fehlende EU-Linie erhöht den politischen Druck

Parallel zu Reiches Abreise veröffentlichen Spanien, Frankreich, Italien und die Niederlande ein Kommuniqué, in dem sie auf härtere Handelsmaßnahmen zum Schutz der europäischen Industrie vor unfairen Handelspraktiken drängen. Nach diesem Tenor hat Europa zwischen 2019 und 2025 bereits eine Million Arbeitsplätze durch die aggressive Ausfuhr subventionierter Produkte aus China verloren.

Deutschland gehört nicht zu den Unterzeichnern. Aus Ministeriumskreisen heißt es laut dem Bericht, das Papier sei erst in der vergangenen Woche auf Fachebene mit kurzer Frist zur Unterstützung übermittelt worden, eine Prüfung und Positionierung der Bundesregierung sei in dieser Zeit nicht möglich gewesen.

Aus Brüsseler Sicht stößt ein solcher Alleingang auf Kritik. Der langjährige EU-Abgeordnete und Wirtschaftsexperte Markus Ferber sagt, Europa werde gegenüber Drittstaaten nur dann ernst genommen, wenn es mit einer Stimme auftrete; der europäische Weg solle auf der strengen Einhaltung von Umwelt-, Verbraucher- und Wettbewerbsstandards beruhen.

In unserem früheren Artikel zur Palantir-Aktie (PLTR) haben wir beleuchtet, dass trotz starkem Umsatzwachstum und solider Quartalszahlen der Kurs unter wichtigen gleitenden Durchschnitten blieb und damit weiter unter Abwärtsdruck stand. Zusätzlich sorgten ein größerer Insiderverkauf sowie zunehmender Wettbewerb im Bereich Enterprise-AI für Vorsicht, während zentrale Unterstützungs- und Widerstandsmarken als kurzfristig entscheidend galten.

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