Chinas Kürzungen der Rohölimporte helfen, die Ölpreise unter 100 $ zu deckeln
Chinas deutlicher Rückgang der Rohölimporte hat dazu beigetragen, die Ölpreise unter 100 $ pro Barrel zu halten, selbst als der Krieg zwischen den USA und dem Iran einen der weltweit wichtigsten Energiekorridore unterbrach. Analysten sagen, dass dieser Puffer wahrscheinlich nicht ewig halten wird, da die Lagerbestände abgebaut werden und der Markt beginnt, die Kosten für den Wiederaufbau der Reserven einzupreisen.
Höhepunkte
- China senkte die Rohölimporte um fast 3 Millionen Barrel pro Tag und half so, den Ölpreis unter 100 $ zu deckeln.
- J.P. Morgan sagt, dass China für etwa 74 % des Rückgangs der weltweiten Rohölimporte verantwortlich war.
- Societe Generale warnt, dass die Preise steigen müssen, wenn die Lagerbestände erschöpft sind.
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Laut CNBC hat der Nahostkonflikt nun seinen 100. Tag erreicht, doch der befürchtete Anstieg in Richtung 200 $ pro Barrel ist nicht eingetreten. Das weltweite Ölangebot ist seit Beginn der Feindseligkeiten am 28. Februar um etwa 14 % gesunken, hauptsächlich aufgrund von Störungen in der Straße von Hormus, der schmalen Wasserstraße zwischen dem Iran und dem Oman, über die etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen auf dem Seeweg transportiert wird.
China wird zum Überdruckventil
Marktstrategen weisen auf China als einen der Hauptgründe hin, warum der Ölschock eingedämmt werden konnte. Peking senkte die Rohölimporte von 11,7 Millionen Barrel pro Tag im Februar auf knapp unter 9 Millionen Barrel pro Tag bis Ende Mai – ein Rückgang von fast 3 Millionen Barrel pro Tag. Analysten von J.P. Morgan erklärten, dass China für etwa 74 % des Rückgangs der weltweiten Rohölimporte verantwortlich war, ein unverhältnismäßig hoher Anteil, der dazu beitrug, die Märkte ruhiger zu halten als erwartet.
Analysten der Societe Generale bezeichneten Chinas Reduzierung als einen der größten Ausgleiche für den Angebotsschock, der nur noch von den Bemühungen Saudi-Arabiens zur Umleitung der Ströme übertroffen wurde. Sie sagten, sie sei größer als die koordinierten Freigaben strategischer Reserven durch die USA, Europa und Japan.
Die Reduzierung spiegelt sowohl eine schwächere Raffinerieaktivität als auch tiefere strukturelle Veränderungen im chinesischen Energiesystem wider. Analysten von GlobalData TS Lombard sagten, dass Chinas schnelle Elektrifizierung von Transport und Energieerzeugung seit 2022 das Land näher an einen Energieüberschuss gebracht hat. Offizielle und quasi-offizielle Rohölvorräte haben Peking ebenfalls geholfen, die Störungen zu absorbieren, ohne aggressiv auf importierte Barrel zu bieten.
Neue Angriffe beleben die Risikoprämie
Am Montag stieg Brent-Rohöl über 97 $ pro Barrel, nachdem Israel und der Iran Raketenangriffe ausgetauscht hatten, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) auf 95 $ pro Barrel kletterte. Die Bewegung zeigte, wie schnell geopolitische Risiken wieder in die Preise einfließen können, wenn sich der Konflikt ausweitet.
Analysten sind geteilter Meinung darüber, wie es weitergeht. J.P. Morgan erwartet eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus im Juni, wodurch Brent für den Rest des Jahres 2026 bei etwa 100 $ bleiben würde. Sollte die Sperrung länger andauern, schätzt die Bank, dass die Preise im dritten Quartal um zusätzliche 5 $ und im vierten Quartal um 15 $ steigen könnten, da die Lagerbestände schneller zur Neige gehen.
Fitch vertritt eine mildere Ansicht und argumentiert, dass eine Wiedereröffnung Ende Juli Brent ab September deutlich nach unten in Richtung eines Durchschnitts von 70 $ schicken könnte, da der aktuelle Anstieg eher einen vorübergehenden logistischen Schock als einen dauerhaften Produktionsausfall widerspiegelt.
Die Rechnung für die Lagerbestände wird fällig
Societe Generale argumentiert, dass der Markt dennoch höhere Preise benötigen wird, da strategische Reserven wieder aufgebaut werden müssen und neues Angebot stärkere Renditen erfordert.
Ein Rückgang des Angebots um 14 % hat die Preise um etwa 30 % steigen lassen, teilweise weil China einen erheblichen Teil der Anpassung absorbiert hat. Das macht den aktuellen Markt stabiler, aber auch abhängiger von temporären Puffern.
Wir berichteten auch, dass Öl über 97 $ steigt, nach dem erneuten Austausch von Angriffen zwischen Israel und dem Iran.
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