Das Open Interest von Bitcoin sinkt angesichts einer Liquidationswelle auf 34 Milliarden Dollar.
Der Umstand, dass sich Bitcoin in der vergangenen Woche nicht über 70.000 $ halten konnte, hat die Anleger verunsichert und neue Fragen aufgeworfen, ob die Begeisterung der Institutionen für die größte Kryptowährung der Welt nachlässt. Während sich Aktien in der Nähe von Rekordhöhen bewegen und Gold die psychologische Schwelle von 5.000 $ überschritten hat, ist Bitcoin im vergangenen Monat um etwa 28 % zurückgegangen und hat sich damit deutlich von den traditionellen Risikoanlagen abgesetzt.
Höhepunkte
- Bitcoin ist innerhalb eines Monats um 28% gefallen; das offene Interesse fiel auf 34 Mrd. $ nach 5,2 Mrd. $ an Liquidationen.
- Die Refinanzierungssätze bleiben unter 12 %, während die Optionsschere 22 % erreicht hat, was auf eine Absicherung nach unten hindeutet.
- US-Bitcoin-ETFs haben immer noch ein durchschnittliches Tagesvolumen von 5,4 Mrd. USD, was auf eine stetige institutionelle Nachfrage hindeutet.
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Daten von CoinGlass zeigen, dass das aggregierte offene Interesse an Bitcoin-Futures am Donnerstag auf 34 Mrd. $ gesunken ist, was einem Rückgang von 28 % gegenüber dem Vormonat entspricht und den niedrigsten Stand seit November 2024 markiert. Gemessen in Bitcoin bleibt das offene Interesse jedoch weitgehend unverändert bei etwa 502.450 BTC, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach Hebeln nicht gänzlich zusammengebrochen ist. Analysten weisen darauf hin, dass etwa 5,2 Milliarden Dollar an Zwangsliquidationen in den letzten zwei Wochen erheblich zum Rückgang des offenen Interesses in Dollar beigetragen haben, berichtet Cointelegraph.
Derivate signalisieren Zurückhaltung trotz ETF-Stärke
Die Derivatemärkte spiegeln einen vorsichtigen Ton wider. Die annualisierte Refinanzierungsrate für Bitcoin-Futures liegt seit vier aufeinanderfolgenden Monaten unter der neutralen 12%-Schwelle, was auf einen gedämpften Appetit auf steigende gehebelte Positionen hindeutet. Die Optionsmärkte zeigen sogar noch deutlichere Anzeichen von Risikoaversion. Der 30-Tage-Delta-Skew bei Deribit kletterte am Donnerstag auf 22 % und lag damit weit über der typischen Spanne von -6 % bis +6 %, die eine ausgeglichene Stimmung signalisiert, wobei Verkaufsoptionen mit einem Aufschlag gegenüber Kaufoptionen gehandelt wurden.
Einige Marktbeobachter führen die Schwäche auf die makroökonomische Unsicherheit zurück. Das US-Arbeitsministerium meldete, dass die Wirtschaft im Jahr 2025 nur 181.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, eine schwächere Zahl als zuvor gemeldet. Obwohl das Weiße Haus die Auswirkungen heruntergespielt hat, indem es ein langsameres Bevölkerungswachstum im Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik anführte, sind die Bedenken über die Fragilität des Arbeitsmarktes wieder aufgetaucht. In der Vergangenheit haben wirtschaftliche Schocks starke Bitcoin-Verkäufe ausgelöst, einschließlich des 52%igen Einbruchs am 13. März 2020, als die Angst vor einer Pandemie ihren Höhepunkt erreichte.
Dennoch deuten nicht alle Indikatoren auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage hin. In den USA gelistete börsengehandelte Bitcoin-Fonds haben ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von 5,4 Mrd. USD, ein Wert, der die Vorstellung einer weit verbreiteten Abkehr von professionellen Investoren in Frage stellt. In der Zwischenzeit wird der S&P 500 nur 1 % unter seinem Allzeithoch gehandelt, was auf die Erwartung zurückzuführen ist, dass die US-Notenbank die Zinsen senken könnte, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen abschwächen.
Ein Markt am Scheideweg
Die derzeitige Abkopplung des Bitcoin von Aktien und Gold unterstreicht die Unsicherheit der Anleger. Während die Futures-Positionierung Vorsicht signalisiert, deutet die Aktivität der börsengehandelten Fonds darauf hin, dass die Institutionen weiterhin engagiert sind. Die nächste Richtungsänderung könnte weniger von kryptospezifischen Katalysatoren als vielmehr von der Klarheit über das Wirtschaftswachstum und die Geldpolitik in den USA abhängen.
Warum das wichtig ist
Die Kursentwicklung von Bitcoin ist zunehmend an makroökonomische Erwartungen und nicht an isolierte Krypto-Entwicklungen gebunden. Wenn die Schwäche des Arbeitsmarktes zu Zinssenkungen führt, könnten sich die Liquiditätsbedingungen verbessern, was Risikoanlagen - einschließlich Bitcoin - zugutekommen könnte. Umgekehrt könnte eine anhaltende Ungewissheit die wichtige Unterstützungsmarke von 60.000 US-Dollar testen und die breitere Erzählung für digitale Vermögenswerte im Jahr 2026 prägen.
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