Die Börse Stuttgart fusioniert ihr Kryptogeschäft mit Tradias, um in der EU zu expandieren

Die Börse Stuttgart fusioniert ihr Kryptogeschäft mit Tradias, um in der EU zu expandieren
Krypto-Einheit der Börse Stuttgart fusioniert mit BaFin-lizensiertem Unternehmen Tradias

Der deutsche Börsenbetreiber Boerse Stuttgart Group plant, sein Kryptogeschäft mit dem in Frankfurt ansässigen Handelsunternehmen für digitale Vermögenswerte Tradias zusammenzulegen. Die gemeinsame Plattform wird Banken, Makler und andere Finanzinstitute in ganz Europa bedienen und eine breite Palette von Dienstleistungen anbieten - von Brokerage und Custody bis zur Tokenisierung von Vermögenswerten.

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Das neue Unternehmen wird rund 300 Mitarbeiter unter einem gemeinsamen Managementteam beschäftigen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Die finanziellen Bedingungen der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Bloomberg berichtete, dass Tradias mit etwa 200 Millionen Euro bewertet werden könnte, während das kombinierte Unternehmen mehr als 590 Millionen Dollar wert sein könnte.

Wetten auf den regulierten Markt

Boerse Stuttgart Digital arbeitet im Einklang mit der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) und bietet bereits lizenzierte Handels- und Verwahrungsdienstleistungen für digitale Vermögenswerte an. Im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen eine Verdreifachung des Krypto-Handelsvolumens, während das Krypto-Segment im Jahr 2024 ein Viertel des Gesamtumsatzes der Gruppe ausmachte.

Tradias ist der Digital Asset Arm des Bankhauses Scheich und verfügt über eine BaFin-Banklizenz für den Wertpapierhandel. Zuvor ging das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Euro-Stablecoin-Emittenten EURAU ein, um Handelspaare in seine außerbörsliche Plattform zu integrieren.

Die Stuttgarter Börse erwartet, dass der Zusammenschluss die Konsolidierung des europäischen Kryptomarktes beschleunigt und einen "neuen Champion" im Bereich der digitalen Vermögenswerte schafft.

Warum das wichtig ist

Der Abschluss erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem die MiCA-Vorschriften in der gesamten EU vollständig eingeführt werden. Die Verordnung hat großen traditionellen Finanzakteuren die Tür zum Krypto-Markt geöffnet, indem sie einheitliche Anforderungen für Lizenzierung, Kapital und Anlegerschutz einführt. Banken und Börsen können nun Krypto-Dienstleistungen ohne regulatorische Zersplitterung zwischen den Mitgliedsstaaten anbieten.

Für den Markt bedeutet dies, dass die institutionelle Infrastruktur rund um Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte in Europa in eine neue Phase eintritt. Der Wettbewerb verlagert sich von Start-ups zu großen Börsengruppen und Banken, die auf ein vollständig reguliertes Modell setzen - einschließlich der Verwahrung, des Einsatzes und der Tokenisierung von traditionellen Vermögenswerten.

Wenn der Trend anhält, könnte Europa sein eigenes institutionelles Krypto-Liquiditätszentrum aufbauen, das mit den USA und Asien nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch regulatorische Klarheit und Vertrauen in den Finanzsektor konkurriert.

Wie bereits berichtet, hat Blockchain.com eine MiCA-Lizenz in Malta erhalten und einen Leiter für das EU-Geschäft ernannt.

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