BlackRock und JPMorgan unterstützen britischen Vorstoß in tokenisierte Finanzen
Die britische Regierung überführt ihre Tokenisierungs-Agenda von Strategiepapieren in die Gestaltung von Live-Märkten und bringt führende Banken, Asset Manager und Krypto-Unternehmen in einer neuen Taskforce für den Wholesale-Finanzsektor zusammen. Der erste Test wird eine tokenisierte Repo-Transaktion sein, ein Kernbestandteil der kurzfristigen Refinanzierungsmärkte.
Höhepunkte
- Die britische Taskforce umfasst 54 Finanz- und Krypto-Unternehmen.
- BlackRock, JPMorgan, Coinbase, Circle und Ripple gehören zu den Mitgliedern.
- Der erste Testfall wird eine tokenisierte Repo-Transaktion sein.
- Großbritannien sieht bis 2035 jährliche Zuwächse der Wirtschaftsleistung von bis zu 44 Milliarden US-Dollar.
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Die 54 Unternehmen umfassende Gruppe beinhaltet BlackRock, Goldman Sachs, HSBC, JPMorgan, Morgan Stanley, UBS, Barclays, Citi, State Street, Coinbase, Circle, Ripple und Wintermute, so Bitcoin.com News. Die Arbeit wird unter der Leitung des britischen Wholesale Digital Markets Champion, Chris Woolard, geführt, dessen erster Bericht an den Schatzkanzler eine Roadmap für tokenisierte Wholesale-Märkte skizziert.
Repo wird zum ersten Live-Test
Die Taskforce wird das nächste Jahr damit verbringen, praktische Anwendungsfälle in den britischen Finanzmärkten zu entwickeln. Der erste Fokus liegt auf einer End-to-End-tokenisierten Repo-Transaktion, bei der Wertpapiere gegen Bargeld getauscht und später zurückgekauft werden.
Repo ist ein logischer Ausgangspunkt, da es eng mit der Infrastruktur der Finanzmärkte verknüpft ist. Sicherheitenbewegung, Abwicklungsgeschwindigkeit und Liquidität spielen bei der kurzfristigen Finanzierung eine entscheidende Rolle, und die Tokenisierung könnte dort getestet werden, ohne sofort die breiteren Kapitalmärkte umbauen zu müssen.
Der Bericht fordert Aktionsgruppen in neun Bereichen, wobei eine Orchestrierungsgruppe das Repo-Projekt auf der Blockchain koordiniert. Die Arbeit wird auch Interoperabilität und grenzüberschreitende Tests umfassen – zwei Themen, die bisher oft verhindert haben, dass tokenisierte Marktpiloten über isolierte Versuche hinaus skaliert wurden.
Festverzinsliche Wertpapiere und Derivate folgen als Nächstes
Die Roadmap weist auch auf Tokenisierungs-Anwendungsfälle bei festverzinslichen Wertpapieren und nicht-zentral abgerechneten OTC-Derivaten hin. Sie empfiehlt, auf dem britischen Digital Gilt Instrument, bekannt als DIGIT, aufzubauen, mit einer ersten Pilot-Emission spätestens im ersten Quartal 2027.
Damit rücken Staatsanleihen, Sicherheiten und die Derivate-Infrastruktur ins Zentrum der britischen Digitalmarkt-Strategie. Anstatt Tokenisierung hauptsächlich als Krypto-Marktprodukt zu behandeln, konzentriert sich die Taskforce auf Bereiche, in denen bereits die größte institutionelle Liquidität vorhanden ist.
London testet seinen Marktvorteil
Der Bericht rahmt die Tokenisierung als Wettbewerbsfrage für die City of London ein. Er schätzt, dass tokenisierte Real-World Assets bis 2035 ein Volumen von 88 Billionen US-Dollar erreichen könnten, verglichen mit etwa 3 Billionen US-Dollar in den heutigen Krypto- und Stablecoin-Märkten.
Für das Vereinigte Königreich wird der potenzielle Gewinn auf bis zu 44 Milliarden US-Dollar an zusätzlicher jährlicher Wirtschaftsleistung und 18,7 Milliarden US-Dollar an jährlichen Steuereinnahmen bis 2035 geschätzt. Die Warnung lautet, dass sich Liquidität und Infrastruktur ohne klare Standards ins Ausland verlagern könnten.
Tokenisierte Vermögenswerte machten 2025 zwar nur 0,01 % der investierbaren Assets aus, wuchsen in diesem Jahr jedoch um 300 %. Damit ist die Taskforce ein Test dafür, ob die Tokenisierung den Sprung von Experimenten in den Wholesale-Finanzsektor schafft.
Zuvor berichteten wir, dass das Vereinigte Königreich anstrebt, die Krypto-Regulierung bis 2027 unter der Aufsicht der FCA abzuschließen.
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