Der Großteil der Bitcoin-Hashrate ist von den steigenden weltweiten Ölpreisen abgeschirmt
Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Ölschock wird die Stromkosten für Bitcoin-Miner wahrscheinlich nicht wesentlich beeinflussen. Etwa 90 % der weltweiten Hash-Rate wird in Märkten betrieben, in denen die Strompreise nur minimal mit den Rohölpreisen korrelieren.
Höhepunkte
- Es ist unwahrscheinlich, dass der Ölpreisanstieg aufgrund des Iran-Konflikts die Stromkosten für das Bitcoin-Mining erhöht.
- Rund 90% der globalen Bitcoin-Rate hat eine schwache Ölpreiskorrelation.
- Die Volatilität des Bitcoin-Preises stellt für Miner ein größeres Risiko dar als die Energiekosten.
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Nur 10% der Hash-Rate hängt vom Öl ab
Die Militäroperation der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran hat die weltweiten Ölpreise in die Höhe getrieben, aber es ist unwahrscheinlich, dass Bitcoin-Miner davon direkt betroffen sind. Stattdessen dürften die Miner die Auswirkungen von Unterbrechungen der Ölversorgung hauptsächlich durch die Volatilität des Bitcoin-Preises und nicht durch steigende Stromrechnungen spüren.
Etwa 20 % der weltweiten Öllieferungen werden normalerweise durch die Meerenge geleitet. Nach der Eskalation sprang der Preis für Rohöl der Sorte Brent von etwa 60 Dollar pro Barrel auf über 100 Dollar, bevor er wieder auf etwa 90 Dollar sank. Gleichzeitig werden dezentrale Derivatemärkte wie Hyperliquid zunehmend genutzt, um den Rohstoff außerhalb der traditionellen Marktzeiten zu handeln.
Nach Angaben des Cambridge Centre for Alternative Finance und des Bitcoin Mining Council wird mehr als die Hälfte des Bitcoin-Netzwerks mit nicht-fossilen Energiequellen betrieben, während die direkte Verwendung von Rohöl als Brennstoff für das Mining als "im Wesentlichen ein Rundungsfehler" angesehen wird.
Die Daten von Hashrate Index zeigen, dass etwa 90 % der globalen Hash-Rate in Märkten betrieben wird, in denen die Strompreise kaum mit den Rohölpreisen korrelieren.
Die größten Anteile der weltweiten Hash-Rate befinden sich in den Vereinigten Staaten, Russland und China, gefolgt von Paraguay, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Kanada, Äthiopien und Kasachstan. Viele dieser Märkte stützen sich in erster Linie auf Erdgas, Kohle oder Wasserkraft und nicht auf Öl, was die direkten Auswirkungen von Rohölpreisschwankungen auf die Abbaukosten begrenzt.

Globale Hashrate-Heatmap (Q1 2026). Quelle: Hashrate Index.
Eine wichtigere Frage ist, ob Ölpreisschocks die Strompreise in Ländern beeinflussen, in denen der Bergbau konzentriert ist. Auf die Länder am Persischen Golf, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate und des Oman, entfallen etwa 6 % der weltweiten Hashrate. Nimmt man Iran, Kuwait, Katar und Libyen hinzu, erhöht sich der Anteil des Netzes, der auf die Ölpreise reagiert, auf etwa 8-10 %.
Da die meisten Bergbaubetriebe auf Stromnetze angewiesen sind, die mit Erdgas, Kohle, Wasserkraft oder geothermischer Energie betrieben werden, geht die Analyse davon aus, dass Ölpreisschocks nur einen kleinen Teil der Betriebskosten des Netzes direkt beeinflussen würden.
Selbst dort, wo ein gewisser Zusammenhang besteht, ist die Korrelation zwischen Ölpreisen und Stromtarifen relativ schwach und zeigt sich aufgrund der regulierten Preiszyklen der Versorgungsunternehmen eher langsam.
Der Bitcoin-Preis ist wichtiger
Die makroökonomischen Folgen geopolitischer Unruhen stellen jedoch ein weitaus größeres Risiko für Miner dar. Steigende Ölpreise können die Inflationserwartungen verstärken und die Zinsaussichten beeinflussen, was die Anleger möglicherweise zu sichereren Anlagen und weg von volatilen Anlagen wie Bitcoin treibt. Diese Dynamik könnte die Rentabilität des Minings verringern, indem sie den Hash-Preis - die Einnahmen pro Einheit Rechenleistung - drückt.
Dieser Effekt war bereits Anfang des Jahres zu beobachten, als der Hash-Preis im Februar auf einen historischen Tiefstand von 27,89 $ pro PH/Tag fiel, nachdem Bitcoin um 23,8 % von etwa 78.000 $ auf 65.000 $ gefallen war.
Während also geopolitische Ereignisse, die den Ölpreis auf über 100 Dollar treiben, die globalen Märkte beeinflussen können, liegt das Hauptrisiko für Bitcoin-Miner eher in der Rentabilität als in den Betriebskosten - insbesondere, ob der Bitcoin-Preis inmitten der allgemeinen makroökonomischen Unsicherheit stabil bleiben kann.
Für die Mining-Industrie bleibt die Struktur der regionalen Energiemärkte ein weitaus wichtigerer Faktor. In den letzten Jahren haben viele Mining-Unternehmen ihren Betrieb bewusst in Länder mit billigem und stabilem Strom verlagert, darunter Wasserkraft in Lateinamerika, gasbetriebene Netze in den Vereinigten Staaten und erneuerbare Energien in Afrika und dem Nahen Osten. Diese Diversifizierung verringert die Empfindlichkeit des Bitcoin-Netzwerks gegenüber einzelnen Rohstoffmärkten, einschließlich Öl.
Darüber hinaus können steigende Ölpreise indirekt das Interesse am Mining als eine Möglichkeit zur Monetarisierung überschüssiger Energieressourcen fördern. In mehreren Ländern nutzen Projekte bereits gestrandetes oder abgefackeltes Erdgas aus der Ölförderung, um Mining-Geräte zu betreiben. In einem Umfeld teuren Öls und instabiler Energielieferungen könnten solche Projekte wirtschaftlich noch attraktiver werden und möglicherweise die weitere Dezentralisierung und Widerstandsfähigkeit der globalen Bitcoin-Hash-Rate unterstützen.
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