Die RBA baut eine Infrastruktur für tokenisierte Vermögensmärkte auf
Die australische Zentralbank (Reserve Bank of Australia, RBA) verstärkt ihre Bemühungen im Bereich der tokenisierten Vermögenswerte und geht von der Erprobung zur praktischen Umsetzung über. Das Acacia-Projekt hat gezeigt, dass die Diskussion über die Theorie hinausgeht und sich der realen Integration in das Finanzsystem nähert.
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Nach Angaben der Regulierungsbehörde könnte die Tokenisierung der Wirtschaft jährlich bis zu 24 Milliarden AUD einbringen. Diese Schätzungen wurden auf der Website der RBA veröffentlicht. Das Interesse an diesem Thema wächst nicht nur im Inland, sondern auch weltweit.
Vom Experiment zur Umsetzung
Eine wichtige Erkenntnis aus dem Projekt Acacia ist, dass die zentrale Frage nicht mehr lautet, ob die Tokenisierung eine Zukunft hat, sondern wie sie umgesetzt werden soll. Wie der stellvertretende RBA-Gouverneur Brad Jones erklärte:
"Erstens sehen wir die Hauptfrage nicht mehr darin, ob Tokenisierung im australischen Finanzsystem eine Zukunft hat, sondern vielmehr wie."
Die Studie zeigt, dass solche Tools die Abwicklungen beschleunigen, die operationellen Risiken reduzieren und die Prozesse auf den Großhandelsmärkten vereinfachen können. Dazu gehören eine schnellere Übertragung von Eigentumsrechten, eine geringere Abhängigkeit von Zwischenhändlern und die Verwendung programmierbarer Verträge.
Der nächste Schritt wird die Einrichtung einer Sandbox für die digitale Finanzmarktinfrastruktur (DFMI) sein. Diese Umgebung wird es den Teilnehmern ermöglichen, tokenisierte Vermögenswerte und Geld unter Bedingungen zu testen, die realen Märkten nahe kommen. Gleichzeitig arbeitet die RBA mit ASIC und AUSTRAC zusammen, um Regulierungslücken zu schließen und die Aufsichtsansätze anzugleichen.
Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Interaktion zwischen verschiedenen Formen von digitalem Geld gelegt - einschließlich Stablecoins, tokenisierten Bankeinlagen und einer potenziellen Großhandels-CBDC.
Warum das wichtig ist
Australien legt bereits den Grundstein für einen institutionellen Markt für tokenisierte Vermögenswerte. Laut RWA.xyz hat der Markt ein Volumen von 27,5 Milliarden US-Dollar erreicht und ist im vergangenen Jahr trotz der allgemeinen Schwäche des Kryptomarktes um 234 % gewachsen.
Die globalen Prognosen sind sogar noch ehrgeiziger. McKinsey schätzt, dass tokenisierte Vermögenswerte bis 2030 auf 2 Billionen US-Dollar anwachsen könnten. Eine frühzeitige Einführung könnte daher den Ländern einen Wettbewerbsvorteil bei der Gestaltung des künftigen Finanzsystems verschaffen.
Die Infrastruktur bleibt die größte Herausforderung. Ohne klare Regeln, synchronisierte Abrechnungssysteme und Koordination zwischen den Marktteilnehmern wird die Tokenisierung in der Pilotphase stecken bleiben. Hierauf konzentriert die RBA derzeit ihre Bemühungen.
Wenn der australische Ansatz erfolgreich ist, könnte er als Modell für andere Länder dienen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Markt zersplittert und sich nur wenige Institutionen beteiligen.
Gleichzeitig verschärft Australien die Regulierung. Ein Senatsausschuss hat bereits einen Vorschlag unterstützt, wonach Krypto-Plattformen Finanzlizenzen erhalten müssen. Dies signalisiert, dass digitale Vermögenswerte Teil des traditionellen Finanzsystems werden, mit einheitlichen Regeln für die Marktteilnehmer.
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