Die Krypto-Branche verlor im April über 600 Millionen US-Dollar durch Hackerangriffe
Im April verzeichnete die Kryptobranche einen starken Anstieg an Hackerangriffen. Laut DeFiLlama haben Hacker seit Monatsbeginn bereits rund 629,7 Millionen US-Dollar erbeutet – der höchste Wert seit über einem Jahr.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Wie Cointelegraph berichtet, entfielen die größten Verluste auf den DeFi-Sektor. Die beiden größten Vorfälle – der 293-Millionen-Dollar-Hack bei KelpDAO und der 280-Millionen-Dollar-Exploit bei Drift Protocol – machten rund 82 % aller Verluste im April aus.
Einer der jüngsten Fälle betraf das Wasabi Protocol. Laut CertiK verlor die DeFi-Derivateplattform etwa 5,5 Millionen US-Dollar durch einen andauernden Exploit in den Netzwerken Ethereum, Base, Blast und Berachain.
Ein weiterer Vorfall betraf die Move-to-Earn-Plattform Sweat Economy. Das Projekt verlor Berichten zufolge 3,46 Millionen US-Dollar – etwa 65 % seines Liquiditätspools – in weniger als 30 Sekunden. Das Team teilte später mit, dass die gestohlenen Gelder auf MEXC eingefroren wurden und die Bemühungen zur Wiederbeschaffung laufen.
Auch Aftermath Finance, eine dezentrale Handelsplattform auf der Sui-Blockchain, war betroffen. Laut Blockaid zog der Angreifer in etwa 36 Minuten über 11 Transaktionen rund 1,1 Millionen US-Dollar in USDC ab.
Wie Hacker vorgehen
Experten sagen, dass sich die Art der Angriffe verändert. Laut Yaniv Nissenboim, Leiter der Sicherheitslösungen bei Chainalysis, zielen Hacker zunehmend auf Off-Chain-Infrastrukturen ab, anstatt auf Smart Contracts selbst. Dazu gehören kompromittierte RPC-Knoten, cloudbasierte Schlüsselverwaltungssysteme und lang andauernde Social-Engineering-Kampagnen.
Infolgedessen können On-Chain-Transaktionen legitim erscheinen, selbst wenn Zugriffsebenen oder die Infrastruktur bereits kompromittiert sind. Dies macht Echtzeitüberwachung und automatisierte Sicherheitsvorkehrungen für DeFi entscheidend. Im Fall von KelpDAO beispielsweise trug eine schnelle Reaktion dazu bei, einen zweiten Diebstahl in Höhe von rund 95 Millionen US-Dollar zu verhindern.
Gleichzeitig ist Standard Chartered der Ansicht, dass solche Vorfälle nicht den Zusammenbruch von DeFi bedeuten. Analysten unter der Leitung von Geoffrey Kendrick sagen, dass der Sektor reift und schrittweise Lösungen zur Verringerung von Schwachstellen implementiert. Ihrer Ansicht nach kann das Wachstum von DeFi trotz großer Hackerangriffe weitergehen.
Deepfake-Arsenal
Hacker setzen bei ihren Angriffen zunehmend künstliche Intelligenz ein. Dazu gehört nicht nur das Aufspüren von Schwachstellen, sondern auch die Erstellung von Deepfakes – gefälschte Stimmen und Videos, die Sicherheitssysteme umgehen können. So können Angreifer beispielsweise die Stimme eines Unternehmensleiters oder eines Support-Mitarbeiters imitieren, um Zugang zu Konten oder internen Systemen zu erlangen.
Diese Angriffe sind schwerer zu erkennen, da sie nicht direkt mit Smart Contracts oder Code verbunden sind. Das Hauptrisiko verlagert sich zunehmend auf menschliche Faktoren und die externe Infrastruktur. Das bedeutet, dass selbst technisch sichere Protokolle anfällig bleiben, wenn sie keine zusätzlichen Schutzebenen implementieren, von der Identitätsprüfung bis zur Echtzeitüberwachung verdächtiger Aktivitäten.
Bemerkenswert ist auch, dass der Upbit-Hack zu einem starken Anstieg der Solana-Token-Preise in Südkorea führte.
Neueste crypto Nachrichten
- Forex
- Crypto