Indonesien blockiert Polymarket wegen Wetten auf Präsidentenrücktritt

Indonesien blockiert Polymarket wegen Wetten auf Präsidentenrücktritt
Polymarket funktioniert in Indonesien nicht mehr

​Indonesien hat den Zugang zum Prognosemarkt Polymarket gesperrt. Dieser Schritt erfolgte kurz nachdem auf der Plattform Wetten darüber abgeschlossen wurden, ob Präsident Prabowo Subianto sein Amt vorzeitig niederlegen würde.

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Die Sperrung wurde vom indonesischen Ministerium für Kommunikation und digitale Angelegenheiten (Komdigi) bekannt gegeben, das Polymarket als eine „Online-Glücksspielseite, die sich als Prognosemarkt tarnt“, bezeichnete. Ministeriumsvertreter Alexander Sabar erklärte, dass die Behörden keine Form von Online-Glücksspiel im Land zulassen würden. Seiner Aussage nach beinhalten Dienste wie Polymarket Wetten und Spekulationen auf unsichere Ergebnisse, was gegen indonesisches Recht verstößt.

Welche Wetten die Behörden verärgerten

Die Reaktion der Regierung wurde durch politische Wetten im Zusammenhang mit Prabowos Präsidentschaft ausgelöst. Wenige Tage vor der Sperrung startete Polymarket einen Markt, auf dem Nutzer vorhersagen konnten, ob der indonesische Präsident sein Amt vor Ablauf seiner Amtszeit verlassen würde.

Einer dieser Märkte wurde am 21. Mai eröffnet. Er ermöglichte es Nutzern, darauf zu wetten, ob Prabowo sein Amt vor bestimmten zukünftigen Daten verlassen würde, darunter der 31. Mai, der 30. Juni und der 31. Dezember 2026. Seine fünfjährige Amtszeit als Präsident soll eigentlich bis Oktober 2029 laufen.

Das Handelsvolumen auf diesem Markt überstieg 46.000 US-Dollar. Die Teilnehmer bewerteten die Wahrscheinlichkeit, dass Prabowo das Amt bis zum 31. Mai verlässt, mit 1 %, bis zum 30. Juni mit 2 % und bis Ende 2026 mit 18 %.

In der Erklärung des Ministeriums wurde der Prognosemarkt zum vorzeitigen Ausscheiden des Präsidenten nicht direkt erwähnt. Stattdessen charakterisierte die Behörde Polymarket allgemein als Glücksspielplattform, die gegen indonesisches Recht verstößt.

Komdigi erklärte, die Sperrung sei eine Maßnahme zum Schutz der Öffentlichkeit, insbesondere junger Menschen und Nutzer des nationalen digitalen Raums. Laut Ministerium wurde nicht nur der Zugang zu Polymarket, sondern auch zu ähnlichen Diensten eingeschränkt, die im Verdacht stehen, Online-Glücksspiel zu ermöglichen.

Das Verbot in Indonesien ist Teil eines umfassenderen regulatorischen Drucks auf Prognosemärkte. Befürworter solcher Plattformen argumentieren, dass sie helfen, öffentliche Erwartungen und kollektive Prognosen zu politischen, wirtschaftlichen und anderen Ereignissen nachzuverfolgen. Kritiker hingegen sagen, dass diese Dienste zu sehr Online-Wetten ähneln und Risiken wie Marktmanipulation und Insiderhandel schaffen könnten.

Auch Indien hatte zuvor den Zugang zu Polymarket eingeschränkt. Inzwischen ist die Liste der Länder, in denen die Plattform blockiert ist, auf über 30 angestiegen. Gleichzeitig hat Polymarket kürzlich Interesse signalisiert, in ausgewählten Märkten, darunter Japan, eine Zulassung zu erhalten.

Wie der Prognosemarkt aufgebaut ist

Der Prognosemarkt lässt sich grob in mehrere Segmente unterteilen. Das erste umfasst krypto-orientierte Plattformen wie Polymarket, bei denen die Abwicklung in digitalen Vermögenswerten erfolgt und Nutzer auf den Ausgang politischer, wirtschaftlicher, sportlicher und anderer Ereignisse wetten.

Das zweite Segment umfasst regulierte Plattformen wie Kalshi, die versuchen, sich stärker am Modell von Finanzderivaten zu orientieren und eine Zulassung von Aufsichtsbehörden zu erhalten. Davon getrennt sind Projekte wie PredictIt, das sich auf politische Prognosen konzentriert, sowie Manifold und Metaculus, bei denen weniger der Echtgeldhandel als vielmehr kollektive Vorhersagen und Wahrscheinlichkeitsbewertungen im Vordergrund stehen.

Zur Erinnerung: Polymarket strebt eine Zulassung durch die CFTC an, um wieder Zugang zum US-Markt zu erhalten.

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