Pavlo Kot

Tschechische Republik setzt Polymarket auf die Blacklist für nicht genehmigtes Online-Glücksspiel

Tschechische Republik setzt Polymarket auf die Blacklist für nicht genehmigtes Online-Glücksspiel
Polymarket auf der Blacklist

​Das tschechische Finanzministerium hat die Prognosemarkt-Plattform Polymarket in die Liste der nicht genehmigten Online-Glücksspielseiten aufgenommen. Nach tschechischem Recht müssen Internetdienstanbieter den Zugang zur Plattform innerhalb von 15 Tagen sperren.

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Laut einer Pressemitteilung traf das Ministerium die Entscheidung auf Grundlage des Glücksspielgesetzes, das es Anbietern untersagt, nicht lizenzierte Online-Glücksspieldienste für tschechische Nutzer bereitzustellen.

Polymarket ermöglicht es Nutzern, Wetten auf den Ausgang verschiedener Ereignisse abzuschließen, darunter politische Wahlen, Sportereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen. Die Plattform hat in den USA und anderen Märkten erhebliche Popularität erlangt.

Europäische Aufsichtsbehörden verschärfen Kontrolle über Prognosemärkte

Die Tschechische Republik ist keineswegs das erste EU-Mitglied, das die Aktivitäten von Polymarket einschränkt. Die Plattform war bereits in Frankreich, Deutschland, Polen, Rumänien und Spanien Gegenstand regulatorischer Maßnahmen.

Behörden in mehreren Ländern argumentieren, dass bestimmte Prognosemarktverträge faktisch Glücksspielprodukte darstellen oder unter die Finanzmarktregulierung fallen.

Am 3. Juli warnte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), dass viele dieser Produkte der Definition von binären Optionen entsprechen und bereits bestehenden EU-Beschränkungen unterliegen könnten.

Die ESMA erklärte, Unternehmen könnten die Finanzmarktregulierung nicht einfach dadurch umgehen, dass sie Derivate als „Event Contracts“ bezeichnen. Regulierungsbehörden sollten Produkte anhand ihrer tatsächlichen Merkmale und nicht nach ihrer Vermarktung bewerten.

Weltweite Debatte über Prognosemärkte hält an

Auch in Australien, Indonesien und Singapur gelten Beschränkungen für Prognosemarkt-Plattformen.

In den USA stehen sowohl Polymarket als auch der Hauptkonkurrent Kalshi weiterhin unter strenger regulatorischer Beobachtung. Mehrere US-Bundesstaaten argumentieren, dass die von den Plattformen angebotenen Verträge illegales Glücksspiel darstellen, während die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sie als regulierte Derivate behandelt.

Die unterschiedlichen Ansätze haben bereits zu widersprüchlichen Gerichtsentscheidungen geführt und die Diskussion über die Notwendigkeit eines klareren Rechtsrahmens für Prognosemärkte verschärft.

Am 6. Juni gab Polymarket bekannt, dass der annualisierte Umsatz die Marke von 1 Milliarde US-Dollar überschritten habe. Das Unternehmen führte das Wachstum auf eine starke Handelsaktivität im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft und die Aufhebung der Warteliste für seine US-App sowie die Expansion seiner regulierten US-Börse zurück.

Zuvor hatte Polymarket in den USA eine Zulassung für die Einführung von Margin Trading beantragt. Bei Genehmigung könnten Nutzer gehebelte Positionen eröffnen und das Produktangebot der Plattform im regulierten US-Markt erweitern.

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