Spotify distanziert sich von Kalshi und Polymarket wegen fragwürdiger Musikwetten
Spotify hat die Prognosemärkte Kalshi und Polymarket aufgefordert, sein Logo zu entfernen und klarzustellen, dass keine Partnerschaft mit dem Streaming-Dienst besteht. Grund waren künstliche Streaming-Aktivitäten, die das Ranking von Songs in den Spotify-Charts beeinflussten und für Wetten auf Prognosemärkten genutzt wurden.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut Bloomberg entfernte Spotify mehr als 500.000 künstliche Streams, die Malcolm Todds Track „Earrings“ zu einem der beliebtesten Songs in den Charts der Plattform gemacht hatten.
Die aufgeblähten Zahlen wurden jedoch bereits zur Abrechnung eines Kalshi-Marktes herangezogen, der mit dem meistgestreamten Spotify-Song in den USA im Juni verknüpft war. Das Handelsvolumen auf diesem Markt erreichte 3 Millionen Dollar.
Todd wurde basierend auf Daten, die vor Abschluss der Untersuchung von Spotify veröffentlicht wurden, zu einem der Gewinner erklärt. Nach Identifizierung des Problems kontaktierte das Unternehmen Kalshi und Polymarket.
Manipulation erhöht Risiken für Prognosemärkte
Der Fall hat die Besorgnis verstärkt, dass Prognosemärkte finanzielle Anreize für Teilnehmer schaffen könnten, die Ereignisse, auf die sie wetten, zu manipulieren.
Zuvor hatte ein Mitarbeiter einer US-Denkfabrik eine interaktive Karte des russischen Krieges gegen die Ukraine geändert. Diese Karte wurde zur Abrechnung einer Polymarket-Wette über russische Gebietsgewinne verwendet. In Frankreich untersuchten Behörden zudem eine mögliche Manipulation von Wetterstationsdaten für Profite auf einem Markt, der an die Temperaturen in Paris gekoppelt war.
Bevor die verdächtigen Aktivitäten begannen, lag die Wahrscheinlichkeit für Todd, im Juni den ersten Platz zu belegen, bei Kalshi unter 3 %. Dies bedeutete, dass Trader, die Kontrakte zu diesen Preisen kauften, etwa das 30-fache ihres Einsatzes hätten verdienen können.
Künstliches Streaming ist seit langem ein Problem für Spotify und andere Streaming-Dienste. Es wird normalerweise eingesetzt, um die Auszahlungen an Künstler zu erhöhen. Prognosemärkte fügen jedoch ein neues finanzielles Motiv für die Manipulation von Musikkennzahlen hinzu.
Regulatorische Probleme
Der Spotify-Skandal ist ein weiterer Schlag für den Ruf von Kalshi und Polymarket, die bereits unter wachsendem regulatorischem Druck in verschiedenen Ländern stehen. Behörden in vielen Jurisdiktionen betrachten Prognosemärkte nicht als Finanzinstrumente oder Plattformen zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten, sondern als eine Form von Glücksspiel. Infolgedessen müssen Plattformen geografische Beschränkungen einführen, während Regulatoren Zugangssperren oder lokale Lizenzen fordern.
Eines der jüngsten Beispiele ist Spanien, wo der Zugang zu Polymarket und Kalshi aufgrund von Vorwürfen bezüglich fehlender Glücksspiellizenzen und Bedenken zum Nutzerschutz eingeschränkt wurde. Polymarket sah sich zuvor ähnlichen Problemen in Frankreich, Polen, Singapur und Belgien gegenüber.
Zur Erinnerung: Polymarket hat einen Jahresumsatz von 1 Milliarde Dollar überschritten.
Neueste Prediction Markets Nachrichten
- Forex
- Crypto