Deutschlands Russland-Importe brechen im ersten Halbjahr 2026 stark ein
Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Russland liegt mehr als vier Jahre nach dem Vorkriegszeitraum weiter deutlich unter dem früheren Niveau. Im ersten Halbjahr 2026 sinken die deutschen Importe aus Russland im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um 96,4 %, während auch die Exporte mit einem Minus von 73,1 % klar zurückgehen.
Das Wichtigste
- Deutschlands Russland-Importe sanken im ersten Halbjahr 2026 auf rund 0,5 Milliarden Euro, gegenüber 15,0 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2021.
- Deutsche Exporte nach Russland erreichten im ersten Halbjahr 2026 nur noch 3,4 Milliarden Euro, getragen zu 42,4 % von pharmazeutischen Erzeugnissen.
- Importstruktur verlagert sich zu Nahrungs- und Futtermitteln (38,7 %), Metallen (31,6 %) und chemischen Erzeugnissen (18,0 %) aufgrund EU-Sanktionen.
Handelsrückgang seit den EU-Sanktionen
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, importierte Deutschland im ersten Halbjahr 2026 Waren im Wert von gut 0,5 Milliarden Euro aus der Russischen Föderation. Im Vergleichszeitraum des ersten Halbjahrs 2021 hatten sich diese Einfuhren noch auf 15,0 Milliarden Euro belaufen.Auch die deutschen Ausfuhren nach Russland nehmen in diesem Zeitraum deutlich ab, wenn auch weniger stark als die Importe. Deutschland exportiert im ersten Halbjahr 2026 Waren im Wert von 3,4 Milliarden Euro nach Russland, nach gut 12,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2021.
Hinter dem Rückgang stehen die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 beschlossenen Sanktionspakete der Europäischen Union. Diese Maßnahmen beschränken den Handel mit Russland unter anderem durch Einfuhrverbote für bestimmte Güter wie Energieträger sowie durch Ausfuhrverbote, vor allem für industrie- oder militärnahe Waren.
Verschobene Warenstruktur und Folgen für Migration
Die verbliebenen Importe aus Russland bestehen im ersten Halbjahr 2026 vor allem aus Nahrungs- und Futtermitteln mit 206,1 Millionen Euro oder 38,7 % des Gesamtwerts. Hinzu kommen Metalle mit 168,3 Millionen Euro oder 31,6 % sowie chemische Erzeugnisse mit 95,9 Millionen Euro oder 18,0 %.Bei den Exporten nach Russland entfällt der größte Anteil auf pharmazeutische Erzeugnisse. Diese Warengruppe erreicht im ersten Halbjahr 2026 einen Wert von 1,5 Milliarden Euro und steht damit für 42,4 % der deutschen Ausfuhren nach Russland.
Die Entwicklung im Außenhandel spiegelt sich laut den Angaben auch in den Wanderungsbewegungen russischer Staatsangehöriger wider. Im ersten Halbjahr 2026 ziehen gut 4.400 russische Staatsangehörige aus Deutschland fort, während gut 3.800 nach Deutschland zuziehen; zudem geht im Vergleich zu den Vorjahren die Zahl russischer Bildungsausländerinnen und -ausländer zurück, die in Deutschland ein Studium beginnen.
In unserem früheren Artikel über Gerhard Schröders Vergütung für sein Aufsichtsratsmandat bei der russischen Handelskette Hyperglobus haben wir erläutert, wie die Bezahlung offenbar über eine deutsche Gesellschaft abgewickelt wird. Dabei ging es um den Hintergrund verschärfter EU-Sanktionen und darum, warum direkte Zahlungen aus Russland bei solchen Mandaten faktisch blockiert sein können.
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