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Der Schlag der USA und Israels gegen den Iran hat einen starken Anstieg der Ölpreise ausgelöst und die Angst vor einer neuen Energiekrise verstärkt. Der Konflikt hat sich schnell über ein einzelnes Land hinaus ausgeweitet und wirkt sich bereits auf die globalen Märkte aus: Die Inflationsrisiken steigen und der Druck auf die Weltwirtschaft nimmt zu.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Am Wochenende haben die Vereinigten Staaten und Israel eine groß angelegte Militäroperation gegen den Iran gestartet. Die Angriffe richteten sich gegen militärische Infrastruktur, Einrichtungen des Korps der Islamischen Revolutionsgarden, Luftabwehrsysteme, Raketenwerfer und Stützpunkte. Infolge der Angriffe wurde der Oberste Führer des Irans, Ali Khamenei, der der Repression und der gewaltsamen Unterdrückung von Protesten beschuldigt worden war, getötet.
US-Präsident Donald Trump sagte, die Bombardierungen würden fortgesetzt, bis die erklärten Ziele erreicht seien. Er betonte, dass die Operation darauf abziele, die militärische Bedrohung durch den Iran und sein Atomprogramm zu beseitigen. Ihm zufolge könnte die Kampagne mehrere Wochen andauern, wobei die Angriffe "mit voller Kraft" durchgeführt würden.
Das US-Militär teilte mit, dass seit Beginn der Operation Hunderte von Zielen getroffen worden seien. Dazu gehören Kommandozentralen, Waffendepots, Marineeinrichtungen und Raketeninfrastruktur. Allerdings gab es auf beiden Seiten Verluste. Der Tod von drei amerikanischen Militärangehörigen wurde bestätigt, und mehrere andere wurden schwer verwundet.
Durch den Tod Khameneis ist im Iran ein Machtvakuum entstanden. Seine Aufgaben wurden vorübergehend auf einen Regierungsrat übertragen, der sich aus dem Präsidenten des Landes, dem Leiter der Justiz und einem Vertreter des Wächterrats zusammensetzt. Die Lage bleibt jedoch instabil, und die Militäroperationen werden fortgesetzt und auf andere Länder in der Region ausgedehnt.
Nach den Angriffen startete der Iran groß angelegte Vergeltungsangriffe. Raketen und Drohnen wurden sowohl auf Israel als auch auf US-Militäreinrichtungen im Nahen Osten abgefeuert. Die Angriffe trafen Stützpunkte in Kuwait und Bahrain, und es wurden Explosionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und anderen Ländern der Region gemeldet.
Gleichzeitig erklärte der Iran, er habe Schiffe und maritime Infrastruktur im Persischen Golf angegriffen. Auch Öleinrichtungen in der Region wurden angegriffen. Insbesondere wurde eine der Raffinerien von Saudi Aramco in Saudi-Arabien angegriffen.
Auch die Verbündeten Teherans haben sich in den Konflikt eingeschaltet. Die libanesische Hisbollah begann mit Angriffen auf Israel, woraufhin Israel seine Operation ausweitete und begann, die Einrichtungen der Gruppe in Beirut ins Visier zu nehmen. Der Luftraum über mehreren Ländern wurde geschlossen, und große Flughäfen, darunter Dubai, stellten vorübergehend den Betrieb ein.
Die erste Marktreaktion war ein starker Anstieg der Ölpreise. Bei Handelseröffnung am Sonntagabend stiegen die Preise zeitweise um bis zu 13 %, da der Markt das Risiko von Lieferunterbrechungen aus der Region schnell einpreist. Bereits vor den Streiks hatte der Ölpreis seit Jahresbeginn um rund 20 % zugelegt und wurde um 73 $ pro Barrel gehandelt, später kletterte er kurzzeitig auf über 82 $.
Das Hauptproblem ist die Straße von Hormuz. Durch diese schmale Passage vor der iranischen Südküste werden rund 20 % der weltweiten Ölversorgung transportiert. Am Sonntag kam der Tankerverkehr durch die Meerenge fast zum Erliegen. Wenn sich die Situation weiter hinzieht und der Verkehr nicht wieder aufgenommen wird, könnten die Ölpreise auf über 100 Dollar pro Barrel steigen.
Andere Märkte schalteten in einen vorsichtigen Modus um. Die US-Aktienindexfutures gaben nach, die asiatischen Märkte eröffneten schwächer, und Gold und der US-Dollar stiegen als sichere Anlagen. Kryptowährungen reagierten überraschend ruhig: Bitcoin hielt sich um die 67.000 $, kühlte sich nach anfänglicher Volatilität schnell ab und blieb innerhalb seiner lokalen Spanne, während sich die traditionellen Märkte darauf vorbereiteten, die Nachricht zu verdauen.
Die wichtigste Frage ist nun, wie der militärische Konflikt enden könnte. Das mildeste Szenario wäre eine Deeskalation in den kommenden Tagen. In diesem Fall würde sich der Seeverkehr in der Region rasch normalisieren, und die Ölpreise würden allmählich zurückgehen. Aber auch in diesem Szenario würden die Spannungen nicht völlig verschwinden: Die Anleger würden weiterhin das Risiko neuer Streiks einpreisen und die Preise höher halten als vor dem Konflikt.
Ein härteres Szenario würde eine wochenlange Kampagne beinhalten, wie von Trump vorgeschlagen, zusammen mit anhaltenden iranischen Vergeltungsmaßnahmen. In diesem Fall könnte der Ölpreis auf einem hohen Niveau verharren und im Falle schwerwiegender Versorgungsunterbrechungen in Richtung 90-100 Dollar oder höher steigen. Dies würde die Inflation schnell anheizen: Benzin, Logistik und Flugreisen würden teurer werden, gefolgt von Waren des täglichen Bedarfs in den Geschäften.
Das gefährlichste Szenario wäre die Ausweitung des Krieges auf die Nachbarländer und eine neue Welle von Angriffen auf die Infrastruktur und das Transportwesen. In diesem Fall würden die Folgen über das Öl hinausgehen. Anhaltende Störungen im Luftverkehr und im Handel sind möglich, ebenso wie steigende Versicherungs- und Transportkosten und ein erhöhter Druck auf energieimportierende Volkswirtschaften, insbesondere in Asien.
Wenn die Versorgungsunterbrechungen andauern, könnte die Welt mit einer neuen Energiekrise konfrontiert werden - gekennzeichnet durch steigende Öl- und Gaspreise, höhere Kraftstoffkosten und eine sich beschleunigende Inflation. In einer solchen Situation würden nicht nur die Märkte, sondern auch die normalen Verbraucher leiden: Benzin, Transportmittel und wichtige Güter würden teurer werden. Letztendlich werden die Entwicklungen in der regionalen Energieversorgung darüber entscheiden, ob diese Krise ein kurzfristiger Schock bleibt oder sich zu einer umfassenden globalen Energiekrise entwickelt.