Morgan Stanley bringt Bitcoin-ETF auf den Markt: Erster BTC-Fonds einer Großbank

Morgan Stanley bringt Bitcoin-ETF auf den Markt: Erster BTC-Fonds einer Großbank
Morgan Stanleys langer Weg zum Bitcoin

Morgan Stanley bereitet die Auflegung eines eigenen Bitcoin-ETF vor. Sollte er genehmigt werden, wäre dies das erste Produkt dieser Art, das von einer großen US-Bank und nicht von einem traditionellen Kryptounternehmen oder Vermögensverwalter ausgegeben wird. Doch wie könnte sich diese Auflegung auf die Zukunft des Kryptomarktes auswirken?

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Der billigste Bitcoin-ETF auf dem Markt

Morgan Stanley hat in einer Einreichung bei der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) Details zu seinem kommenden Bitcoin-ETF bekannt gegeben. Der Fonds wird unter dem Kürzel MSBT gehandelt und erhebt eine jährliche Gebühr von 0,14 % - niedriger als alle bestehenden Wettbewerber. Zum Vergleich: Der billigste Fonds verlangt derzeit 0,15 %, während die Produkte von BlackRock und Fidelity etwa 0,25 % kosten. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie für eine Anlage von 10.000 Dollar 14 Dollar pro Jahr statt 25 Dollar zahlen würden.

Wenn dies genehmigt wird, wäre dies das erste Mal, dass eine große US-Bank einen Bitcoin-ETF auflegt. Bisher haben die Banken ihren Kunden nur den Zugang zu Fonds anderer Anbieter wie BlackRock angeboten. Jetzt will Morgan Stanley direkt an seinem eigenen Produkt verdienen, anstatt das Produkt eines anderen Anbieters zu vertreiben.

Der Fonds steht bereits kurz vor dem Start. Coinbase wird als Depotbank und Hauptmakler fungieren, während BNY Mellon die Bargeldverwahrung und Verwaltung übernimmt. Zu den zugelassenen Teilnehmern gehören große Handelsunternehmen wie Jane Street, Virtu und Macquarie. Die Bank hat den Fonds mit 1 Million Dollar ausgestattet, und die NYSE bereitet die Notierung des Fonds vor.

Eine Bank, die Billionen verwaltet

Morgan Stanley ist eine der größten Investmentbanken in den Vereinigten Staaten. Sie verwaltet rund 9 Billionen Dollar an Kundengeldern, darunter Gelder von Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen weltweit.

Die Bank beschäftigt etwa 16.000 Finanzberater. Das sind die Fachleute, die den Kunden bei der Entscheidung helfen, wo sie investieren sollen - in Aktien, Anleihen oder Fonds. Über sie kann Morgan Stanley verschiedene Anlageprodukte vertreiben, darunter auch kryptobezogene Instrumente. Während die Berater bisher Bitcoin-ETFs von BlackRock oder Fidelity empfohlen haben, können sie nun den eigenen Fonds der Bank anbieten.

Morgan Stanley hat auch eine starke Position in der Vermögensverwaltung, die sein Kerngeschäft ist. Das bedeutet, dass jedes neue Anlageprodukt schnell einen großen Kundenstamm erreichen kann.

Von der Erkennung von Bitcoin bis zur Auflegung eines eigenen Fonds

Der Weg von Morgan Stanley in die Kryptowährung war schrittweise. Im Jahr 2018 veröffentlichte die Bank einen Bericht, in dem sie Bitcoin als "digitales Geld" und eine neue institutionelle Anlageklasse bezeichnete. Damals war dies eine gewagte Aussage, da die meisten Großbanken Kryptowährungen noch skeptisch gegenüberstanden.

Im Jahr 2021 unternahm die Bank einen weiteren Schritt, indem sie eine spezielle Forschungsabteilung für digitale Vermögenswerte einrichtete und vermögenden Kunden ein Engagement in Bitcoin über Graustufenfonds anbot. Dies bedeutete ein indirektes Engagement und keinen direkten Besitz.

Später erweiterte Morgan Stanley sein Engagement in der Krypto-Infrastruktur. Morgan Stanley ermöglichte seinen Kunden den Zugang zu Bitcoin-ETFs von BlackRock und Fidelity, ging eine Partnerschaft mit ZeroHash ein, erforschte den Krypto-Handel auf seiner E*Trade-Plattform und plante eine digitale Geldbörse, die tokenisierte Vermögenswerte unterstützt.

Die Banken werden zu direkten Akteuren

Der Schritt von Morgan Stanley, einen eigenen Bitcoin-ETF aufzulegen, ist nicht nur eine logische Fortführung seiner Strategie, sondern auch ein Signal für den breiteren Markt. Traditionell haben große Banken mit dem Vertrieb von Produkten Dritter Geld verdient. Jetzt gehen sie dazu über, ihre eigenen Produkte zu entwickeln.

Das verschärft den Wettbewerb. Morgan Stanley betritt den Markt mit den niedrigsten Gebühren unter allen Anbietern. Selbst ein Unterschied von 10 bis 15 Dollar pro investierten 10.000 Dollar kann die Entscheidungen der Anleger beeinflussen und die Kapitalströme zwischen den Fonds vorantreiben.

Die Größe ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Mit Tausenden von Beratern und Billionen an verwaltetem Vermögen hat Morgan Stanley die Möglichkeit, beträchtliches neues Kapital in Bitcoin zu bringen, wenn es seinen ETF aktiv bewirbt.

Der Fall Morgan Stanley zeigt, dass der Kryptomarkt in eine neue Phase eintritt. Bitcoin wird nicht mehr als kontroverses Experiment gesehen, sondern als Grundlage für institutionelle Anlageprodukte. Und wenn andere Banken mit eigenen BTC-Fonds nachziehen, wird sich der Wettbewerb auf dem Krypto-ETF-Markt verschärfen, was das weitere Wachstum des Bitcoin-Kurses unterstützen könnte.

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