Ölpreis bei 200 Dollar: Wie Trumps Äußerungen und der Iran-Krieg die Märkte belasten

Ölpreis bei 200 Dollar: Wie Trumps Äußerungen und der Iran-Krieg die Märkte belasten
Wie stark könnten die Ölpreise durch den Iran steigen?

Die Ölpreise steigen angesichts des Konflikts im Nahen Osten und der zunehmend aggressiven Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran. Der Markt reagiert stärker auf das Risiko von Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormuz - eine Hauptschlagader des globalen Energiehandels. Und nun fragt sich die ganze Welt: Könnte der Ölpreis wirklich auf 200 Dollar pro Barrel steigen?

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Trumps neue Drohungen

"Öffnet die verdammte Meerenge, oder ihr werdet in der Hölle leben". So lautete die Botschaft, die Donald Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte. Seine wütende Ansprache an den Iran, kombiniert mit Drohungen, Brücken und Energieinfrastruktur zu bombardieren, ist ein weiteres Signal für einen bereits hochgradig nervösen Ölmarkt.

Die weltweiten Ölpreise zogen am Montag wieder an, nachdem Trump dem Iran eine neue Frist für die Wiederöffnung der Meerenge gesetzt hatte. Brent stieg zu Beginn der Sitzung auf 111,5 $ pro Barrel, während WTI sich der Marke von 115 $ näherte, berichtete CNN.

Diese Preisentwicklung deutet darauf hin, dass der Markt das Worst-Case-Szenario noch nicht vollständig einpreist, sondern kontinuierlich eine geopolitische Risikoprämie hinzufügt. Der Grund dafür ist einfach: Etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung erfolgt über die Straße von Hormuz, und jede Bedrohung ihrer Funktionsfähigkeit lässt sofort Sorgen über Versorgungsengpässe aufkommen.

Die OPEC wird den Markt nicht retten

Das Problem ist nicht nur Trumps Rhetorik, sondern auch, dass es schwierig wäre, die unterbrochene Versorgung zu ersetzen. Die OPEC+ hat bereits davor gewarnt, dass die Schäden an der Energieinfrastruktur im Nahen Osten nur mit viel Zeit und erheblichen Investitionen zu beheben wären. Mit anderen Worten: Selbst wenn die Feindseligkeiten enden, könnten die Auswirkungen auf den Ölmarkt viel länger andauern.

Vor diesem Hintergrund hat die Allianz offiziell eine Erhöhung der Förderquoten für Mai um rund 206 000 Barrel pro Tag beschlossen. Bloomberg stellt jedoch fest, dass dieser Schritt weitgehend symbolisch ist. Angesichts der Tatsache, dass der Krieg die regionalen Exporte bereits gestört hat und die Schifffahrtsrouten eingeschränkt sind, dürfte die Entscheidung den Markt kurzfristig kaum stabilisieren.

Viele Analysten stimmen dem zu. Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse bei Rystad Energy, sagte, das eigentliche Problem sei derzeit nicht die Politik der OPEC+, sondern die Straße von Hormuz. Wenn bis zu einem Fünftel des weltweiten Angebots von einem einzigen Engpass abhängt, wiegt jede Störung an diesem Punkt selbst einen bedeutenden Anstieg der Produktion an anderer Stelle auf.

Könnte der Ölpreis 200 $ erreichen?

Wenn der Ölmarkt nicht stabilisiert werden kann, wie hoch könnten die Preise dann steigen? Eine länger andauernde Störung in der Straße von Hormuz könnte bis zu 20 % des weltweiten Angebots ausschalten - ein Schock, der groß genug ist, um den gesamten Markt neu zu gestalten.

Der Analyst Rory Johnston argumentiert, dass in einem solchen Szenario die traditionellen Ausgleichsmechanismen wie die Zerstörung der Nachfrage oder die Verlangsamung der Wirtschaft nicht schnell genug greifen würden. Seiner Meinung nach müssten die Preise möglicherweise auf über 200 Dollar pro Barrel steigen, um die Angebots-Nachfrage-Lücke zu schließen.

Nicht jeder ist davon überzeugt. Der technische Analyst Tom McClellan stellt fest, dass große kommerzielle Händler - oft als "smart money" bezeichnet - derzeit gegen einen solchen extremen Anstieg wetten. In der Vergangenheit hat diese Gruppe größere Bewegungen bei den Ölpreisen relativ genau vorausgesehen, was ihre Position zu einem wichtigen Signal macht.

Dennoch sagt die Tatsache, dass ein Ölpreis von 200 Dollar jetzt ernsthaft diskutiert wird, eine Menge aus. Ein solches Szenario könnte die Weltwirtschaft treffen und die Inflation beschleunigen, aber es könnte auch Chancen im Energiesektor eröffnen. Die Anleger beobachten bereits Unternehmen wie ExxonMobil, Chevron, Halliburton und Occidental - Firmen, die in der Regel von steigenden Ölpreisen profitieren.

Zwischen Angst und Realität

Der Ölmarkt bewegt sich derzeit im ожидание eines Worst-Case-Szenarios - das aber noch nicht eingetreten ist. Die Preise reagieren eher auf Risiken als auf tatsächliche Engpässe, was die Situation von Natur aus instabil macht: Jede neue Erklärung oder jeder Angriff auf die iranische Infrastruktur könnte die Preise schnell in die Höhe treiben.

Ob der Ölpreis die 200-Dollar-Marke erreicht, hängt vor allem davon ab, wie stark die Versorgung durch die Straße von Hormuz unterbrochen wird. Wenn sich der Konflikt hinzieht und die Unterbrechungen länger andauern, könnte ein solches Szenario Realität werden. Im Moment schwankt der Markt jedoch zwischen Angst und Realität - und innerhalb dieser Ungewissheit bilden sich die Ölpreise.

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