Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Der US-Dollar-Index ist unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Punkten gefallen, was auf eine Schwäche der Währung hindeutet. Für Bitcoin könnte dies ein wichtiges Makrosignal sein: Historisch gesehen fiel ein Rückgang des DXY oft mit Kapitalzuflüssen in Kryptowährungen zusammen. Allerdings könnte die Situation rund um den Iran jederzeit die Nachfrage nach dem Dollar ankurbeln und das Gleichgewicht an den Märkten verschieben.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der US-Dollar-Index wird derzeit bei etwa 99,3 Punkten gehandelt. Das ist ein relativ niedriger Wert, den Trader nun genau beobachten. Wenn der DXY unter 100 liegt, bedeutet das nicht, dass der Dollar kollabiert, aber es zeigt, dass die Währung nicht so stark wirkt wie in Phasen, in denen der Index über 102–105 Punkten lag.
Der DXY zeigt, wie sich der US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs Währungen entwickelt. Der Euro hat mit rund 57 % das größte Gewicht im Index – daher haben die EUR/USD-Dynamiken einen besonders starken Einfluss auf den Indikator. Zum Korb gehören außerdem der japanische Yen, das britische Pfund, der kanadische Dollar, die schwedische Krone und der Schweizer Franken. Stärkt sich der Dollar gegenüber diesen Währungen, steigt der DXY. Schwächt sich der Dollar ab, fällt der Index.
Die Lage wird derzeit durch geopolitische Faktoren erschwert. Analysten von ING warnen, dass der DXY angesichts neuer Berichte im Zusammenhang mit dem Iran Aufwärtsrisiken ausgesetzt ist. In Zeiten der Unsicherheit kaufen Investoren häufig den Dollar als sicheren Hafen: Sie müssen Liquidität in einer Währung halten, die sich schnell für Abrechnungen, Anleihen und andere Instrumente nutzen lässt.
Ein ähnliches Szenario zeigte sich bereits im März an den Märkten. Damals fiel der DXY von über 100 Punkten in den Bereich um 99,1, während die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen nach einem Anstieg über 4,4 % auf 4,35 % zurückging.
Steigt die Nachfrage nach sicheren Anlagen aufgrund von Nachrichten rund um den Iran erneut, könnte der DXY versuchen, wieder über 100 Punkte zu klettern. Für den Markt würde das bedeuten, dass der Dollar erneut einen Teil der globalen Liquidität absorbiert.
Auf den ersten Blick gehört der DXY nur zum Währungsmarkt, ist aber auch für Bitcoin relevant. BTC wird meist in Dollar gehandelt, und sein Preis hängt stark davon ab, wie viel freie Liquidität im System verbleibt und ob Investoren bereit sind, Risikoanlagen zu kaufen. Deshalb hilft die Bewegung des Dollar-Index oft dabei, das Umfeld zu bestimmen, in dem sich Bitcoin gerade befindet: Risikobereitschaft oder eine Verschiebung hin zu defensiven Instrumenten.
Der DXY spiegelt die Nachfrage nach Dollar-Liquidität wider. Wenn der Dollar stärker wird, reduzieren Investoren häufiger ihre Positionen in Risikoanlagen und halten mehr Kapital in USD, US-Staatsanleihen oder anderen defensiven Instrumenten. In solchen Phasen wird es für Bitcoin schwieriger zu steigen, da ein Teil des Geldes aus hochvolatilen Anlagen abgezogen wird.
In der Praxis zeigt sich dies oft in einer inversen Korrelation zwischen DXY und BTC. Steigt der DXY, kann Bitcoin an Schwung verlieren oder fallen, weil der Dollar für Investoren attraktiver wird. Fällt der DXY, erhält BTC häufiger Unterstützung.
Diese Beziehung funktioniert jedoch nicht als exakte Formel im Sinne von „DXY runter – BTC sofort rauf“. Der Bitcoin-Preis wird auch von Fed-Zinssätzen, Anleiherenditen, ETF-Zuflüssen, regulatorischen Nachrichten und der allgemeinen Marktstimmung beeinflusst. In Panikphasen kann die Korrelation vorübergehend aussetzen: Investoren verkaufen dann Aktien und Kryptowährungen gleichzeitig und wechseln in den Dollar.
Historisch gesehen begannen große BTC-Wachstumsphasen oft nach DXY-Höchstständen oder bei einer spürbaren Dollar-Schwäche. 2020 fiel der Dollar-Index von etwa 102 auf 89 Punkte, und Bitcoin startete anschließend in einen starken Bullenmarkt. 2022–2023 zog sich der DXY von rund 114 auf 100 Punkte zurück, während sich BTC von etwa 19.000 $ auf 30.000 $ erholte. Ende 2023 fiel der Index von etwa 107 auf 100 Punkte, woraufhin Bitcoin weiter stieg und 2024 ein neues Allzeithoch von über 70.000 $ erreichte.
Schauen wir uns an, wie sich der DXY auf den Bitcoin-Preis auswirken könnte. Der entscheidende Bereich für den DXY ist derzeit die Zone von 99–100 Punkten. Bleibt der Index unter 100 und fällt weiter, bedeutet das, dass der Dollar keine stabile Unterstützung vom Markt erhält. Für Bitcoin ist ein solches Umfeld meist günstiger: Investoren verstecken sich weniger im USD und sind eher bereit, Positionen in hochvolatilen Anlagen zu halten.
Das erste Szenario für BTC ist ein anhaltendes Wachstum bei schwachem Dollar. Fällt der DXY unter 99 und konsolidiert sich dort, könnte der Markt mit lockereren Finanzbedingungen rechnen. In diesem Fall könnte Bitcoin nicht nur vom Kryptomarkt selbst, sondern auch vom breiteren makroökonomischen Umfeld profitieren: ein schwächerer Dollar, niedrigere Anleiherenditen und eine stärkere Risikobereitschaft.
Das zweite Szenario ist ein Anstieg des DXY über 100. Dies könnte passieren, wenn Nachrichten rund um den Iran die Nachfrage nach dem Dollar als sicheren Hafen erneut erhöhen oder wenn US-Wirtschaftsdaten stärker als erwartet ausfallen. In diesem Fall könnte Bitcoin unter Druck geraten, da ein Teil des Kapitals zurück in USD und Staatsanleihen fließen würde.
Letztlich bleibt der DXY einer der wichtigsten makroökonomischen Indikatoren für den Kryptomarkt. Für eine Bitcoin-Kursprognose ist es jetzt wichtig, nicht nur auf den BTC-Chart zu achten, sondern auch auf das Verhalten des DXY. Bleibt der DXY unter 100, unterstützt das die Idee eines schwachen Dollars und einer möglichen BTC-Rallye. Ein Anstieg über 100 hingegen könnte das bullische Szenario für den Kryptomarkt vorübergehend abschwächen.