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Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Bitcoin hat immer seinen Rhythmus gehabt. Alle vier Jahre hielt er inne, machte eine Atempause - und der Markt explodierte. Die Halbierung reduzierte die Belohnungen der Miner, die Knappheit schürte die Nachfrage, und der Preis kletterte. Nach der Euphorie kam dann der unvermeidliche Absturz. Dieser Zyklus wiederholte sich mit fast mathematischer Präzision und bestärkte den Glauben, dass Bitcoin nach seinem eigenen Naturgesetz lebte.
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Doch nun hat sich alles geändert. Nach der Halbierung im Jahr 2024 kam es nicht zu der erwarteten Explosion. Der Preis stieg langsam an - ohne den üblichen Schwung, ohne die heiße Welle, die den Kryptomarkt einst in Hysterie versetzte. Der Preis steigt wieder, aber anders: langsamer, gleichmäßiger, nicht durch Krypto-Ereignisse, sondern durch die Makroökonomie angetrieben. Bitcoin hat seine Zyklizität nicht verloren - er ist einfach reifer geworden. Und es scheint, dass sein Rhythmus nicht mehr vier, sondern fünf Jahre beträgt.
Einst gab der Blockkalender der Blockchain den Takt für die gesamte Branche vor. Heute ist es die Makroökonomie, die das tut. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA ist zum ersten Mal seit zwei Jahren in den Expansionsbereich vorgedrungen - ein Signal, das normalerweise den Appetit auf Risiken weckt. Die Geldmenge ist wieder auf einem Rekordhoch, die Liquidität sucht nach Rendite außerhalb von Bargeld und Anleihen, und findet sie zunehmend in digitalen Vermögenswerten.
Bitcoin steht nicht mehr abseits der globalen Finanzwelt - er ist ein Teil von ihr geworden. Krypto-ETFs haben ihn von einem Experiment zu einem Instrument gemacht. Die SEC prüft derzeit Dutzende von neuen Anträgen - von Solana und XRP bis hin zu Cardano. Der Markt hat sich so sehr verändert, dass selbst politische Störungen - wie der Stillstand der US-Regierung - die Nachfragestrukturen nicht mehr beeinflussen. Bitcoin ist Teil des Finanzsystems geworden, und sein Preis wird nun nicht mehr durch den Halbierungskalender, sondern durch makroökonomische Zyklen bestimmt.
Bitcoin löst sich langsam aus seiner Abhängigkeit von Halvings und integriert sich immer stärker in das globale Finanzsystem. Institutionelle Investoren sind zu einem untrennbaren Teil des Ökosystems geworden. ETFs, die noch vor wenigen Jahren wie ein Hirngespinst erschienen , verwalten heute Milliarden von Dollar. Neue Fonds, die auf ihre Zulassung warten, könnten die nächste Nachfragewelle entfachen - nicht spekulativ, sondern strategisch.
Trotz seiner Institutionalisierung bleibt Bitcoin eine emotionale Geschichte. Saad Ahmed von Gemini sagt, dass die Zyklen nie verschwinden werden, weil sie nicht von Algorithmen, sondern von Menschen angetrieben werden.
"Wir werden immer irgendeine Form der Wiederholung sehen - Übererregung, dann einen Absturz und dann eine Rückkehr zum Gleichgewicht".
Er glaubt, dass die institutionelle Beteiligung die Volatilität verringern, aber nicht beseitigen wird. Solange es Angst und Gier gibt, wird sich der Zyklus fortsetzen - nur dass er sich jetzt weiter ausdehnt und länger, aber stabiler wird. Mit anderen Worten: Die Natur des Marktes hat sich nicht verändert - nur seine Form.
Die Euphorie ist ruhiger geworden, die Korrekturen sind weniger schmerzhaft. Die Analysten von Glassnode bestätigen dies: Die Akkumulationsphase nach der Halbierung dauert länger, das Wachstum ist langsamer, und die Spitzenwerte sind länger. Interessanterweise ist der heutige Markt bemerkenswert ruhig. Der Fear & Greed Index liegt um die 50 - ein seltenes Gleichgewicht, in dem niemand nach Reichtum schreit, aber auch niemand Angst hat. Es fühlt sich nicht mehr an wie 2021 oder 2017. Es ist eine andere Art von Energie - Reife.
In den ersten Jahren hat die Halbierung alles verändert. Als die Belohnungen der Miner halbiert wurden, reagierte der Markt sofort: weniger Angebot, höhere Preise. Aber heute ist die tägliche Ausgabe von Bitcoin nur noch ein Bruchteil der Gesamtkapitalisierung - nicht mehr genug, um die Art von Knappheit zu erzeugen, die explosive Rallyes antreibt.
An ihre Stelle traten Makrozyklen. Seit der Pandemie hat sich der globale Markt im Rhythmus der Liquidität bewegt: Perioden der monetären Straffung gefolgt von einer Expansion etwa alle fünf Jahre. Bitcoin bewegt sich jetzt im gleichen Rhythmus - dem Rhythmus des globalen Kapitals.
Hinzu kommt die neue Marktgeometrie: Institutionelle Anleger denken nicht in Quartalen, sondern in Zyklen. ETF- und Treuhandfonds setzen Kapital langsam, über Jahre hinweg, ein und reagieren auf Veränderungen ebenso langsam. Der Markt ist größer geworden - und damit träger.
Und die vielleicht interessanteste Veränderung ist psychologischer Natur. Nach dem Crash von 2022 haben die Menschen aufgehört, sofortige Wunder zu erwarten - und das hat den Markt paradoxerweise gesünder gemacht. Der Fünfjahresrhythmus ist nicht nur eine Zahl. Er ist ein Zeichen von Reife. Bitcoin ist nicht länger ein Teenager, der sich von Halbierung zu Halbierung hangelt. Er ist Teil des breiteren wirtschaftlichen Ökosystems geworden und atmet im gleichen Rhythmus wie die Welt um ihn herum.