Von Abneigung zu Hass: Die Entwicklung der Beziehungen zwischen XRP und Bitcoin

Von Abneigung zu Hass: Die Entwicklung der Beziehungen zwischen XRP und Bitcoin
Konfrontation von zwei Kryptowährungen

Die Rivalität zwischen der Bitcoin-Community und der XRP-Community hat eine lange Geschichte. In diesem Jahr hat die Konfrontation jedoch ein neues Niveau erreicht - vor allem wegen des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Strategische nationale Reserve

Letzte Woche unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung zur Umsetzung mehrerer Kryptowährungsinitiativen, die er während seines Wahlkampfes angekündigt hatte. Dazu gehörte die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die nicht nur neue Regulierungsmaßnahmen für digitale Vermögenswerte entwickeln, sondern auch die Möglichkeit der Einrichtung einer nationalen Kryptowährungsreserve prüfen sollte.

Ja, Sie haben richtig gehört - eine Kryptowährungsreserve, nicht nur Bitcoin. Während Trump zuvor nur Bitcoin in seinen Wahlversprechen erwähnt hatte, änderte sich seine Rhetorik kurz vor seiner Amtseinführung. Ein paar Tage vor dem Ereignis berichtete die New York Post, dass Trump eine nationale Reserve schaffen will, die nicht nur aus BTC, sondern auch aus anderen "amerikanischen" Kryptowährungen besteht, darunter Solana, USD Coin und XRP.

Brad Garlinghouse, CEO von Ripple Labs, begrüßte die Idee und betonte seine Unterstützung für gleiche Wettbewerbsbedingungen: "Wenn eine staatliche Reserve für digitale Vermögenswerte geschaffen wird, sollte sie meiner Meinung nach die gesamte Branche repräsentieren, nicht nur einen Coin."

Die Reaktion der Bitcoin-Gemeinschaft

Die Bitcoin-Gemeinschaft reagierte scharf auf diese Nachricht und nannte Trumps Idee einen "großen Fehler". Pierre Rochard, Vizepräsident von Riot Platforms, beschuldigte Ripple, aggressiv Lobbyarbeit für die Aufnahme von XRP in die nationalen Reserven der USA zu betreiben: "Ripple zahlt Millionen an Politiker, um die Schaffung einer Bitcoin-Reserve zu verhindern."

Jack P. Richardson, Mitbegründer von Exodus, einer beliebten Kryptowährungs-Wallet, sprach sich ebenfalls gegen XRP aus. Obwohl er sich nicht als Bitcoin-Maximalist sieht, erklärte er, dass BTC der einzige Vermögenswert ist, dem er aufgrund seiner Dezentralisierung und Unabhängigkeit vertraut.

Unterdessen glaubt der bekannte Kryptoanalyst Willy Woo, dass die Aufnahme von XRP in die nationale Reserve diese bedeutungslos machen würde, da kein anderes Land XRP anstelle von Bitcoin halten möchte.

Diese Meinung wird von vielen Bitcoin-Anhängern geteilt. Viele glauben, dass XRP keine echte Kryptowährung ist. Ripple hingegen hat wiederholt versucht, den Ruf von Bitcoin zu diskreditieren, und hat sich in der Vergangenheit sogar für dessen Verbot eingesetzt. Jetzt spielt sich ein ähnliches Szenario erneut ab.

Ripple's Rache

Als Reaktion auf die Kritik führte Ripple den Memecoin Bitcoin Maxi Tears (BMT) ein und verspottete damit die Bitcoin-Maximalisten. Die Führung des Unternehmens bekräftigte diesen Schritt mit einer Erklärung:"Die Angriffe von BTC-Maximalisten gegen XRP haben viele gute Dinge gebracht: eine geeintere Gemeinschaft und ein paar urkomische Memes."

Dieser Schritt verblasst jedoch im Vergleich zu den vergangenen Aktionen von Ripple. Im März 2022 spendete der Ripple-Mitbegründer Chris Larsen 5 Millionen Dollar an Greenpeace, um eine Kampagne gegen Bitcoin zu starten. Die Umweltorganisation nutzte die Gelder, um die Behauptung zu verbreiten, Bitcoin sei schädlich für die Umwelt.

Aber ob aufgrund von Trumps Pro-Krypto-Haltung oder einfach, weil Greenpeace die Mittel ausgingen, gab die Organisation die Kampagne Ende 2024 auf und stellte ihre Kritik an Bitcoin ein.

Dieses Beispiel verdeutlicht den anhaltenden Konflikt zwischen Bitcoin und XRP, aber warum ist die Bitcoin-Gemeinschaft so kategorisch in ihrer Haltung gegen Ripple?

Es kann nur einer bleiben

Die Bitcoin-Gemeinschaft kritisiert XRP seit langem, da sie es als einen zentralisierten Vermögenswert ansieht, der dem Konzept des dezentralen digitalen Geldes widerspricht. Im Gegensatz zu Bitcoin, das keinen Single Point of Failure hat, wird XRP von Ripple kontrolliert und ist damit von Unternehmensentscheidungen abhängig. Dies ruft bei Bitcoin-Befürwortern Bedenken hervor, da Ripple die Entwicklung des Netzwerks beeinflussen, Gelder einfrieren und Richtlinien nach Belieben ändern kann. Darüber hinaus bleibt ein erheblicher Teil aller XRP unter der Kontrolle von Ripple, was zu Befürchtungen von Preismanipulationen und einer Abhängigkeit von Unternehmensmaßnahmen führt.

Ein weiteres großes Problem mit XRP ist sein Emissionsmodell. Im Gegensatz zu Bitcoin, wo neue Münzen durch einen dezentralen Proof-of-Work-Mechanismus geschürft werden, wurde XRP vollständig vorgemünzt, und seine Verteilung wurde zentral abgewickelt. Darüber hinaus gibt Ripple jeden Monat 1 Milliarde XRP von seinen Treuhandkonten frei und ähnelt damit funktional den digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs), die ebenfalls von zentralisierten Behörden ausgegeben werden und einer regulatorischen Kontrolle unterliegen.

Die Bitcoin-Gemeinschaft befürchtet, dass ein solches Modell die Kernprinzipien der Dezentralisierung und finanziellen Souveränität untergräbt und XRP eher einem traditionellen Finanzinstrument als einer unabhängigen Kryptowährung ähnelt.

Aus diesem Grund wird Trumps Vorschlag, XRP zur "nationalen Bitcoin-Reserve" hinzuzufügen, innerhalb der Bitcoin-Community als inakzeptabel angesehen. Wenn er durchkommt, könnten diejenigen, die Trump einst zum Wahlsieg verholfen haben, schnell zu seinen größten Kritikern werden.

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