Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Der November beginnt für Krypto-Investoren mit einer unangenehmen Nachricht. Nicht nur, dass der Vormonat kein Wachstum gebracht hat, sondern Bitcoin ist auch unerwartet unter 100.000 $ gefallen. Könnte der führende digitale Vermögenswert noch tiefer fallen und einen neuen Krypto-Winter auslösen?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Am Dienstagabend rutschte der Bitcoin-Kurs plötzlich auf 99.000 Dollar ab - eine Bewegung, die viele unvorbereitet traf. Der starke Rückgang setzte den wachsenden Abwärtsdruck fort, der sich in den letzten Wochen aufgebaut hatte. Analysten stellen fest, dass der Markt immer noch die Nachwehen des Flash Crashs vom 10. Oktober , dem größten in der Geschichte der Kryptowährung, spürt. Innerhalb weniger Minuten wurden Positionen im Wert von rund 20 Milliarden Dollar liquidiert, und Tausende von Händlern verloren ihre Gelder aufgrund technischer Ausfälle und eines plötzlichen Verschwindens der Liquidität an den Börsen.
Seitdem hat sich die Nachfrage nach Bitcoin weiter abgeschwächt. US-Investoren ziehen Gelder aus börsengehandelten Fonds ab, während die Coinbase-Prämie ins Negative gedreht hat, was auf eine nachlassende Kaufaktivität hindeutet. Zusätzlicher Druck kommt von institutionellen Fonds, die während des Oktober-Crashs gelitten haben und nun gezwungen sind, ihre Positionen zu reduzieren, um Verluste zu decken.
Infolgedessen ist der Markt in einen Teufelskreis geraten: Preisrückgänge lösen neue Verkäufe aus, und jede Welle von Liquidationen beschleunigt den Rückgang noch weiter. Angesichts der zunehmenden Unsicherheit und der anhaltenden Baisse schließen die Analysten nicht aus, dass Bitcoin noch tiefer fallen könnte - auch wenn die Marktstimmung vor kurzem noch recht optimistisch schien.
Ironischerweise erklärte die Standard Chartered Bank noch vor einer Woche zuversichtlich, dass Bitcoin nie wieder unter 100.000 Dollar fallen würde. Der Leiter des Bereichs Digital Asset Research der Bank, Geoffrey Kendrick, veröffentlichte eine Prognose, in der er argumentierte, dass positive makroökonomische und geopolitische Trends - insbesondere die sich erwärmenden Beziehungen zwischen den USA und China - eine solide Grundlage für eine Markterholung schaffen würden.
Laut Kendrick haben die Handelsverhandlungen zwischen Washington und Peking die jüngste Angst der Anleger in Hoffnung verwandelt. Nachlassende Spannungen, aufgeschobene chinesische Exportbeschränkungen und Pläne für mehrjährige Sojabohnenkäufe aus den USA trugen dazu bei, die Stimmung bei Risikoanlagen, einschließlich Kryptowährungen, zu verbessern.
Er wies auch darauf hin, dass das Bitcoin-Gold-Verhältnis wieder auf das Niveau vor dem Absturz zurückgekehrt war und dass Zuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs ein wichtiges Signal für erneutes Wachstum sein könnten.
"Wenn die Woche gut verläuft, wird Bitcoin vielleicht nie wieder unter 100.000 Dollar fallen", sagte Kendrick damals - und wie wir jetzt sehen können, hat er sich geirrt.
Nach Ansicht von CryptoQuant könnte das Schlimmste noch bevorstehen. Der Forschungsleiter des Unternehmens, Julio Moreno, glaubt, dass der Markt innerhalb von ein bis zwei Monaten auf 72.000 Dollar abrutschen könnte, wenn Bitcoin die 100.000-Dollar-Marke nicht halten kann.
Moreno stimmt zu, dass der Markt immer noch die Nachwirkungen des Zusammenbruchs vom 10. Oktober spürt. Seitdem ist die Aktivität an den Spotmärkten rückläufig, und die Stimmung der Anleger ist nach wie vor sehr negativ. Der Bullen-Score-Index, der das Gleichgewicht zwischen bullischer und bärischer Stimmung misst, liegt derzeit bei 20 Punkten und damit deutlich im bärischen Bereich. Dies deutet darauf hin, dass der Markt noch nicht bereit für einen Umschwung ist, wobei das wahrscheinlichste kurzfristige Szenario eine fortgesetzte Konsolidierung und ein mögliches Abtauchen in Richtung $95.000 oder tiefer ist.
Trotz des kurzfristigen Pessimismus bleiben die langfristigen Aussichten für Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt positiv. Experten sind sich einig, dass der aktuelle Rückgang kein Crash ist, sondern eher eine natürliche Korrektur nach einer starken Rallye - ein Stresstest für die Infrastruktur des Marktes. Ein Fall auf 72.000 Dollar ist zwar möglich, scheint aber zunehmend unwahrscheinlich.
Aus fundamentaler Sicht ist das Bitcoin-Netzwerk stärker denn je: Die Hash-Rate erreicht weiterhin Allzeithochs, institutionelle Investoren bauen die Krypto-Infrastruktur aus und große Banken und Fonds legen Produkte auf, die auf digitalen Assets basieren. Kapitalzuflüsse in börsengehandelte Fonds und die Übernahme von Bitcoin durch Unternehmen zeigen, dass das Interesse trotz kurzfristiger Volatilität weiterhin groß ist.
Unterdessen lockert die US-Notenbank allmählich ihre Geldpolitik, was traditionell Risikoanlagen zugute kommt. Vor dem Hintergrund des technologischen Fortschritts und der zunehmenden Integration von Blockchain in das globale Finanzwesen bleibt Bitcoin ein Eckpfeiler der Zukunft der digitalen Wirtschaft. Selbst wenn der Markt in den kommenden Wochen niedrigere Niveaus testet, bleibt das langfristige Wachstumsszenario unverändert - jede Verkaufswelle macht schließlich einem neuen Erholungszyklus Platz.