Silberpreise bleiben hoch, da China die Exporte einschränkt

Silberpreise bleiben hoch, da China die Exporte einschränkt
Chinas neue Exportregeln verknappen das weltweite Silberangebot

Die Entscheidung Chinas, ein spezielles zweijähriges Lizenzsystem für Silberexporte einzuführen, dürfte das weltweite Angebot erheblich einschränken und die Preise bis ins Jahr 2026 hoch halten.

Höhepunkte

  • Chinas neue zweijährige Exportlizenzregelung wird das weltweite Silberangebot verknappen und die Preise bis 2026 auf hohem Niveau halten.
  • Analysten warnen davor, dass die Beschränkungen das Preisgefälle zwischen China und der Welt vergrößern und den Silberpreis weltweit um bis zu 30 % in die Höhe treiben könnten.
  • Die steigende industrielle Nachfrage und die Geopolitik machen Silber zu einem strategischen Metall und nicht nur zu einem Edelmetall.

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Ab Donnerstag benötigen Exporteure eine Genehmigung der Regierung und ersetzen damit ein Quotensystem, das seit mehr als zwei Jahrzehnten in Kraft war. Während Peking den Schritt mit dem Schutz von Umwelt und Ressourcen begründet, sehen Marktteilnehmer darin eine strategische Verschärfung, die den Zugang zu dem Metall in Übersee einschränkt. Analysten warnen davor, dass die strengeren Zulassungsregeln - einschließlich einer nachgewiesenen Exporthistorie und hoher Produktionsschwellen - den Kreis der zugelassenen Exporteure stark einschränken werden. Da China ein wichtiger Produzent und Raffineriebetreiber ist, dürfte sich jeder Engpass auf die Weltmärkte auswirken. Die Beschränkungen kommen nach einem Jahr extremer Volatilität, in dem der Silberpreis kurzzeitig auf über $ 80 je Unze anstieg. Viele Beobachter sehen in der Politik nun eher eine strukturelle Veränderung als eine vorübergehende Intervention.

Analysten warnen vor Preisanstieg außerhalb Chinas

Marktbeobachter sind der Ansicht, dass das neue Lizenzsystem dazu führen könnte, dass sich die Preislücke zwischen den chinesischen Inlandsmärkten und den internationalen Benchmarks vergrößert. Joseph Dahrieh von Tickmill merkte an, dass sich nur 44 Unternehmen für eine Exportgenehmigung für 2026-27 qualifiziert haben, was zu zusätzlichen Reibungsverlusten führt und die Angebotskontrolle konzentriert. Dies könnte die Verfügbarkeit von Silber innerhalb Chinas erhöhen und gleichzeitig das Angebot im Ausland, insbesondere in den USA und Europa, verknappen. Die Auswirkung zeigt sich bereits in der so genannten Shanghai-Prämie, bei der Silber 5 bis 10 Dollar pro Unze über dem Comex-Preis gehandelt wird.

Nach Ansicht des Rohstoffanalysten Anton Kharitonov könnten die Auswirkungen sogar noch deutlicher ausfallen. "Wenn China diese Exportregeln strikt anwendet, könnten wir in den nächsten 12 Monaten leicht einen Anstieg der weltweiten Silberpreise um 30 % erleben", sagte Kharitonov unter Hinweis auf die eingeschränkten Exporte und die steigende industrielle Nachfrage. Er fügte hinzu, dass Silber zu einem der geopolitisch sensibelsten Metalle auf dem Markt wird".

Industrielle Nachfrage und Geopolitik beflügeln den Aufwärtstrend

Der Zeitpunkt des chinesischen Schrittes ist besonders heikel, da die Silbernachfrage aus den Bereichen Photovoltaik, künstliche Intelligenz und Elektrofahrzeuge weiter ansteigt. Die Vereinigten Staaten, ein wichtiger Silberimporteur, haben das Metall kürzlich in ihre Liste der kritischen Mineralien aufgenommen, was seine strategische Bedeutung unterstreicht. Elon Musk kritisierte öffentlich die Beschränkungen und wies darauf hin, dass Silber für viele industrielle Prozesse unverzichtbar ist. Wirtschaftswissenschaftler wie Alicia Garcia-Herrero argumentieren, dass die Politik darauf abzielt, Chinas heimischen Solar- und EV-Sektoren den Vorrang zu geben, auch wenn sie die ausländischen Lieferketten belastet.

Auch wenn einige Risiken bestehen bleiben - einschließlich potenzieller US-Zölle, einer starken Dollar-Dynamik und technologischer Substitution - bleiben die allgemeinen Aussichten konstruktiv. Kharitonov ist der Ansicht, dass Silber eher in ein neues Preisregime als in eine spekulative Spitze eintritt. "Es handelt sich nicht mehr nur um eine Edelmetallrallye", sagte er. "Silber wird auf dem Weg ins Jahr 2026 als strategischer Industriewert neu bewertet."

Kürzlich schrieben wir, dass Silber das Jahr 2026 mit neuem Schwung eröffnet und am Montag nach einer steilen Rallye, die die Preise wieder in Richtung der jüngsten Höchststände getrieben hat, bei 75,8 $ gehandelt wird.

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