BMWE und EIF bauen Eigenkapitalprogramm für Tech-Start-ups aus

BMWE und EIF bauen Eigenkapitalprogramm für Tech-Start-ups aus
Milliarden für Tech-Start-ups

Quelle: BMWE Pressemitteilungen

Höhepunkte

  • BMWE und EIF stellen zusätzliche 1,6 Milliarden Euro für das offene Mandat ‚EIF German Equity‘ bereit, um die Eigenkapitalbasis junger Tech-Unternehmen in Deutschland zu stärken.
  • Als Dachfonds investiert ‚EIF German Equity‘ gezielt in Venture-Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland und europäische Standortvorteile, mobilisiert dabei oft das Fünffache an privatem Kapital.
  • Seit 2004 ermöglichten 290 EIF-Fondsinvestments in Höhe von rund 49 Milliarden Euro Finanzierung für mehr als 6.000 Unternehmen, darunter DeepL, N26 und Trade Republic.

Mit einer neuen Programmlinie wollen Bund und europäische Förderinstitutionen die Finanzierungslücke zwischen Gründung und Wachstum in Deutschland weiter schließen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie mehr privates Kapital in technologiegetriebene Unternehmen gelenkt und Europa als Standort für skalierbare Innovationen gestärkt werden kann.

1,6 Milliarden Euro für „EIF German Equity“

Unter der Programmlinie „EIF German Equity“ erweitern das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) ihre seit 2004 bestehende Partnerschaft. Dafür werden zusätzliche 1,6 Milliarden Euro bereitgestellt, um die Eigenkapitalbasis junger Technologieunternehmen zu stärken und den Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds zu verbessern. Das Mandat ist branchenoffen und adressiert unter anderem Künstliche Intelligenz, datengetriebene Anwendungen, FinTech, Digitalisierung, industrielle Innovation sowie Energie-, Produktions- und Life-Science-Technologien.

Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie) betonte, die Mittel sollten gemeinsam mit privaten Kapitalgebern investiert werden, um zusätzliches privates Kapital zu mobilisieren. Neben besseren Finanzierungschancen für Gründerinnen und Gründer soll das Programm auch neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern den Markteintritt erleichtern. Ergänzend entsteht mit bestehenden Wachstums- und Scale-up-Programmen ein Portfolio von über zehn Milliarden Euro, inklusive des deutschen Beitrags zur European Tech Champions Initiative.

Hebel für Venture-Capital-Markt und Technologiestandort

Als Dachfonds investiert „EIF German Equity“ in Venture-Capital- und Wachstumsfonds mit Deutschland-Fokus, ergänzt um europäische Fonds mit klar erkennbaren Standortvorteilen. Der EIF versteht sich dabei als langfristiger Ankerinvestor, der Governance-, Transparenz- und ESG-Standards setzt und damit die Marktqualität stabilisieren soll. Laut Programmbeschreibung wirken EIF-Beteiligungen regelmäßig als Qualitätssignal und mobilisieren häufig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel, oft etwa das Fünffache.

Für das Ökosystem erwartet die Initiative eine größere Zahl aktiver Fondsmanager, bessere Skalierungsperspektiven für Start-ups und Scale-ups sowie zusätzliche internationale Investoren. Nicola Beer (Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank, EIB) ordnete das Mandat als Beitrag zur strategischen Souveränität Europas ein, weil der Zugang zu Eigenkapital über die Fähigkeit entscheide, Technologieunternehmen in Europa groß zu machen. Merete Clausen (Mitglied der Geschäftsleitung des EIF) verwies darauf, dass der Ausbau insbesondere Deep Tech, Life Sciences sowie Energie- und Industrietechnologien stärken soll, die auf leistungsfähige Fondsstrukturen angewiesen seien.

Bilanz seit 2004 und europäische Einbettung

Seit 2004 wurden im Rahmen der Zusammenarbeit rund 290 Fondsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von etwa 49 Milliarden Euro getätigt, wodurch mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen ermöglicht wurden. Als Beispiele für unterstützte Unternehmen werden unter anderem DeepL, GetYourGuide, N26, Personio, Trade Republic, Flix und Home24 genannt. Der EIF hat den Angaben zufolge seit 2004 über 14 Milliarden Euro in Deutschland investiert und damit mehr als 3.000 Unternehmen mit Eigenkapital sowie über 126.000 weitere Unternehmen über Garantien unterstützt.

Programmatisch zahlt „EIF German Equity“ zudem auf „TechEU“ ein, die paneuropäische Innovationsstrategie von EIF und EIB. Der Ansatz kombiniert nationale Frühphasenförderung mit europäischen Instrumenten wie der European Tech Champions Initiative, die Wachstumskapital bereitstellen soll. Ziel ist es, Finanzierungslücken zwischen frühen VC-Runden und späterer Wachstumsfinanzierung zu schließen und den Aufbau künftiger europäischer Tech-Champions zu beschleunigen.

Traders Union hatte zuvor die zentralen KfW- und ERP-Förderkredite für Gründungen, Nachfolgen sowie Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben in Deutschland zusammengefasst. Der Beitrag erläuterte die Bandbreite der Kreditvolumina, die Hausbank als zwingenden Zugangskanal sowie Konditionen wie lange Laufzeiten und mögliche Haftungsfreistellungen, ergänzt um Konsortialkredite für größere Innovations- und Transformationsprojekte.

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