Prognose für den Erdgaspreis: Befürchtungen hinsichtlich eines Überangebots begrenzen Erholung bei 3 $ Unterstützung
Die US-Erdgasfutures stabilisieren sich nach Monaten extremer Volatilität in der Nähe der 3,3 $-Marke, da die Händler ihre Positionierung nach den witterungsbedingten Preisschwankungen zu Beginn dieses Jahres neu bewerten.
Höhepunkte
- Erdgas wird in der Nähe von $ 3,34 pro MMBtu gehandelt und konsolidiert sich nach der extremen winterbedingten Volatilität.
- Die Preise liegen weiterhin unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was einen allgemeinen Abwärtstrend bestätigt.
- Das weltweite LNG-Angebot wird bis 2030 stark ansteigen, aber die von der künstlichen Intelligenz angetriebene Energienachfrage könnte die langfristigen Aussichten verändern.
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Zwar haben sich die Preise von den jüngsten Tiefstständen leicht erholt, doch bleibt die allgemeine Struktur fragil, da die Sorge um ein Überangebot weiterhin die Stimmung beherrscht.
Die derzeitige Marktpause folgt auf eine scharfe Kehrtwende im Januar, als die Erdgaspreise während des strengen Winters auf über 7,50 $ anstiegen, bevor sie wieder in den Bereich von 3 bis 3,5 $ zurückfielen. Dieser Rückschlag hat dazu geführt, dass sich die Preise in der Nähe der Niveaus konsolidieren, die seit Mitte 2025 als Untergrenze dienten, ohne dass es jedoch klare Anzeichen für eine Trendumkehr gibt.
Trotz der Konsolidierung bleibt der technische Druck bestehen
Aus technischer Sicht befindet sich Erdgas weiterhin in einer rückläufigen Konfiguration. Die Preise werden unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten gehandelt, darunter der 50-Tage-EMA bei 4,11 $, der 100-Tage-EMA bei 4,08 $ und der 200-Tage-EMA bei 3,71 $. Diese Ausrichtung bestätigt, dass die jüngste Stabilisierung eher korrigierend als trendändernd ist.

Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Die Momentum-Indikatoren sprechen weiterhin für die Verkäufer. Der parabolische SAR liegt weiterhin deutlich über dem Preis, was die Ansicht untermauert, dass der Abwärtsdruck noch nicht entscheidend gebrochen wurde. Zwar hat sich die Volatilität seit Januar deutlich abgekühlt, doch hat der Markt noch keine Widerstandsniveaus erreicht, die eine Verbesserung der Trendstärke signalisieren würden.
Die Unterstützung zwischen 3 $ und 3,2 $ bleibt kritisch. Diese Zone hat seit Mitte 2025 mehrfach Verkaufsdruck aufgenommen. Ein nachhaltiger Durchbruch darunter würde den Markt wahrscheinlich einem tieferen Abwärtstrend in Richtung des Bereichs von 2,5 $ bis 2,7 $ aussetzen, wo die historische Unterstützung dünner ist. Auf der Oberseite begrenzt der Widerstand bei 3,7-$4 $ weiterhin die Erholungsversuche.
Angebotswachstum trübt die fundamentalen Aussichten
Die Fundamentaldaten bleiben der wichtigste Gegenwind. Führungskräfte auf der LNG2026-Konferenz warnten, dass das weltweite LNG-Angebot zwischen 2024 und 2030 um mehr als 50 % steigen dürfte, was auf eine Welle neuer Projekte zurückzuführen ist, die in Betrieb gehen. Es wird erwartet, dass Projekte wie Golden Pass LNG in den USA und die North Field Expansion in Katar zu einem erheblichen Anstieg des Volumens führen werden, wobei der höchste Versorgungsdruck für die Jahre 2027 und 2028 prognostiziert wird.
Diese Aussichten haben bei den Händlern zu einer defensiven Haltung geführt, vor allem nachdem es wiederholt nicht gelungen ist, die Erholungen nach den winterbedingten Spitzen Ende 2025 und Anfang 2026 aufrechtzuerhalten. Das Muster hat den Eindruck verstärkt, dass der mittelfristige Trend eher von einem strukturellen Überangebot als von vorübergehenden Nachfrageschocks geprägt ist.
Dennoch gibt es auch längerfristige Gegenargumente für die rückläufige Entwicklung des Angebots. Der Vorstandsvorsitzende von QatarEnergy hat davor gewarnt, dass die steigende Stromnachfrage durch künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Elektrifizierung das Gleichgewicht im späteren Verlauf des Jahrzehnts beeinträchtigen könnte. Die asiatische Nachfrage bleibt eine Schlüsselvariable, und die anhaltende Abhängigkeit Europas von LNG-Importen ist eine weitere strukturelle Stütze, selbst wenn die kurzfristige Nachfrage 2025 nachlässt.
Ausblick: Tendenz zur Bandbreite bleibt bestehen
Vorerst bleibt Erdgas zwischen schwachen technischen Daten und längerfristigen Nachfragethemen gefangen, die den Preis erst noch beeinflussen müssen. Die Unterstützung bei $3-$3,2 ist nach wie vor entscheidend, um einen erneuten Abwärtstrend zu vermeiden, während der Widerstand bei $3,7-$4 die obere Begrenzung der aktuellen Handelsspanne definiert.
Wie bereits erörtert, war Erdgas bereits unter die wichtigsten gleitenden Durchschnitte zurückgefallen, als die Wetterrisiken nachließen, was die Erwartung seitwärts gerichteter bis niedrigerer Preise anstelle einer anhaltenden Erholung verstärkte.
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