Prognose für den Erdgaspreis: Kann die Unterbrechung der LNG-Lieferungen den Gaspreis wieder über 3,2 Dollar treiben?

Prognose für den Erdgaspreis: Kann die Unterbrechung der LNG-Lieferungen den Gaspreis wieder über 3,2 Dollar treiben?
Erdgas steigt inmitten der Hormuz-LNG-Spannungen wieder auf 3 $

Die US-Erdgasfutures erholten sich nach einer deutlichen Intraday-Erholung wieder in Richtung 3,01 $, doch die breitere technische Struktur bleibt unter Druck. Der Aufschwung folgt auf die erneuten geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormuz, einen Korridor, über den mehr als 20 % des weltweiten LNG-Handels abgewickelt werden, doch die Preise notieren immer noch unter den wichtigsten gleitenden Durchschnitten, die den vorherrschenden Abwärtstrend definieren.

Höhepunkte

  • Erdgas wird in der Nähe von 3,01 $ gehandelt, bleibt jedoch unter allen wichtigen Tages-EMAs.
  • Das Risiko der Straße von Hormuz unterstützt die kurzfristige Volatilität der LNG-Ströme.
  • $3,2 und $3,6 markieren wichtige Widerstandsniveaus für eine Trendumkehr.

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Das Tagesdiagramm zeigt einen anhaltenden Rückgang seit dem Anstieg im Februar über die 7 $-Marke, der durch bestimmte Ereignisse ausgelöst worden war, aber inzwischen wieder vollständig zurückgegangen ist. Seitdem hat der Kontrakt ein Muster aus niedrigeren Höchst- und Tiefstständen gebildet und ist von etwa 4,5 $ auf die jüngsten Unterstützungsniveaus bei 2,85 $ bis 2,9 $ gefallen.

Preisdynamik bei Erdgas (Quelle: TradingView)

Trotz der jüngsten Erholung bleibt Erdgas unter dem 20-Tage-EMA bei 3,21 $, dem 50-Tage-EMA bei 3,57 $, dem 100-Tage-EMA bei 3,68 $ und dem 200-Tage-EMA bei 3,61 $. Diese gestapelte Ausrichtung hält die mittelfristige Struktur bärisch. Der RSI um 43 signalisiert eher ein neutrales bis schwaches Momentum als einen stark überverkauften Zustand, was darauf hindeutet, dass zwar eine Short-Eindeckung möglich ist, eine bestätigte Trendumkehr aber noch nicht stattgefunden hat.

Steigt der Preis über 3,20 $, könnte er bis auf 3,55 $ steigen, wo der 50-Tage-EMA auf die vorherigen Durchbruchsmarken trifft. Um die allgemeine Tendenz wieder nach oben zu drehen, müsste sich der Preis für längere Zeit über dem Bereich von 3,6 bis 3,7 $ halten.

Geopolitisches Risiko gleicht längerfristiges Angebotswachstum aus

Der kurzfristige fundamentale Treiber ist das Transportrisiko. Störungen und die Umleitung von LNG-Ladungen durch Hormuz haben die Versorgungssicherheit für asiatische und europäische Käufer verschlechtert. Der Anstieg des Ölpreises hat sich auch auf die Stimmung am Gasmarkt ausgewirkt, da sich die höheren Fracht- und Energiekosten auf die Märkte auswirken.

Die langfristigen Aussichten deuten jedoch darauf hin, dass die Kapazitäten wachsen werden. Saudi Aramco hat mit der Produktion seines 100 Milliarden Dollar teuren Jafurah-Schiefergasprojekts begonnen und strebt bis 2030 eine Fördermenge von bis zu 2 Milliarden Kubikfuß pro Tag an. In der Zwischenzeit machen Katar und ADNOC Fortschritte bei ihren LNG-Expansionsinitiativen, und die Internationale Energieagentur rechnet im Laufe dieses Jahrzehnts mit einem Anstieg des weltweiten Angebots.

Wie wir bereits in unserer Berichterstattung über Erdgas erörtert haben , hat sich der Markt schwer getan, eine Erholung aufrechtzuerhalten, sobald die winterbedingte Nachfrage nachlässt. Der derzeitige Aufschwung spiegelt eher geopolitische Risiken als eine strukturelle Verknappung des Angebots wider.

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