Nach Angaben der ABDA und auf Basis der im Artikel zitierten Branchenzahlen erreicht die Zahl der Apothekeninsolvenzen 2025 den höchsten Stand seit 2008, während bundesweite Proteste am Montag den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe in den Mittelpunkt rücken. In Deutschland bleiben viele Apotheken deshalb geschlossen, weil Betreiber und Beschäftigte gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung und für eine bessere finanzielle Ausstattung demonstrieren. Die Warnung vor einer breiteren Schließungswelle gewinnt damit zusätzlich an Gewicht.
Höhepunkte
- Im Jahr 2025 gehen 44 Apotheken in Insolvenz und 502 Apotheken schließen dauerhaft, während 246 Standorte akut von Zahlungsunfähigkeit bedroht sind.
- 35 Prozent der Apotheken erzielen 2025 ein Betriebsergebnis von weniger als 100.000 Euro, bei regulierter Vergütung von 8,35 Euro pro Packung seit 13 Jahren unverändert.
- ABDA fordert eine Erhöhung der Vergütung auf 9,50 Euro pro Packung mit jährlicher Anpassung, da die flächendeckende Versorgung zunehmend gefährdet ist.
Insolvenzen und Schließungen nehmen zu
Im Jahr 2025 müssen laut den jüngsten im Artikel genannten Zahlen 44 Apothekeninhaber Insolvenz anmelden. Zugleich schließen 502 Apotheken dauerhaft, was die Belastung in der Branche deutlicher zeigt als die reine Insolvenzzahl. Von den 16.601 Apotheken in Deutschland gelten 246 mit einem Bonitätsindex von 4,5 bis 6,0 als akut von Zahlungsunfähigkeit bedroht. Für 2026 deutet sich nach Darstellung des Artikels an, dass noch mehr Betriebe betroffen sein könnten.
ABDA-Sprecher Christian Splett erklärt, dass viele Inhaber ihre Apotheken zum Jahresende aufgeben. Ein wesentlicher Grund sei, dass sich oft keine Nachfolge finde, weil der Betrieb nicht genug Gewinn abwerfe. Damit verstärkt sich der Rückgang der Filialen zusätzlich zu den formalen Insolvenzen. Der Bestand an Apotheken liegt bereits auf dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren.
Regulierte Erlöse treffen auf steigende Kosten
Nach ABDA-Angaben schreiben zuletzt sieben Prozent der Apotheken rote Zahlen. 35 Prozent erwirtschaften 2025 ein Betriebsergebnis von weniger als 100.000 Euro, noch vor Steuern, Altersvorsorge und Investitionsbedarf. Splett sagt, in solchen Betrieben verdienten manche Inhaber weniger als ihre Beschäftigten. Mehr als 80 Prozent des Umsatzes stammen aus rezeptpflichtigen Arzneimitteln, deren Preise staatlich reguliert sind.
Die Apothekenvergütung pro Packung beträgt netto 8,35 Euro, hinzu kommt ein Zuschlag von drei Prozent auf den Großhandelsabgabepreis. Nach Darstellung von Splett hat sich an diesen Werten seit 13 Jahren nichts geändert, während Personal-, Energie- und Mietkosten weiter steigen. Der deutsche CRIF-Geschäftsführer Frank Schlein sieht deshalb einen erheblichen wirtschaftlichen Druck durch die wachsende Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen. Die wirtschaftliche Lage vieler Standorte bleibt damit angespannt.
Versorgung und politische Forderungen im Fokus
Die ABDA warnt, dass die flächendeckende Versorgung gefährdet ist. Splett verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem eine Vergütung von 9,50 Euro sowie eine anschließende jährliche Anpassung festgelegt sei. Aus Sicht des Verbands würde erst dies den Apotheken wieder eine wirtschaftliche Perspektive geben. Genau auf diese Forderung zielen die Proteste am Montag ab.
Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft bleibt die Branche nach den im Artikel genannten Daten zwar stabiler. Bundesweit gelten 10,3 Prozent aller Unternehmen als insolvenzgefährdet, bei Apotheken sind es 1,7 Prozent. Dennoch zeigt die Kombination aus wachsender Zahl von Schließungen, schwacher Ertragslage und fehlenden Nachfolgern, dass sich der Druck im deutschen Apothekenmarkt weiter erhöht. Für Patienten und ländliche Regionen gewinnt die Entwicklung damit zusätzliche Bedeutung.
Wir berichteten zuvor über den Wahlsieg der CDU in Rheinland-Pfalz und die daraus abgeleiteten Signale für die Bundespolitik. Der Beitrag zeigte, wie die Union das Ergebnis als Rückenwind nutzt, um in Berlin mit der SPD Entlastungen bei Steuern, Bürokratie und Energiekosten voranzutreiben, und warum die Umsetzung trotzdem von der Stabilität der Koalition abhängt.
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