Grüne drängen auf verpflichtendere Betriebsrente für Beschäftigte in Deutschland
Die Debatte über die zusätzliche Altersvorsorge in Deutschland gewinnt mit einem neuen Vorstoß der Grünen im Bundestag an Gewicht. Die Fraktion will die betriebliche Altersversorgung für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ausbauen und Arbeitgeber stärker an der Finanzierung beteiligen.
Höhepunkte
- Bündnis 90/Die Grünen fordern im Bundestag eine verpflichtendere Betriebsrente und gesetzliche Maßnahmen zur Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge.
- Die Grünen schlagen vor, Arbeitgeber verpflichtend mit bis zu vier Prozent des Gehalts oder mindestens paritätisch an der Altersvorsorge zu beteiligen.
- Deutschland weist mit etwas mehr als 50 Prozent Betriebsrenten-Abdeckung im EU-Vergleich niedrige Werte auf, während Länder wie Niederlande und Schweiz fast vollständige Abdeckung haben.
Vorstoß zur Ausweitung der Betriebsrente
Wie der Deutsche Bundestag in seinem Informationsdienst hib berichtet, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag mit dem Titel „Eine Betriebsrente für alle“ die Bundesregierung auf, gesetzgeberische und weitere Maßnahmen zur Ausweitung von Betriebsrenten zu ergreifen.Nach den Vorstellungen der Abgeordneten gehören dazu eine stärkere Tarifbindung, eine Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung bei der betrieblichen Altersvorsorge sowie eine verbindlichere Beteiligung der Arbeitgeber. Diese sollen sich mit bis zu vier Prozent des beitragspflichtigen Gehalts, mindestens aber paritätisch, an der betrieblichen Altersvorsorge beteiligen.
Druck durch niedrige Verbreitung im europäischen Vergleich
Die Antragsteller begründen den Vorstoß damit, dass derzeit nur etwas mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland mindestens eine Anwartschaft in der betrieblichen Altersvorsorge hat. Aus Sicht der Grünen ist das im europäischen Vergleich ein niedriger Wert.Als Beispiele nennen sie die Niederlande, Dänemark und die Schweiz, wo die betriebliche Altersvorsorge für nahezu alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein fester Bestandteil der Altersvorsorge ist. Die Fraktion sieht in diesen Modellen einen Beleg dafür, dass kollektive Kapitalanlage Versorgungslücken schließen und zugleich bei vergleichsweise geringem Risiko höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen kann.
In unserem früheren Beitrag zu den deutlich gestiegenen Bruttomonatsentgelten von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland haben wir gezeigt, dass der Medianlohn 2025 vor allem aufgrund höherer Tarifabschlüsse merklich zulegt. Zudem wurde der unbereinigte Gender-Pay-Gap sowie regionale und qualifikationsbezogene Unterschiede bei den Einkommen beleuchtet. Diese Entwicklungen sind auch für die Debatte um die Ausweitung der Betriebsrente relevant, weil Lohnniveau und Tarifbindung zentrale Stellschrauben für eine breitere betriebliche Altersvorsorge sind.
Neueste Public Safety Nachrichten
- Forex
- Crypto