Lindt, Milka und Eierpreise steigen vor Ostern in Deutschland

Lindt, Milka und Eierpreise steigen vor Ostern in Deutschland
Osterpreise steigen deutlich

Nach einer Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur verteuern sich Schoko-Osterhasen großer Marken in Deutschland vor Ostern deutlich, während auch Eier wegen eines knapperen Angebots teurer werden. Im Handel liegen die Preise für einzelne Hasen je nach Marke und Größe sieben bis 29 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit trifft der saisonale Preisdruck Verbraucher trotz zuletzt gesunkener Kakaonotierungen und eines sich bereits länger anziehenden Eierkonsums.

Höhepunkte

  • Die Preise für Schokoladenhasen von Lindt und Milka steigen im Vergleich zu März 2023 je nach Größe um 20 bis 70 Cent.
  • Eier aus Bodenhaltung kosten im Einzelhandel aktuell durchschnittlich 25 Cent pro Stück, nachdem Vogelgrippe und Newcastle-Krankheit das Angebot deutlich reduziert haben.
  • Trotz sinkender Rohkakaopreise bleibt das Preisniveau für saisonale Schokoladeprodukte wegen langfristiger Einkaufsverträge und hoher Nebenkosten weiterhin erhöht.

Preisaufschläge bei Süßwaren und Eiern

Schokoladenhasen von Lindt, Milka, Kinder und Ferrero kosten nach der erhobenen Marktübersicht in diesem Jahr spürbar mehr. Die 100-Gramm-Version des Lindt-Hasen verteuert sich gegenüber März des Vorjahres um 70 Cent, die 50-Gramm-Variante um 50 Cent. Beim 90 Gramm schweren Milka-"Schmunzelhasen" steigt der Preis um 60 Cent, die 45-Gramm-Version kostet 20 Cent mehr.

Auch am Eiermarkt ziehen die Preise weiter an. Eier aus Bodenhaltung verteuern sich innerhalb eines Jahres von durchschnittlich 20 auf 25 Cent pro Stück, während die Großhandelspreise von rund 16,45 auf 20,8 Cent je Ei steigen. Nach den Angaben im Artikel verknappen Vogelgrippe und Newcastle-Krankheit das Angebot, nachdem ganze Bestände gekeult werden und allein im Landkreis Dahme-Spreewald mehr als 1,3 Millionen Tiere betroffen sind.

Kakaoeinkauf bremst schnelle Entlastung

Obwohl die Rohkakaopreise zuletzt sinken, kommt diese Entwicklung nach Angaben von Lindt & Sprüngli noch nicht im Supermarkt an. Das Unternehmen erklärt, Kakao werde langfristig eingekauft, daher dauere es einige Zeit, bis niedrigere Marktpreise in den eigenen Kosten sichtbar werden. Hinzu kommen weiterhin hohe Ausgaben für andere Rohstoffe wie Nüsse sowie für Verpackungen.

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie verweist ebenfalls darauf, dass niedrigere Rohstoffpreise oft erst Monate später im Handel ankommen. Viele Unternehmen zahlen demnach weiter die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden. Dadurch bleiben Ladenpreise für saisonale Schokoladenprodukte vorerst erhöht, selbst wenn sich die Börsenpreise für Kakao inzwischen etwas entspannen.

Belastung für Verbraucher und Lebensmittelhandel

Für den deutschen Einzelhandel fällt die Osterperiode damit in eine Phase anhaltender Kostenweitergaben bei stark nachgefragten Alltags- und Saisonartikeln. Besonders bei Eiern verschärft die seit 2022 steigende Nachfrage die Situation zusätzlich, weil der Pro-Kopf-Verbrauch weiter zunimmt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise bis zum Osterfest weiter unter Aufwärtsdruck bleiben.

Für Hersteller und Händler zeigt die Entwicklung, wie stark Beschaffungszyklen und Tierseuchen kurzfristige Entlastungen überlagern können. Sinkende Rohstoffnotierungen reichen nicht aus, wenn frühere Einkaufsverträge und höhere Nebenkosten noch in den Verkaufspreisen stecken. Für Haushalte in Deutschland bedeutet das vorerst höhere Ausgaben für klassische Osterprodukte.

Wir berichteten zuvor über die Debatte in der Koalition, Grundnahrungsmittel durch eine Senkung der Mehrwertsteuer bis auf null Prozent zu entlasten, um möglichen Inflationsdruck durch steigende Energiepreise abzufedern. In dem Beitrag ging es auch um die fiskalischen Folgen einer solchen Maßnahme und den politischen Streit darüber, ob Entlastungen eher über Steuern oder über Eingriffe bei den Energiekosten erfolgen sollen.

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