Deutschland warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Iran-Krise

Deutschland warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Iran-Krise
Iran-Krise bedroht Wirtschaft

Die verschärfte Lage im Iran und die Risiken für die Straße von Hormus rücken die Belastungen für Deutschland und die Weltwirtschaft in den Mittelpunkt. Karl-Theodor zu Guttenberg sieht die Folgen bereits jetzt als gravierend an und verweist auf gesenkte Wachstumsprognosen für 2026.

Höhepunkte

  • Der IWF senkte die Wachstumsprognose für Deutschland 2026 auf 0,8 Prozent nach zuvor 1,1 Prozent wegen Iran-Krise-bedingten Unsicherheiten.
  • Eine mögliche Blockade der Straße von Hormus könnte laut Guttenberg und führenden Wirtschaftsinstituten zu dramatischen Belastungen für die Weltwirtschaft und Handelsströme führen.
  • Zu Guttenberg fordert von europäischen Regierungen Strategien zum Schutz ihrer Interessen im Persischen Golf, falls die U.S. militärisch abziehen.

Warnungen zu Regime, Verhandlungen und Ölschock

Wie BILD.de berichtet, warnt der frühere deutsche Minister Karl-Theodor zu Guttenberg davor, die Machtverhältnisse im Iran nach der ersten Kriegsphase falsch einzuschätzen. Das ursprüngliche Regime existiere als solches nicht mehr, zugleich gewännen die Revolutionswächter weiter an Einfluss und hielten zunehmend die Zügel in der Hand.

Zu Guttenberg beschreibt die iranische Führung trotz der Tötung ranghoher Vertreter als verhandlungserfahren und widerstandsfähig. Aus seiner Sicht unterschätzen die U.S. und Israel, wie schnell personelle Machtzentren ersetzt werden können. Als Beispiel nennt er Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf, der die iranische Verhandlungsdelegation leite.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Krise und einer möglichen Blockade der Straße von Hormus spricht zu Guttenberg von einer bereits dramatischen Lage. Er verweist auf Korrekturen führender Wirtschaftsinstitute sowie auf die jüngste Einschätzung des Internationalen Währungsfonds, wonach die Weltwirtschaft erheblich belastet wird.

Wachstumsdruck für Deutschland und Forderungen an Europa

Für Deutschland erwartet der IWF demnach 2026 nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent, nachdem zuvor 1,1 Prozent prognostiziert worden waren. Auch andere Institute haben ihre Erwartungen gesenkt, was die Sorge vor steigenden Energiekosten, Handelsstörungen und zusätzlichem Druck auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft verstärkt.

Zu Guttenberg fordert deshalb von Europa mehr als politische Erklärungen. Die europäischen Regierungen müssten aus seiner Sicht Konzepte und Strategien entwickeln, um eigene Interessen in der für den Welthandel zentralen Straße von Hormus zu verteidigen, vor allem für den Fall, dass sich die U.S. militärisch zurückziehen.

Auch Deutschland könne sich dann nicht heraushalten, so seine Einschätzung. Damit verknüpft er die geopolitische Eskalation direkt mit sicherheits- und wirtschaftspolitischen Risiken für Europa.

In unserem früheren Artikel zur Rolle der Straße von Hormus für den Ölmarkt haben wir erläutert, wie stark die Notierungen auf jede Eskalation oder Entspannung rund um den Iran reagieren. Dabei stand im Fokus, dass schon das Risiko einer Blockade oder eines Scheiterns von Verhandlungen sofortige Preissprünge auslösen kann und Öl kurzfristig vor allem von geopolitischen Nachrichten getrieben wird. Zudem haben wir aufgezeigt, dass höhere Ölpreise die Inflation in Europa anheizen und damit auch die Konjunkturaussichten belasten können.

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