US-Rohöl unter Druck angesichts der erwarteten Gespräche zwischen den USA und dem Iran

US-Rohöl unter Druck angesichts der erwarteten Gespräche zwischen den USA und dem Iran
U.S. CRUDE

Der Ölmarkt konzentriert sich nach wie vor voll und ganz auf den Iran und die Straße von Hormuz, durch die rund 20 % des weltweiten Öls fließen. Nachrichten über eine Eskalation lösen starke Preissprünge aus, während eine Deeskalation zu heftigen Kursverlusten führt. Selbst das Risiko einer Versorgungsunterbrechung führt zu einer sofortigen Preisanpassung und macht Öl zu einem reinen geopolitischen Vermögenswert.

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Die jüngsten Bewegungen machen deutlich, wie empfindlich der Ölpreis ist: -10 % an einem Tag bei Nachrichten über die Wiedereröffnung der Meerenge, schnelle Kurserholungen bei neuen Risiken. Es handelt sich nicht um einen gleichmäßigen Trend, sondern um Impulse, Lücken und scharfe Umkehrungen, was den aktiven Handel sehr riskant macht.

Die jüngsten EIA-Daten zeigen, dass die Lagerbestände eher zu- als abnehmen, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nicht überhitzt ist und keine Knappheit besteht. Jede geopolitische Rallye wird schnell von den Fundamentaldaten gebremst.

Steigendes Öl beschleunigt die Inflation, insbesondere in Europa und Großbritannien, und wirkt sich über die Energiekosten auf den Verbraucherpreisindex aus. Zu teures Öl wird zu seinem eigenen Feind und dämpft die Nachfrage.

Hinweise auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran lassen die Preise abstürzen, ein Scheitern der Gespräche treibt sie in die Höhe. Dies ist der wichtigste kurzfristige Treiber. Öl ist also ein reines Nachrichteninstrument: technische Daten sind unterdurchschnittlich, Fundamentaldaten sekundär, Nachrichten primär. Die Notierungen halten sich auf hohem Niveau (~90$+), aber es gibt keinen anhaltenden Trend - flache Schwankungen mit Ausschlägen.

Die von Trump angekündigte Verlängerung des Waffenstillstands belastet auch WTI, das die gestrigen Gewinne bei 95,60 $/bbl deckelte, nachdem es diese Marke getestet hatte, und dann auf die Unterstützung bei 92,00 $/bbl zurückfiel. Die Rückkehr zu dieser Unterstützung birgt das Risiko eines Durchbruchs in Richtung 91,00-90,00 $/bbl, aber jede negative Nachricht aus dem Nahen Osten könnte eine starke Erholung auslösen.

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