Mira Kyivska

Apple warnt vor steigenden Speicherkosten: Werden die Preise für iPhone und Mac steigen?

Apple warnt vor steigenden Speicherkosten: Werden die Preise für iPhone und Mac steigen?
Apple bereitet sich auf einen neuen Kostenanstieg vor

Apple sieht sich zunehmendem Druck durch eine weltweite Knappheit an Speicherchips ausgesetzt, von der bereits Hersteller von Smartphones, Computern und Serverausrüstung betroffen sind. Apple-CEO Tim Cook erklärte, das Unternehmen werde angesichts weiter steigender Speicherpreise verschiedene Optionen prüfen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Das Problem hat angesichts des KI-Booms besonders an Bedeutung gewonnen. Speicherhersteller verlagern ihre Kapazitäten zunehmend auf Komponenten für Rechenzentren und KI-Server, wodurch die Verfügbarkeit herkömmlicher Speicher für Smartphones, Laptops und Unterhaltungselektronik eingeschränkt wird.

Tim Cook räumt neue Risiken für Apple ein

Am 30. April, nachdem Apple seinen Quartalsbericht veröffentlicht hatte, sagte Tim Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass steigende Speicherpreise nach dem Juni-Quartal stärkere Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens haben könnten.

„Ich kann Ihnen sagen, dass wir davon ausgehen, dass die Speicherkosten nach dem Juni-Quartal einen zunehmenden Einfluss auf unser Geschäft haben werden, und wir werden dies weiterhin beobachten.“

Laut Barron’s sagte Cook außerdem, Apple werde „eine Reihe von Optionen prüfen“, als Antwort auf eine Frage, wie das Unternehmen auf steigende Komponentenkosten reagieren wolle.

Diese Antwort lässt Apple Handlungsspielraum. Das Unternehmen könnte die Preise für bestimmte Konfigurationen ändern, die Kosten in seiner Lieferkette anpassen oder einen Teil des Anstiegs der Produktionskosten auffangen. Apple hat noch keine konkreten Entscheidungen bekannt gegeben, aber bereits deutlich gemacht, dass der Speicherengpass in den kommenden Quartalen zu einem immer wichtigeren Faktor wird.

AI-Boom verschärft Komponentenknappheit

Der Druck betrifft nicht nur Apples interne Kosten, sondern auch die allgemeine Lage auf dem Komponentenmarkt. Der Speicherengpass hat sich aufgrund eines starken Anstiegs der Nachfrage aus dem Bereich der KI-Infrastruktur verschärft. Unternehmen, die Rechenzentren errichten, kaufen aktiv Hochleistungsspeicher für Server und KI-Beschleuniger ein.

Infolgedessen konkurrieren Hersteller von Unterhaltungselektronik zunehmend mit KI-Unternehmen und Betreibern von Rechenzentren um dieselben Produktionskapazitäten. Dies treibt die Speicherpreise in die Höhe und macht die Verfügbarkeit einiger Komponenten weniger vorhersehbar.

Gleichzeitig ist das Problem nicht auf Apple beschränkt. Samsung und SK Hynix, die einen bedeutenden Anteil am DRAM-Markt kontrollieren, haben bereits gewarnt, dass Smartphone- und Computerhersteller die Auswirkungen der Knappheit zu spüren bekommen könnten, da immer mehr Kapazitäten auf KI-Chips verlagert werden. Reuters berichtete zuvor, dass Kunden im PC- und Mobilbereich bereits Schwierigkeiten haben, sich mit Lieferungen zu versorgen.

Für Apple ist dies ein besonders heikles Thema, da Speicher in fast allen wichtigen Produkten des Unternehmens zum Einsatz kommt, vom iPhone und MacBook bis hin zum iPad und Mac. Sollten die Kosten für DRAM und NAND weiter steigen, muss Apple einen Mittelweg finden zwischen der Stabilisierung der Preise, dem Schutz der Margen und der möglichen Weitergabe eines Teils der höheren Kosten an die Käufer.

Was dies für iPhone, Mac und Apple-Aktien bedeutet

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Apple versuchen wird, eine direkte Anhebung der Grundpreise für seine Produkte für den Massenmarkt zu vermeiden, aber möglicherweise die Preise für Konfigurationen mit mehr RAM oder Speicher anpassen wird. Diese Versionen des iPhones, MacBooks und Macs sind am stärksten von den DRAM- und NAND-Preisen abhängig.

Für Käufer könnte dies bedeuten, dass nicht alle Apple-Geräte teurer werden, sondern vor allem Modelle mit erweitertem Speicher. Das Unternehmen könnte steigende Kosten auch teilweise durch Zusammenarbeit mit Zulieferern oder Änderungen an seiner Produktpalette ausgleichen, ohne auf eine drastische Preisanpassung zurückzugreifen.

Für Investoren ist die zentrale Frage, ob Apple seine Margen halten kann, ohne die Nachfrage zu schwächen. Das Unternehmen verfügt dank seiner Premium-Marke, seiner Einkaufsmacht und wachsender Serviceumsätze über eine starke Position, doch eine anhaltende Speicherverknappung könnte diese Flexibilität einschränken.

Deshalb wurde Cooks Äußerung zu einem wichtigen Signal für den Markt. Apples starke Gewinne stützen den Optimismus rund um die Aktie, doch steigende Speicherkosten könnten zu einem der Hauptrisiken für die zweite Jahreshälfte werden. Sollten die Komponentenkosten weiter steigen, werden Investoren die Prognosen zu Bruttomargen, Preispolitik und Nachfrage nach neuen iPhone- und Mac-Modellen genauer beobachten.

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