Schwarz-rote Koalition verliert in INSA-Umfrage an Rückhalt

Schwarz-rote Koalition verliert in INSA-Umfrage an Rückhalt
Koalition verliert Rückhalt

Ein Jahr nach dem Einzug der aktuellen Bundesregierung ins Kanzleramt sinkt die Unterstützung für Union und SPD in den Umfragen deutlich. Während beide Koalitionsparteien zusammen gegenüber der Bundestagswahl im Februar 2025 sieben Prozentpunkte verlieren, legen vor allem AfD, Linke und Grüne zu.

Höhepunkte

  • Die Union fällt laut aktueller INSA-Umfrage auf 24 Prozent und die SPD auf 14 Prozent, gemeinsam rund sieben Prozentpunkte unter dem Wahlergebnis.
  • Die AfD verbessert sich auf 28 Prozent, Linke auf 11 Prozent und Grüne auf 13 Prozent, während BSW und FDP mit jeweils 3 Prozent an der Bundestagshürde scheitern würden.
  • Da zehn Prozent der Stimmen auf Parteien unter fünf Prozent entfallen, sind rechnerische Mehrheiten mit über 45 Prozent möglich, doch Union und SPD benötigen zur Regierungsbildung die Grünen oder die Linke.

Umfragewerte ein Jahr nach Regierungsstart

Wie BILD unter Berufung auf den aktuellen Sonntagstrend von INSA berichtet, kommt die Union derzeit auf 24 Prozent und bleibt damit klar unter ihrem Ergebnis von 28,5 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Die SPD erreicht aktuell nur 14 Prozent, nach 16,4 Prozent am Wahltag.

Zusammengenommen liegt Schwarz-Rot damit bei 38 Prozent. Das entspricht einem Verlust von rund sieben Prozentpunkten seit der Wahl und deutet auf anhaltende Schwierigkeiten der Koalition nach ihrem Start am 6. Mai 2025 hin.

Parallel dazu verbessert sich die AfD laut Umfrage auf 28 Prozent, nach 20,8 Prozent bei der Wahl. Auch die Linke legt von 8,7 auf 11 Prozent zu, die Grünen steigen von 11,6 auf 13 Prozent.

BSW und FDP kommen jeweils auf 3 Prozent. Beide Parteien würden mit diesen Werten an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und nicht in den Bundestag einziehen.

Mögliche Mehrheiten werden enger

INSA-Chef Hermann Binkert sagt, dass zehn Prozent der Wählerstimmen derzeit auf Parteien entfallen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Dadurch seien parlamentarische Mehrheiten rechnerisch bereits mit mehr als 45 Prozent möglich.

Für die Bundesregierung verschärft das jedoch die Lage, weil Union und SPD gemeinsam nur auf 38 Prozent kommen. Wenn eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen bleibt, wären laut Binkert regierungsfähige Mehrheiten nur noch in Dreierbündnissen von Union und SPD mit den Grünen oder mit der Linkspartei erreichbar.

In unserem früheren Bericht über den eskalierenden Koalitionsstreit zwischen SPD und Union haben wir dargestellt, wie SPD-Spitzenpolitiker am 1. Mai Kanzler Friedrich Merz öffentlich scharf angriffen und seine Aussagen zu Krankheitstagen, Teilzeit und Sozialstaat zurückwiesen. Der Beitrag zeigte, dass die gegenseitigen Vorwürfe die Geschlossenheit der Regierung belasten und damit auch Spekulationen über eine mögliche Instabilität der Koalition verstärken.

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