Italo plant Deutschland-Start im Fernverkehr ab 2028

Italo plant Deutschland-Start im Fernverkehr ab 2028
Italo plant ICE-Konkurrenz

Der Wettbewerb auf zentralen deutschen Fernverkehrsstrecken könnte ab April 2028 zunehmen, wenn der italienische Hochgeschwindigkeitsanbieter Italo seinen Markteintritt umsetzt. Das Vorhaben zielt auf mehr Verbindungen, niedrigere Ticketpreise und ein zusätzliches Angebot auf Achsen, die heute vom ICE dominiert werden.

Höhepunkte

  • Italo plant ab 2028 täglich 56 Fernverkehrsverbindungen in Deutschland mit Siemens-Hochgeschwindigkeitszügen, darunter stündliche Fahrten auf der West-Achse.
  • Italo erwartet durch den Markteintritt einen Preisdruck ähnlich wie in Italien, wo Ticketpreise nach ihrem Start im Schnitt um 40 Prozent gesunken sind.
  • Die Betriebsaufnahme hängt vom regulären Trassenvergabeverfahren ab, da Planungssicherheit laut Bundesverkehrsministerium erst nach April 2027 möglich ist.

Geplantes Streckennetz und Angebotsmodell

Wie BILD berichtet, will Italo auf den Verbindungen München, Berlin und Hamburg sowie auf der Strecke München, Stuttgart, Frankfurt, Köln und Dortmund starten. Vorgesehen sind demnach täglich 56 Verbindungen, mit einem Stundentakt auf der West-Achse und Fahrten im Zwei-Stunden-Takt Richtung Norden.

Zum Einsatz sollen blaue Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens kommen, während das Innendesign hochwertig und funktional ausfallen soll. Das Unternehmen plant drei Klassen von „Smart“ bis „Club Executive“, wobei nach Angaben von Luca Cordero di Montezemolo auch in der günstigsten Klasse Ledersitze und ein reservierter Platz vorgesehen sind.

Auch beim Vertrieb will Italo im deutschen Markt breit auftreten. Tickets sollen online, über Automaten und an eigenen Schaltern erhältlich sein, damit der Anbieter an Bahnhöfen ähnlich sichtbar wird wie die Deutsche Bahn.

Preisdruck und offene Fragen beim Zeitplan

Für den deutschen Fernverkehr wäre ein erfolgreicher Markteintritt vor allem wegen möglicher Preisauswirkungen relevant. Konkrete Ticketpreise nennt Italo für Deutschland noch nicht, Montezemolo verweist jedoch darauf, dass die Preise nach dem Start des Unternehmens in Italien im Schnitt um 40 Prozent gefallen seien und ein ähnlicher Effekt auch hierzulande möglich sei.

Ob der Starttermin gehalten werden kann, bleibt allerdings offen. Italo verlangt bis Ende Mai Planungssicherheit über verfügbare Netzkapazitäten, doch das Bundesverkehrsministerium hält dies laut dem Text für nicht realistisch, weil Trassen für 2028 erst nach Ablauf der Anmeldefrist im April 2027 vergeben werden.

Damit hängt der weitere Ablauf vom regulären Vergabeverfahren ab, in dem die Bahn-Tochter DB InfraGO über die Trassen entscheidet. Für Reisende bedeutet das vorerst vor allem die Aussicht auf mehr Auswahl und potenziell günstigere Fahrkarten, während die tatsächliche Betriebsaufnahme erst im kommenden Jahr klarer wird.

Der Ausbau des BAFA-Standorts Weißwasser stand im Mittelpunkt unserer früheren Berichterstattung: Die Behörde übernimmt ab Mai 2026 die Administration eines neuen E‑Auto‑Förderprogramms für Privatpersonen und ab Januar 2027 zusätzlich die Energieeffizienz-Hotline. Damit wird der Standort im Lausitzer Strukturwandel gestärkt, erhält zwei weitere Bundesaufgaben und bleibt als wichtiger Verwaltungsknoten mit rund 240 Mitarbeitenden fest in der Region verankert.

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