Deutschlands Steuerschätzung signalisiert geringere Einnahmen für Bund, Länder und Kommunen
Schwächere Konjunkturaussichten belasten die deutschen Staatsfinanzen und lassen die erwarteten Steuereinnahmen in den kommenden Jahren sinken. Bereits im laufenden Jahr fallen die Einnahmen von Bund, Ländern und Kommunen laut den vorliegenden Zahlen voraussichtlich um 17,8 Milliarden Euro niedriger aus als noch im Herbst erwartet.
Höhepunkte
- Für 2027 prognostiziert die aktuelle Steuerschätzung des Bundesfinanzministeriums allein für den Bund 10,1 Milliarden Euro geringere Einnahmen als im Oktober angenommen.
- Die Steuermindereinnahmen für 2026 belaufen sich auf insgesamt 17,8 Milliarden Euro, davon entfallen 9,9 Milliarden Euro auf den Bund, 3,0 Milliarden auf die Länder und 4,3 Milliarden auf die Kommunen.
- Bis 2030 erwartet der Staat kumulierte Steuerausfälle von 87,5 Milliarden Euro, davon 39,8 Milliarden Euro aufgrund von Schätzabweichungen, getrieben durch wirtschaftliche Unsicherheit.
Neue Schätzung und Verteilung der Ausfälle
Wie aus Angaben des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, muss der Staat wegen der eingetrübten wirtschaftlichen Lage mit niedrigeren Steuereinnahmen rechnen als in der Schätzung vom vergangenen Oktober. Für 2027 ergibt die aktuelle Steuerschätzung demnach allein für den Bund 10,1 Milliarden Euro weniger als bisher angenommen.Für 2026 betragen die Steuermindereinnahmen nach den Schätzergebnissen insgesamt 17,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 6,8 Milliarden Euro auf bereits bekannte Änderungen des Steuerrechts, weitere 11,0 Milliarden Euro gehen auf Abweichungen gegenüber der früheren Oktober-Prognose zurück.
Allein für den Bund summieren sich die Mindereinnahmen 2026 auf 9,9 Milliarden Euro, darunter 4,5 Milliarden Euro an Schätzabweichungen. Die Länder müssen mit 3,0 Milliarden Euro weniger auskommen, auf die Kommunen entfallen 4,3 Milliarden Euro weniger, der verbleibende Teil betrifft die Abführungen an die EU.
Belastung bis 2030 und wirtschaftlicher Hintergrund
Bis 2030 summieren sich die erwarteten Steuerausfälle laut den vorliegenden Angaben auf insgesamt 87,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Schätzabweichungen von 39,8 Milliarden Euro, was die wachsende Unsicherheit für die mittelfristige Finanzplanung unterstreicht.Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erklärt, die heutige Steuerschätzung zeige, wie stark der Iran-Krieg die Wirtschaft belaste. Er sagt, der von ihm als verantwortungslos bezeichnete Krieg von U.S.-Präsident Donald Trump und der daraus resultierende weltweite Energiepreisschock bremsten die positive wirtschaftliche Dynamik vorerst aus und führten zu geringeren Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen als noch im Herbst angenommen.
In unserem früheren Beitrag zur angespannten Kerosinversorgung in Deutschland haben wir erläutert, wie der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus die Treibstoffpreise an Flughäfen nach oben treiben und die Luftfahrtbranche unter Druck setzen. Zudem ging es um zugesagte Kerosinlieferungen aus Israel sowie um Einschätzungen der Bundesregierung zu Reichweite und Grenzen der vorhandenen Vorräte. Damit ordnet der Artikel ein, warum Energiepreise und Versorgungslage inzwischen zu einem zentralen Risikofaktor für Wirtschaft und Planungssicherheit geworden sind.
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