WTI und Brent handeln weiterhin nahe Mehrmonatshochs angesichts der anhaltenden Spannungen um den Iran und der Situation in der Straße von Hormus. Der Markt reagiert weiterhin äußerst sensibel auf Nachrichten über eine potenzielle Wiederbelebung oder ein Scheitern von Abkommen zwischen den USA und dem Iran.
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Jüngste Erklärungen aus Washington, wonach die Verhandlungen „kurz vor dem Scheitern“ stünden, haben erneut die Sorgen über potenzielle Unterbrechungen der Ölversorgung aus dem Nahen Osten verstärkt.
Infolgedessen wurden Rückgänge der US-WTI-Preise durch eine Unterstützung im Bereich von 94,00–93,50 $ pro Barrel begrenzt. Nach dem Testen dieser Unterstützung erholten sich die Preise in Richtung des Widerstands um 98,00 $. Sollte der aktuelle Waffenstillstand halten, könnte eine Bewegung in Richtung 100,00 $ als Verkaufsgelegenheit genutzt werden; eine Wiederaufnahme militärischer Aktionen könnte die Preise jedoch über dieses Niveau treiben.
Die Straße von Hormus bleibt der wichtigste Markttreiber
Das Hauptrisiko für den Ölmarkt ist mit potenziellen Einschränkungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus verbunden, über die üblicherweise etwa 20 % der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen abgewickelt werden. Analysten von Morgan Stanley warnen, dass Brent im Falle einer anhaltenden Krise im Sommer theoretisch auf 130–150 $ pro Barrel steigen könnte. Gleichzeitig bleibt der Markt extrem volatil: Jegliche Signale für diplomatische Fortschritte lösen schnell scharfe Abverkäufe aus, wie bereits Anfang Mai beobachtet wurde.
OPEC+ und die USA versuchen, den Markt zu stabilisieren
Zusätzliche Unsicherheit entstand nach der Entscheidung der VAE, aus der OPEC+ auszutreten, was Debatten über die Zukunft der Produktionskontrollmechanismen innerhalb des Kartells auslöste. Trotzdem signalisiert die OPEC+ weiterhin ihre Bereitschaft, die Produktion zu erhöhen, um potenzielle Versorgungsengpässe auszugleichen. Unterdessen steigern die USA die Exporte von Öl und Erdölprodukten auf Rekordniveau, um die globalen Versorgungsunterbrechungen teilweise zu kompensieren. Doch selbst die steigenden US-Exporte konnten die geopolitische Risikoprämie bei den Ölpreisen bisher nicht vollständig eliminieren.
Technischer Ausblick: Markt bleibt überkauft, aber der Trend ist aufwärts gerichtet
Aus technischer Sicht zeigt der Ölmarkt weiterhin eine starke bullische Dynamik. Für WTI bleibt die wichtigste Unterstützung im Bereich von 94–93,5 $, während die 100-Dollar-Marke als nächster Widerstand fungiert. Wie bereits im Artikel U.S. crude holds below $100 as downside risks remain angemerkt, wird erwartet, dass geopolitische Faktoren die Preisdynamik von WTI weiterhin bestimmen werden.
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