Die Preise für WTI-Rohöl erholten sich Ende Mai deutlich und notieren erneut nahe der Marke von 99 US-Dollar pro Barrel, da die Spannungen rund um den Iran zunehmen und weiterhin Risiken für die Versorgung durch die Straße von Hormuz bestehen. Der Markt befindet sich damit wieder in einem Umfeld mit geopolitischem Risikoaufschlag, da Investoren die Möglichkeit neuer Angebotsunterbrechungen und weiterer Exportkürzungen aus dem Nahen Osten einpreisen.
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Jüngste Berichte über Schwierigkeiten bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben die Sorgen am Markt verstärkt und einen weiteren Preisschub ausgelöst.
Angebotsrisiken überwiegen Nachfragesorgen
Trotz anhaltender Anzeichen einer Abschwächung der Weltwirtschaft reagiert der Ölmarkt derzeit vor allem auf Angebotsbedrohungen. Nach Schätzungen der IEA haben Einschränkungen beim Transport durch die Straße von Hormuz bereits den größten Energieschock seit Jahrzehnten ausgelöst. Gleichzeitig bleibt OPEC+ weiterhin vorsichtig und zeigt sich noch nicht bereit für eine deutliche Produktionssteigerung, sondern beschränkt sich auf gezielte Anpassungen. Dies stützt die Preise weiterhin, trotz schwacher Erwartungen für die globale Nachfrage und nachlassender Industrieaktivität in Europa und China.
Die USA und der Dollar beeinflussen weiterhin die Marktdynamik
Ein weiterer wichtiger Volatilitätsfaktor bleibt die Politik der Federal Reserve und die Entwicklung des US-Dollars. Stärker als erwartete Inflationsdaten in den USA haben die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen gedämpft, was den Dollar vorübergehend stützte und weitere Ölpreisanstiege begrenzte. Dennoch bleibt der Markt äußerst sensibel gegenüber den US-Rohöllagerbeständen und Kommentaren amerikanischer Regulierungsbehörden. Jegliche Anzeichen sinkender kommerzieller Lagerbestände oder logistischer Störungen könnten rasch einen weiteren Preisschub auslösen.
Ausblick kurzfristig: Markt bleibt in Phase erhöhter Turbulenz
WTI wird weiterhin unter sehr nervösen Bedingungen gehandelt, wobei die unmittelbare Unterstützung nun in Richtung 96 US-Dollar pro Barrel wandert, während der Widerstand im Bereich von 100–102,5 liegt – ein Niveau, das bei einem Scheitern der US-Iran-Verhandlungen durchbrochen werden könnte.
Solange die geopolitischen Spannungen hoch bleiben, bleibt das Risiko einer weiteren Ölpreisrallye bestehen. Im Falle einer weiteren Eskalation rund um die Straße von Hormuz könnte der Markt schnell in Richtung eines Szenarios über 110 US-Dollar pro Barrel tendieren, während eine Deeskalation die Preise wieder unter die 90-Dollar-Marke drücken könnte, wie auch im Artikel U.S. crude holds below $100 as hopes for a U.S.-Iran deal grow diskutiert wurde.
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