US-Zollplan richtet sich gegen 60 Volkswirtschaften wegen Zwangsarbeitsregeln
Die Trump-Regierung hat neue Zölle auf Importe aus 60 Volkswirtschaften vorgeschlagen und argumentiert, dass wichtige Handelspartner es versäumt hätten, den Import von Waren aus Zwangsarbeit in globale Lieferketten zu unterbinden. Dieser Schritt erhöht das Handelsrisiko zusätzlich, während die US-Aktienfutures kaum verändert blieben, nachdem der S&P 500 auf einem neuen Rekordhoch geschlossen hatte.
Höhepunkte
- Die USA haben Zölle von 10 % oder 12,5 % auf Importe aus 60 Volkswirtschaften vorgeschlagen.
- Die Maßnahme richtet sich gegen angebliche Versäumnisse, Waren aus Zwangsarbeit zu unterbinden.
- Der Vorschlag folgt auf ein Urteil des Supreme Court, das Trumps frühere Zollbefugnisse eingeschränkt hat.
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Neue Section 301-Zölle
Laut Reuters hat das Büro des US-Handelsbeauftragten zusätzliche Abgaben von 10 % oder 12,5 % gemäß Section 301 des Trade Act von 1974 vorgeschlagen. Volkswirtschaften mit vollständigen oder teilweisen Importverboten für Zwangsarbeit würden mit einem Zollsatz von 10 % belegt, während andere 12,5 % zahlen müssten, so die Berichte zum USTR-Vorschlag. Kanada, Mexiko, Taiwan und das Vereinigte Königreich gehören zu den Ländern mit 10 % Zoll, während China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien und die Schweiz mit 12,5 % belegt würden.
Das USTR erklärte, die 60 Volkswirtschaften hätten es versäumt, Verbote für Importe aus Zwangsarbeit zu verhängen oder wirksam durchzusetzen, und bezeichnete diese Praxis als Belastung für den US-Handel. Handelsbeauftragter Jamieson Greer sagte, das Versäumnis, solche Importe zu unterbinden, zwinge amerikanische Arbeitnehmer, auf einem „ungleichen Spielfeld“ zu konkurrieren.
Handelspolitik nach Gerichtsurteil neu aufgestellt
Der Vorschlag ist Teil von Trumps Bemühungen, seine Zollagenda nach dem Urteil des Supreme Court im Februar wiederaufzubauen, das ihm eine Überschreitung seiner Befugnisse bei der Verhängung umfassender Zölle per Notstandsbefugnis attestierte. Die neuen Zölle würden nicht sofort in Kraft treten und unterliegen einer öffentlichen Überprüfung, wobei Anhörungen ab dem 7. Juli geplant sind.
Die USA suchen zudem öffentliche Rückmeldungen zu einem neuen US-China Board of Trade, einem Mechanismus, der nach Trumps Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping vereinbart wurde. Das Gremium könnte nicht-sensitive Waren identifizieren, die für niedrigere Zollsätze infrage kommen, während umfassendere Zölle weiterhin gelten.
Märkte nahe Rekordständen
Die Zollankündigung erfolgte, während die Wall Street nahe an Rekordhochs blieb. Der S&P 500 stieg am Dienstag um 0,1 % auf 7.609,78 und übertraf damit das Allzeithoch vom Vortag, während der Dow um 0,4 % zulegte und der Nasdaq weniger als 0,1 % gewann.
Lieferketten vor neuer Kostenprobe
Der Vorschlag ist bedeutsam, weil er die Kosten für Importeure in wichtigen US-Handelsbeziehungen, darunter China, die EU, Japan, Kanada und Mexiko, erhöhen könnte.
Unternehmen mit globalen Beschaffungsnetzwerken könnten mit höheren Zöllen, mehr Dokumentationspflichten und verstärktem Druck konfrontiert werden, nachzuweisen, dass ihre Lieferketten frei von Zwangsarbeit sind.
Für die Märkte ist das Timing heikel: Die Aktienkurse liegen weiterhin nahe an Rekordständen, aber ein breiteres Zollregime könnte Inflationssorgen wiederbeleben und die Perspektive der Federal Reserve erschweren.
Zuvor hatten wir berichtet, dass EU-Abgeordnete grünes Licht für das US-Handelsabkommen vor Ablauf der Trump-Zollfrist gegeben haben.
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