Deutschland bekräftigt bei G7 und ILO Kurs auf Arbeitsstandards und Arbeitsschutz
Vor dem Hintergrund globaler Krisen rücken menschenwürdige Arbeit, Arbeitsschutz und Arbeitsmarktbeteiligung auf internationalen Foren stärker in den Mittelpunkt. Staatssekretärin Lilian Tschan vertritt die Bundesregierung dazu bei einem G7-Treffen in Genf und bei der 114. Sitzung der Internationalen Arbeitskonferenz der ILO.
Höhepunkte
- G7-Arbeitsministertreffen am 9. Juni 2024 in Genf legt Fokus auf menschenwürdige Arbeit, KI-Weiterbildung und Bekämpfung von Zwangsarbeit in Lieferketten.
- Die französische G7-Präsidentschaft startet einen digitalen KI-Fortbildungshub für KMU, fordert besseren Arbeitsschutz beim Rohstoffabbau und fördert faire Arbeitsmigration.
- Deutschland ratifiziert das ILO-Übereinkommen Nr. 155 zu Arbeitsschutz und Arbeitsumwelt und stärkt damit international verbindliche Arbeitsstandards und den Multilateralismus.
G7-Treffen setzt Schwerpunkte bei Arbeit und Beschäftigung
Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitteilt, nimmt Staatssekretärin Lilian Tschan am 9. Juni am Treffen der G7-Arbeits- und Beschäftigungsministerinnen und -minister unter französischer Präsidentschaft in Genf teil. Bei dem hochrangigen Treffen unter Leitung des französischen Arbeitsministers Jean-Pierre Farandou stehen die Förderung hochwertiger Arbeitsplätze und die Stärkung menschenwürdiger Arbeit in den G7-Staaten und weltweit im Zentrum.Das Treffen findet am Rande der Internationalen Arbeitskonferenz statt. Zu den zentralen Ergebnissen der französischen G7-Präsidentschaft im Bereich Arbeit und Beschäftigung zählen ein interaktiver digitaler KI-Fortbildungshub für kleine und mittlere Unternehmen, Maßnahmen zur Vermeidung von Zwangsarbeit beim Abbau kritischer Rohstoffe sowie die Förderung von Arbeitsmarktmobilität, individuellen Karrierewegen und einer möglichst umfassenden Teilhabe aller Altersgruppen am Arbeitsmarkt.
Darüber hinaus wirbt die französische Präsidentschaft für einen Leitfaden zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz vor dem Hintergrund des Klimawandels sowie für eine faire Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte. Die G7-Ministerinnen und -Minister einigen sich zudem auf ein gemeinsames Kommuniqué, der nächste G7-Vorsitz geht im kommenden Jahr an die U.S..
Ratifikation bei ILO stärkt deutschen Arbeitsschutzkurs
Zusätzlich vertritt Tschan die Bundesregierung auf der 114. Sitzung der Internationalen Arbeitskonferenz der ILO in Genf. Dort trifft sie auch ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo und übergibt die Ratifikationsurkunde zum Übereinkommen Nr. 155 über Arbeitsschutz und Arbeitsumwelt, damit dieses für Deutschland in Kraft treten kann.Die ILO erklärt Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit im Jahr 2022 zu einem grundlegenden Recht. Mit dem Status als Kernarbeitsnorm erhalten beide Bereiche den Rang einer menschenrechtlichen Norm, womit die deutsche Ratifikation nach Darstellung der Staatssekretärin ein Signal für weltweiten Arbeitsschutz und regelbasierten Multilateralismus setzt.
Unsere frühere Berichterstattung zur Insolvenz der Vinzenz von Paul Kliniken zeigte, wie stark finanzielle Engpässe im Gesundheitssektor inzwischen selbst große Versorgungsträger unter Druck setzen – trotz weiterlaufendem Betrieb und zugesicherter Patientenversorgung. Der Fall löste deutliche Warnungen aus Politik und Branche vor weiteren Klinikinsolvenzen und einer insgesamt angespannten Finanzierungsbasis aus.
- Forex
- Crypto