Goldman Sachs revidiert Goldprognose, da Fed restriktiv bleibt
Goldman Sachs hat seine Goldprognose für das Jahresende um 500 $ pro Unze gesenkt, nachdem die Bank ihre Erwartung aufgegeben hat, dass die Federal Reserve die Zinsen im Jahr 2026 senken wird. Die Bank sieht das Edelmetall zwar immer noch über dem aktuellen Niveau, doch eine restriktivere Fed hat eine der wichtigsten kurzfristigen Stützen für das Metall geschwächt.
Höhepunkte
- Goldman senkte das Gold-Kursziel zum Jahresende auf 4.900 $.
- Die Bank erwartet für 2026 keine Zinssenkungen der Fed mehr.
- Gold notierte nach drei monatlichen Verlusten nahe 4.135 $.
- Zentralbankkäufe bleiben eine wichtige Stütze für das Edelmetall.
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Fed-Ausblick belastet Goldpreis
Goldman Sachs erwartet laut Bloomberg, dass Gold bis Dezember 4.900 $ pro Unze erreichen wird, nach einem vorherigen Ziel von 5.400 $. Die Analysten Lina Thomas und Daan Struyven erklärten, die Bank bleibe mittelfristig konstruktiv für Gold, sei aber kurzfristig vorsichtiger, da höhere Zinserwartungen die Nachfrage nach unverzinsten Anlagen dämpfen.
Die Revision folgte auf eine deutliche Änderung der Markterwartungen, nachdem die Federal Reserve die Zinsen unverändert ließ, aber eine wachsende Unterstützung für Zinserhöhungen in diesem Jahr signalisierte. Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh betonte zudem das Engagement der Zentralbank zur Wiederherstellung der Preisstabilität, was den Goldpreis zusätzlich unter Druck setzte.
Gold notierte nahe 4.135 $ pro Unze und steuerte damit auf den dritten Wochenverlust in Folge zu. Das Metall hat seine Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben, nachdem es Ende Januar auf ein Rekordhoch von knapp unter 5.600 $ gestiegen war und anschließend bis Mai drei Monate in Folge fiel.
ETF-Nachfrage bricht ein
Goldman Sachs erklärte, das niedrigere Kursziel spiegele geringere Erwartungen für Zuflüsse in goldbesicherte Exchange-Traded Funds (ETFs) wider. Die Ökonomen der Bank erwarten US-Zinssenkungen nun erst im Juni und Dezember nächsten Jahres, statt eines Beginns im späteren Verlauf von 2026.
Diese Verschiebung ist von Bedeutung, da sinkende Zinsen Gold normalerweise stützen, indem sie die Opportunitätskosten für das Halten eines Vermögenswerts ohne laufende Erträge senken. Sollte die Fed stattdessen die Zinsen anheben, könnte sich die Nachfrage nach Gold als Makro-Hedge laut Goldman Sachs dauerhafter abschwächen, wobei die Preise das Jahr bei etwa 4.400 $ beenden könnten.
Der zinssensitive Druck überwog einige stützende Entwicklungen. Die Handelsschifffahrt ist in die Straße von Hormus zurückgekehrt, nachdem die USA das Ende ihrer Blockade erklärt hatten, was die Sorgen vor anhaltenden Energieengpässen linderte. Die Inflationssorgen sind jedoch nicht vollständig verflogen, da es Zeit dauern kann, bis sich die Öl- und Flüssiggasströme durch die Wasserstraße normalisieren.
Zentralbanken halten das Bullen-Szenario am Leben
Die Herabstufung durch Goldman Sachs bedeutet keinen vollständigen Rückzug von Gold. Die Bank erwartet weiterhin, dass Käufe des offiziellen Sektors die Preise stützen, wobei für die Zentralbanken in diesem Jahr Käufe von 50 Tonnen pro Monat und im nächsten Jahr von 40 Tonnen pro Monat prognostiziert werden.
Diese Nachfrage erklärt, warum die Bank strukturell positiv gestimmt bleibt, auch wenn sie taktisch vorsichtiger wird. Der weitere Weg von Gold hängt nun stark davon ab, ob die Fed unter Warsh nur eine präventive Zinserhöhung vornimmt oder einen umfassenderen Straffungszyklus einleitet.
Zuvor berichteten wir, dass Gold konsolidiert, während Schwellenländer die Nachfrage als geopolitische Absicherung ankurbeln.
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