Deutscher Straßengüterverkehr leidet unter Hitzeschäden und steigenden Transportkosten

Deutscher Straßengüterverkehr leidet unter Hitzeschäden und steigenden Transportkosten
Hitze belastet Güterverkehr

Extreme Hitze beeinträchtigt den Güterverkehr in Deutschland und erhöht den Kostendruck für Speditionen. Schäden an Autobahnen sowie Einschränkungen auf Wasserstraßen und der Schiene belasten Lieferketten und verlängern Transportzeiten.

Höhepunkte

  • Hitzebedingte Straßenschäden führen zu Sperrungen auf wichtigen Autobahnabschnitten wie A115, A10, A2, A13 und A15 und verursachen logistische Verzögerungen.
  • Jede Stunde Verzögerung pro Lkw kostet die Branche zwischen 70 und 100 Euro, was sich bei 800.000 täglichen Lkw-Einsätzen schnell zu 56 bis 80 Millionen Euro Schaden summiert.
  • Der Bundesverband Güterverkehr erwartet bis 2030 ein Wachstum des Straßengüterverkehrs um 54 Prozent und fordert angesichts steigender Anforderungen mehr Investitionen in die Infrastruktur.

Hitzeschäden verteuern Transporte auf deutschen Autobahnen

Wie BILD unter Berufung auf Angaben der Autobahn GmbH und Aussagen des Bundesverbands Güterverkehr Logistik und Entsorgung berichtet, führen hitzebedingte Straßenschäden zu Sperrungen auf mehreren wichtigen Strecken. Auf der A115 in Brandenburg hebt sich zwischen Potsdam-Drewitz und Saarmund in Richtung Dreieck Nuthetal der Asphalt, die Strecke muss zeitweise gesperrt werden.

Betroffen sind zudem mehrere Abschnitte der A10 sowie der A2, A13 und A15. Auf der A2 kommt es bei Burg in Sachsen-Anhalt sowie zwischen Ziesar und Wollin in Brandenburg ebenfalls zu hitzebedingten Sperrungen; der Abschnitt bei Burg ist inzwischen wieder freigegeben.

Prof. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterverkehr Logistik und Entsorgung, warnt, dass jede gestörte Infrastruktur Staus, Verzögerungen und Risiken für Lieferketten auslöst. Nach seinen Angaben kostet jede Stunde Verzögerung pro Fahrzeug zwischen 70 und 100 Euro.

Kostenrisiken wachsen für Logistikbranche

Engelhardt kritisiert den Zustand der Verkehrsinfrastruktur und sieht die aktuellen Ausfälle nicht als überraschend an. Problemstellen auf Straßen seien häufig bekannt, könnten aber aus seiner Sicht wegen unzureichender finanzieller Ausstattung der Autobahn GmbH nicht grundlegend instand gesetzt oder saniert werden.

Mit täglich rund 800.000 schweren Lastwagen auf deutschen Straßen summieren sich die wirtschaftlichen Folgen schnell. Wenn sich jedes Fahrzeug wegen der Hitze nur um eine Stunde verspätet, entsteht der Branche laut Engelhardt ein Schaden von 56 bis 80 Millionen Euro.

Zugleich verweist der Branchenvertreter auf weiter steigende Anforderungen an das Netz. Der Straßengüterverkehr wird in den kommenden Jahren nach seinen Angaben um 54 Prozent zunehmen, weshalb aus Sicht der Branche zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur nötig sind.

In unserem früheren Artikel über die Abfrage nationaler Reserven in Deutschland ging es darum, welche Bestände an zentralen Gütern wie Energie, Treibstoffen, Medikamenten, Lebensmitteln und industriellen Vorprodukten für Krisen- und Katastrophenfälle verfügbar sind. Anlass waren Sorgen vor Engpässen und wachsenden Abhängigkeiten durch geopolitische Konflikte und fragile internationale Lieferketten. Im Fokus stand dabei, wie belastbar Vorräte und Beschaffungsstrukturen bei länger anhaltenden Störungen tatsächlich sind.

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